Dreidimensionaler Sound

13. Oktober 2011, 19:12
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Zum Auftakts des Festivals Kontraste in Krems das wurde im Klangraum Minoritenkirche ein Acousmonium installiert

Krems - "Es versetzt dich in den Klang. Es ist wie das Innere eines Klanguniversums", sagte François Bayle einst über das von ihm 1974 in Paris entwickelte Acousmonium. Hinter diesem verbirgt sich ein Orchester aus Lautsprechern verschiedener Größen, die in unterschiedlichen Höhen und Abständen montiert werden und im Zuge der Aufführung elektroakustischer Musik ein plastisches, dreidimensionales Klangerlebnis ermöglichen.

Ein Acousmonium wurde in den letzten Wochen in der ehemaligen Minoritenkirche in Krems-Stein installiert, wo es das Herzstück das erstmals im neuen Gewand stattfindenden Kontraste-Festivals bildet, das von heute, Freitag, bis Sonntag ausgetragen wird.

Seit dem Jahr 2003 von den Kuratoren Jo Aichinger, Gottfried Hattinger und Matthias Osterwold als Labor für experimentelle Klänge positioniert, wurden 2010 die gebürtige Kremserin Annette Wolfsberger und der niederländische Medienkünstler Lucas van der Velden als neue künstlerische Leiter bestellt.

Nach John Cages Kompositionszyklus ist die erste Kontraste-Ausgabe des Duos Wolfsberger / van der Velden mit "Imaginary Landscapes" überschrieben. Die räumliche Erfahrung von Schall, das körperliche Eintauchen in klangliche Mini-Universen nimmt eine prominente Rolle ein, im Zentrum stehen Sound Art und Klanginstallationen.

Womit das Acousmonium zurück ins Spiel kommt, in dem etwa der in den Niederlanden heimische Posaunist Hilary Jeffery seine von einschlägigen Naturklängen inspirierte Komposition Forest uraufführen wird, die er selbst eine synthetische Soundwelt nennt.

Auch das Tandem KTL, hinter dem sich Peter Rehberg und Stephen O'Malley von Sunn O))) verbergen, ist am kommenden Samstag mit einer neuen Auftragsarbeit zu vernehmen, sonntags inszenieren u. a. Anthony McCall und Yutaka Makino in der Minoritenkirche licht- und nebeldurchflutete audivisuelle Landschaften. Während heute, Freitag, - nebst einem Werk von Jim O'Rourke - auch die historische Perspektive in Gestalt früher elektronischer Werke u. a. von Iannis Xenakis und Luc Ferrari ins Spiel kommt. Die Eröffnung erfolgt im Kremser Stadtpark in Gestalt einer "Laser Sound Performance" von Edwin van der Heide.  (Andreas Felber  / DER STANDARD, Printausgabe, 14.10.2011)

  • Peter Rehberg (li.) und Stephen O'Malley von Sunn O))) werden das 
Acousmonium beim Kremser Festival Kontraste einer Belastungsprobe 
unterziehen.
    foto: kontraste

    Peter Rehberg (li.) und Stephen O'Malley von Sunn O))) werden das Acousmonium beim Kremser Festival Kontraste einer Belastungsprobe unterziehen.

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