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derStandard.at: Wir war die Stimmung beim Tabellenführer in der Länderspielpause?
Didi Kühbauer: Wir haben eigentlich versucht das Gleiche zu tun wie davor. Natürlich fällt ein bisschen der Druck ab, weil wir eine Woche Pause gehabt haben. In der zweiten Woche haben wir dann auf Kapfenberg hintrainiert. Es ist jetzt nicht so, dass alle mit Rückennummer eins herumlaufen. Ich glaub schon, dass alle Burschen das richtig einschätzen, nämlich dass das eine Momentaufnahme ist.
derStandard.at: Am Samstag steht das Auswärtsspiel beim Tabellenschlusslicht auf dem Plan? Wie muss die Admira auftreten, um auch in Kapfenberg erfolgreich zu sein?
Kühbauer: Auf jeden Fall müssen wir die Zweikämpfe annehmen. Wenn man dort hinfährt und meint auf Grund der Tabellensituation ist es schon erledigt, dann werden wir unser blaues Wunder erleben. In Kapfenberg heißt es arbeiten, arbeiten und dagegenhalten, dagegenhalten. Wer das nicht macht, wird nicht gut ausschauen. Die Jungs wissen aber ganz genau, dass man in Kapfenberg nicht anders bestehen kann, nur mit Fußball spielen geht es nicht.
derStandard.at: Sie haben nach dem Sieg gegen Salzburg gesagt: "Die Art und Weise wie die Jungs spielen, beeindruckt mich." Welch Dinge haben Sie damit genau gemeint?
Kühbauer: In der Bundesliga hat man natürlich mehr Aufmerksamkeit, aber wir haben schon in der "Erste Liga" 85 Tore geschossen. Diese schießt man nicht, wenn nicht bedingungslos nach vorne gespielt wird. Aber auch die Rückwärtsbewegung ist bei der Mannschaft absolut in Ordnung. Der Laufaufwand, den sie jetzt über einen längeren Zeitraum betreiben, der ist schon beeindruckend.
Ihre Lauffreudigkeit ist jetzt nicht einzigartig, wir reden da über eine Sache, die eigentlich normal ist, das machen andere auch. Aber trotzdem, sie bekommen medial jetzt sehr viel ab, haben ihren Spielstil trotzdem nicht verändert, im Gegenteil, sie versuchen es noch besser zu machen, das beeindruckt mich von der Reife her. Und vor allem, sind sie nicht abgehoben. Und das ist das Entscheidende, sie haben nie gesagt, jetzt haben wir den und den geschlagen, sondern wollten immer den nächsten Gegner wieder schlagen.
derStandard.at: Wie schätzen sie das Potenzial ihrer Mannschaft nach dem ersten Spieldurchgang ein?
Kühbauer: Ich glaube nicht, dass wir Meister werden können, so ehrlich bin ich auch. Es muss alles gut rennen, dass wir oben dabei sind. Nicht dass ich jetzt gegen meine Mannschaft spreche. Ich täte es der Mannschaft zutrauen, wenn es keine Verletzten und keine Gesperrten gäbe. Aber es ist natürlich sehr, sehr schwierig. Wir können unser Leistungspotenzial schon einschätzen.
Wir sind eine junge Mannschaft, die sicher noch Ups and Downs haben wird. Ich hege jetzt nicht den Gedanken, wir müssen uns da oben festsetzen, obwohl ich nichts dagegen haben würde. Im Fußball hast du einmal das Glück und einmal das Pech. Wenn du oben bist, kommt dir das Glück entgegen, unten bekommst du, auf Deutsch gesagt, einen Tritt in den Arsch.
derStandard.at: Patrik Ježek haben sie zuletzt ihre Liebe bekundet.
Kühbauer: Patrik ist verheiratet und hat zwei tolle Kinder und eine liebe Frau und ich habe eine liebe Frau und zwei tolle Kinder. Nein, aber der Junge, na, eigentlich ist er auch schon ein älterer Herr, spielt eine Topsaison. Es aber nur am Jiri aufzuhängen, ist zu wenig. Wir haben einen Dibon, einen Windbichler, Palla Stefan, Schwab, den Schoko Schachner wollten wir bei Amateuren schon raus schmeißen, spielt auch top, ich will da jetzt keinen herausheben.
Die Mischung passt zu 100 Prozent, das ist das Wunderbare an der Sache. Im Erfolg ist alles schön, aber wir haben noch keinen Misserfolg gehabt. Wir dürfen nicht so blind sein, dass wir jetzt alles gut reden. Ich glaube an die Truppe, auch wenn wir einmal eine Serie verlieren sollten.
derStandard.at: Wie schaut ihre Fußballphilosophie generell aus?
Kühbauer: Man versucht soviel Tore wie möglich zu schießen und vergisst nicht, dass man so wenig wie möglich kriegt. Wenn man offensiv spielt, was wir tun, kann es natürlich vorkommen das man das eine oder andere Tor kassiert. Ich gewinne lieber 5:4 als mit einem ermauerten 1:0. Ich will schon, dass man nach vorne spielt, auch wenn es nicht immer gelingt. Aber der Blick bei uns ist nach vorne gerichtet.
derStandard.at: Und welchen Stil bevorzugen sie da?
Kühbauer: Es ist ja jetzt nichts Neues, wenn ich sage, bei Ballverlust des Gegners muss man schnell handeln, schnell ausschwärmen, das ist im modernen Fußball extrem wichtig. Und wenn man den Ball verliert, muss man schnell hinten sein. Das sind jetzt nicht Dinge die ich neu erfunden habe, sondern das ist das A und O des Fußballs.
derStandard.at: Arsene Wenger versucht's mit Kurzpassspiel, welche Präferenzen haben sie in die Richtung?
Kühbauer: Das ist immer von der Spielsituation abhängig. Wenn du Barcelona bist und elf geniale Fußballer hast, wird's mit Kurzpassspiel einfacher sein. Wir sind in Österreich, ich bin mit meiner Mannschaft super zufrieden, aber wir haben nicht die Möglichkeiten, dass wir uns durchkombinieren wie Barcelona oder Arsenal.
Natürlich wollen wir Ballbesitz haben. Das will jede Mannschaft, weil wenn du den Ball hast, brauchst du nicht soviel rennen. Aber wir müssen die Kirche schon im Dorf lassen. Barcelona wird es bei uns nie spielen, wobei des jeder gern spielen würde. Aber so eine Truppe wird es nie wieder geben, da lehn ich mich jetzt zwar weit raus, aber ich schau schon 30 Jahre Fußball und so eine Mannschaft habe ich noch nie gesehen.
derStandard.at: Im Zuge der Diskussion ums Nationalteam hat sich eine Taktikdebatte entwickelt. Wird diese Debatte bei den Fans und den Medien überbewertet?
Kühbauer: Taktik ist sehr wichtig, aber wir reden jetzt schon zu viel davon. Deswegen hab ich mich bisher auch nicht daran beteiligt. Ohne Taktik, ohne System wirst du keinen Erfolg haben. Aber es geht immer um Erfolg und Misserfolg. Wenn du Erfolg hast, war die Taktik gut. Wenn du Misserfolg hast, ist dann immer die Taktik Schuld. Die heutigen Spieler sind alle gut ausgebildet.
derStandard.at: Welche Eigenschaften muss ein Trainer mitbringen, um ein guter zu werden?
Kühbauer: Das Wichtigste ist sehr wohl das fußballerische Fachwissen. In puncto Taktik, System muss man sich auskennen. Wenn du einer lieber Kerl bist, aber ahnungslos im Fußball, nimmt dir das die Mannschaft ein paar Wochen ab, aber irgendwann ist der Zug abgefahren.
Ebenso ist ein guter Zugang zu den Spielern enorm wichtig. Ich behandle jeden Spieler so gut wie möglich und das gleiche erwarte ich von ihm. Es kann zwar manchmal hart sein bei mir, aber man darf nicht ausfällig werden oder den Spieler beleidigen.
derStandard.at: Sie waren ein sehr emotionaler Spieler. Sehen sie die Eigenschaft im Trainerberuf als Fluch oder Segen?
Kühbauer: Wie ich Trainer geworden bin haben sich viele gedacht, na da werden wir viel Spass haben. Die Journalisten haben sich gefreut, weil sie etwas zum Schreiben haben. Als Trainer habe ich eine Vorbildwirkung. Als Spieler hätte ich sie auch gehabt, habe aber das eine oder andere Mal drübergeschossen.
Ich kann jetzt nicht versprechen, dass mir das nicht mehr passiert. Bis jetzt bin ich noch nicht auf der Tribüne gesessen, aber ich will schon Vorbild für meine Mannschaft sein. Wobei das nicht bedeutet, dass ich meine Emotionen jetzt daheim lasse, sicher nicht. Ich versuche trotzdem sehr nüchtern und sachlich zu sehen.
derStandard.at: Die deutsche Zeitschrift Stern hat sie als Kandidat für den Cheftrainer beim HSV genannt. Fühlen sie sich geschmeichelt?
Kühbauer: Wann fängt der Fasching an? 11.11, das ist ein Monat zu früh. Wir haben da keine Chance als Österreicher, so leid es mir tut. Die haben sich sicher verschrieben, da haben sie jemanden anderen gemeint. Wo bei ich jetzt nicht an mir zweifle. Aber da muss man schon extremen Erfolg haben und den kannst du in Österreich nur über die Champions League oder internationale Spiele erreichen. Von dem sind wir aber mit der Admira weit weg. Aber wenn das in ein paar Jahren einmal käme, hätte ich nichts dagegen. Also eigentlich hätte ich auch jetzt nichts dagegen. (Alex Aigner, derStandard.at, 14.10.2011)
Anton Polster setzt bei Admira Wacker einen weiteren Karriereschritt als Trainer. Österreichs Rekordtorschütze ist jetzt "gespannt, ob ich da bin, wo ich hingehöre, oder ob ich auch nur ein Passant bin"
Kultstürmer verlässt die Wiener Viktoria nach erfolgreichen Jahren und versucht es nun ganz oben
Der Trainer sah trotz gültigen Vertrags keine fußballerischen Perspektiven mehr
Ex-ÖFB-Tormann droht nach einem Kreuzbandriss das Karriereende - Saison für Windbichler vorbei
Seine Mannschaft mag Admira-Trainer Dietmar Kühbauer trotz Abstiegssorgen immer noch. Weniger schmeckt ihm der zynische Zugang zum heimischen Fußball. Der Traum vom Trainerjob bei einem Großklub bleibt ihm
Die Situation bei der Admira kann Tormann Jürgen Macho nicht erschüttern, der 35-Jährige hat im Fußball viel erlebt
Kühbauer bringt sehr viel Erfahrung mit Spanien Deutschland,überall dort wo er spielte war er auch der 6er schlechthin.Bin trotzdem der Meinung das Admira einfach zur guten Leistung die sie bringen auch viel viel Glück mit gewissen Entscheidungen gehabt haben siehe Sturmspiel ,siehe Austriaspiel,was auch noch dazukommt ist die Tatsache das sie auch Maßlos unterschätzt wurden,besonders von Sturm ,Austria,uns Salzburg,
die einen laufen wie die Teufel´n die anderen probieren esw im steh´n.In der Rückrunde werden sieh auch noch dranbleiben wegen Europa Liga usw.
Aber dann so denke ich wird alles wieder gerade gerückt werden.Trotzdem gratulation in die Südstadt.
jein.
das sind profis. die wissen haargenau, ob sie gut oder schlecht gearbeitet haben.
uns somit ist eine mannschaft in einer guten mentalen verfassung, wenn sie hinsichtlich ihrer arbeit einen guten grund dazu hat. profis sind motiviert und gut drauf, wenn sie eine chance sehen, ihr potenzial auszuschöpfen. und das können sie auch mit einem ganzen haufen motivationsgeschwätz nicht kompensieren.
"Natürlich wollen wir Ballbesitz haben. Das will jede Mannschaft, weil wenn du den Ball hast, brauchst du nicht soviel rennen."
Das mit dem weniger rennen stimmt so nicht mehr. Mannschaften wie Barcelona oder Spanien haben Ballbesitz und laufen mehr als der Gegner. Das Ballbesitzspiel dieser Mannschaften ist irrsinnig laufintensiv.
Ja und nein ;)
Ein solches Spiel erfordert von Spielern der Ball besitzenden Mannschaft eine enorm hohe Frustrationstoleranz, da sehr viele Wege gemacht werden müssen (um Optionenvielfalt zu generieren), die für den Einzelnen oft "unbelohnt" bleiben. Denn es kann oft vorkommen, dass z.B. Außenverteidiger viele Sprints in die Spitze machen, ohne jedoch angespielt zu werden. Das Reagieren der "schwächeren" Mannschaft ist dabei häufig weniger laufintensiv, wenn man zum Beispiel sehr tief steht und gut verschiebt.
genau das ist das geheimnis - gut auf den punkt gebracht.
wenn man sich die km leistungen durchrechnet, im wissen, dass beim kurzpassspiel der ballführende nahezu nicht läuft teilt sich die km leistung auf den rest auf, von welchen aber immer nur ein mann den ball bekommt. bedeutet y= spielerkm/9 womit man nahezu die leerläufe hat.
und das bedeutet bewegung ohne atempausen !
"Aber es geht immer um Erfolg und Misserfolg. Wenn du Erfolg hast, war die Taktik gut. Wenn du Misserfolg hast, ist dann immer die Taktik Schuld."
Dieselben Aussagen werden auch von den üblichen Verdächtigen (DiCo, Prohaska, Gregoritsch, Pacult, Krankl) immer und immer wieder getätigt.
Was hier noch fehlt ist: "Spiele werden nicht von Taktik, sondern von Spieler gewonnen" bzw. "die Wahrheit liegt auf dem Platz" etc.
Ich kann's einfach nicht mehr lesen/hören...
außerdem spielt immer noch eine portion glück mit (geht der pfostenschuss 2 cm weiter links hin dann springt er ins tor statt zurück ins feld).
zuviele spiele (von WM bis hinunter zur 2.Liga) sind schon allein durch zuviel entschieden worden.
und wenn nicht "die wahrheit liegt auf dem platz" gelten würde, dann würden immer dieselben trainer und dieselben mannschaften gewinnen.
In gewisser Weise gibst du mir ja damit sogar Recht. Wenn im Fußball immer eine Portion Glück/Zufall/Pech mitspielt, dann heißt das ja auch dass ich mit einer richtigen Taktik verlieren bzw. mit einer falschen Taktik verlieren kann, oder?
Man kann im Fußball gewisse unabhängige Variablen wie (Glück, Pech, Schiri) nicht komplett ausschalten, aber man kann zumindest versuchen sie soweit wie möglich zu minimieren. Und dazu braucht es eben oft auch eines ausgeklügelten taktischen Konzepts. Mehr wollte ich eigentlich gar nicht sagen.
Aber die Behauptung "wer erfolgreich ist, hat immer die richtige Taktik" ist schlicht und einfach falsch, oder anders formuliert: sie greift einfach viel zu kurz.
es "simmt" auch: "wer mehr tore schießt, gewinnt"
trotzdem muss man mit diesen weisheiten nicht immer hausieren gehen...
und ja: zur zeit reden viele kommentatoren von taktik, und auch das gefasel kann zur holen phrase verkommen. nichtsdestotrotz sollte man sich darüber im klaren sein, das taktik die chance beträchlich erhöhen kann, als sieger vom platz zu gehen.
"Auf jeden Fall müssen wir die Zweikämpfe annehmen".
"Im Fußball hast du einmal das Glück und einmal das Pech"
"Man versucht soviel Tore wie möglich zu schießen und vergisst nicht, dass man so wenig wie möglich kriegt"
Und jetzt mal ganz ehrlich: Wie kommt jemand auf die Idee den Typen als Teamchef sehen zu wollen? Diese Nullaussagen kann ich nach dem achten Bier auch noch rausstammeln. Ich weiß, seine intellektuellen/sprachlichen Fähigkeiten geben nicht unbedingt Aufschluss über die Qualität seiner Arbeit als Coach, aber solche Statements sind für einen modernen Trainer doch ziemlich peinlich.
"bei Ballverlust des Gegners muss man schnell handeln, schnell ausschwärmen, das ist im modernen Fußball extrem wichtig"
"Ohne Taktik, ohne System wirst du keinen Erfolg haben - In puncto Taktik, System muss man sich auskennen"
"Aber da muss man schon extremen Erfolg haben und den kannst du in Österreich nur über die Champions League oder internationale Spiele erreichen"
mal schauen, vielleicht mausert sich der gute zum spitzentrainer - es seih im vergönnt
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