Steve Jobs war ein "Zivilisierer von Technik, die nur einer Elite zugänglich war"

Kolumne | 13. Oktober 2011, 18:27

Das Verrückte, das bleibt

"Die Menschen, die verrückt genug sind, zu glauben, dass sie die Welt ändern können, sind auch diejenigen, denen dies gelingt." Es war nur ein Werbespot, mit dem Apple mit dem Slogan "Think different" ohne jeden Bezug auf seine Produkte den Großen des 20. Jahrhunderts Tribut zollte: Menschen wie Gandhi, Picasso, Einstein oder die Callas.

Lächerlich

Aber es war auch das Programm, mit dem Steve Jobs 1997 an die Spitze der Firma zurückkehrte, die er 20 Jahre davor mit Steve Wozniak gegründet hatte. Die Annahme, dass er den Konzern vor der drohenden Pleite bewahren konnte, war mutig: Der Pionier, der mit Maus und Macintosh den Weg vorgegeben hatte, wie alle Computer eines Tages zu benutzen seien, war nur noch eine Randexistenz. Zu hoffen, Jobs könnte Apple wieder zu Größe führen, war lächerlich. Und gar zu glauben, Apple könnte der einflussreichste Wegbereiter digitaler Lebensart werden, war einfach verrückt.

Perfektion von Hard- und Software

Dabei scheint im Rückblick klar, dass es mit einer Neuauflage des Mac als iMac, besseren Notebooks und einer sanierten Firma für einen Verrückten wie Jobs nicht genug sein konnte. Ende der 90er-Jahre war der PC längst erfunden, im Wesentlichen ging es "nur" noch um die Perfektion von Hard- und Software.

Arroganz

Jobs hatte hingegen den Blick dafür, wie sich unsere Alltagskultur durch die Digitalisierung aller Lebensbereiche radikal wandelte. Für diese Transformation nicht nur die Werkzeuge, sondern auch den Lebensstil zu schaffen: Das war sein Weitblick und seine Anmaßung, die ihm manche als Arroganz auslegten.

Tempo

iPod, iTunes Store, Apple-TV, iPhone, iPad, iCloud. Vielleicht war es seine für Jobs unüberhörbar laut tickende Lebensuhr, die das atemberaubende Tempo vorgab. In seiner berühmten Stanford-Rede 2005 sagte er, dass er schon als Teenager von dem Satz berührt worden sei, er möge jeden Tag so nutzen, als sei es sein letzter. Carpe diem: Aus der Philosophie wurde 2004 mit der Krebsdiagnose unausweichliche Realität.

Während andere "Nerds" Code schrieben, besuchte er ein Kalligrafie-Seminar

Dabei war Jobs selten der Erfinder, sondern der Zivilisierer von Technik, die bis dahin nur einer schmalen technischen Elite zugänglich war. Während andere "Nerds" Code schrieben, besuchte er ein Kalligrafie-Seminar, dafür bescherte er uns einen Computer, der der Schrift und der Symbole mächtig war.

Dieser Zugang erboste auch viele derer, die das Neuland der Technologie vermeintlich zuerst besiedelt hatten. "Nichts Neues" war und ist eine oft an Apple-Produkten geübte Kritik.

"the rest of us"

Aber das Neue war: vorauszusehen, was möglich ist, und dafür das Design finden, das es "the rest of us" (Slogan des ersten Macintosh) ermöglicht, diese Technik zu verwenden. Mehr noch: als eine Erweiterung unserer persönlichen Fähigkeiten zu lieben.

Jobs hat die Realität unseres digitalen Lebens tatsächlich geändert

"Reality distortion field" wurde Jobs Fähigkeit genannt, Menschen für eine Idee zu begeistern, die noch keiner so richtig sah. Gemeint war: Sobald man sich nur aus dem Bann des Magiers löste, würde man schon sehen, wie verrückt die Idee war. Aber was nach dem Abgang des Sehers bleibt, ist keine Illusion: Jobs hat die Realität unseres digitalen Lebens tatsächlich geändert. (helmut.spudich@derStandard.at PERSONAL TOOLS HELMUT SPUDICH, DER STANDARD Printausgabe 14. Oktober 2010)

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Apple

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 106
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McDaniels
01
14.10.2011, 17:37
Mein Fehler!

ich entschuldige mich hiermit für meinen Post (weiter unten) und gebe zu, den Artikel nicht zu Ende gelesen zu haben.

Erst lesen, dann posten ist doch besser... :-)

i am austrian
13
14.10.2011, 11:38

meiner lieber schwan.
jetzt ists dann aber mal gut mit den ganzen Jobs Artikeln.

Herman Toothrot
01
14.10.2011, 12:23

vor allem weil der ritchie artikel genau zwei absätze hatte.

Def_?_1st-sling-shot-army
02
14.10.2011, 11:25
Danke - ganz meine sicht

jobs hat nicht efunden

- grafische oberfläche
- flash- musik abspielgeräte
- smart telefone
- tablett - computer
- ...

aber er hat sie marktreif gemacht und den markt gepusht - innovation by redesign
und er konnte teams konsequent zum ziel führen

ohne ihn ist ja apple heruntergewirtschaftet worden

ich bleib trotzdem ein nicht-apfel

hp12c
11
14.10.2011, 11:16
haben eigentlich alle den artikel gelesen?

es steht nirgens dass jobs ein gandhi war oder auch nur ansatzweise vergleichbares geleistet hat...

es wird beschrieben, dass apple mit werbespots vor jahren den großen wie einstein gandhi u nd co tribut zollte.

nicht dass jobs in der rige sei... (auch wenn er das für manche sein mag... )

apple verzichtete in der werbung darauf ihr produkt zu präsentieren (im gegensatz zu heute) - es waren nur nachdenkliche worte damals, was gandhi und einstein großes geleistet hatten, weil sie anders dachten als die meisten - darauf hin brachte apple den werbeslogan "think different" groß raus...

ohne produkt - nur als einstellung.

viele konnten sich damit identifizieren, mit der einstellung nicht der marke.

könnt mich aufregen wenn ich Zeit hätte
00
14.10.2011, 17:46

Nein die meisten lesen oder verstehen das gar nicht.
Sie sehen nur einen Bericht über Job und lästern.

czech
00
14.10.2011, 10:59

wenn er vor dem iphone gestorben wäre gebs wohl weniger trara, habe aber auch keinerlei probleme mit dem trara

trollpower
00
14.10.2011, 10:40

oh ein Steve Jobs Artikel, nun sind wir gleich im 2 Stelligen Bereich. ich sehe schon die Überschrift:
Irecyle, auch Steve Jobs dachte an die Umwelt!
Steve Jobs plante den IPfleger, hochglanzpolierte Pflege für jederman! (mit vielzuviel Kleingeld)
Icook (ed)! kaufen sie jetzt die beliebtesten Nudelrezepte ihres Superhelden.
uvm.

rolin
22
14.10.2011, 10:31

Ich werde das Gefuehl nicht los, dass viele, die sich hier aufregen, Apple Produkte (nicht nur die mit einem “i” vorne dran) und die Philosophie und Geschichte Apple's und Steve Jobs' nur vom Hoeren Sagen kennen.

Hier sind so viele Vorurteile, neidische und respektlose Kommentare, Schwarzweissmalerei und engstirnige Sichtweisen unterwegs!

Aber ich vergesse auch immer, dass die meisten hier ja Oesterreicher in Oesterreich sind … das erklaert einiges…

Mathias Steinlaus
 
11
14.10.2011, 10:26
Jobs hat die Realität unseres digitalen Lebens tatsächlich geändert.

Steve Jobs hat die digitalen Geräte DAU-freundlicher gemacht ... woran Bill Gates mit Microsoft gescheitert ist, konnte Jobs dank der vielen Einschränkungen erreichen ...

waldmeister
 
20
14.10.2011, 09:51
Captn Ahab und der weiße Hai IOS

Dieser Mann hatte all seine Kraft und Energie auf sein Projekt fokussiert, dem zollen wir unserem ganzen Respekt.
Seine natürliche DNA und seine Kind hat er nicht wahrgenommen oder anerkannt, dieser blinde Fleck irritiert zugleich, das zu seiner menschlichen Größe.

Funk1
00
14.10.2011, 09:43
jobs war kein erfinder

er war perfektionierer

Teraniel
1011
14.10.2011, 09:37

Steve Jobs mit Personen wie Einstein oder Gandhi zeigt nur welchen Schaden er und seine "zivilisierung" angerichtet haben.
Einstein revolutionierte unser gesamtes Verständniss der Physik. Ghandi zeigte uns dass im Menschen Potential für etwas besseres steckt.

Steve Jobs setzte ein "i" vor das Wort Mac...

Egal wo man hinschaut Steve Jobs Steve Jobs Steve Jobs.. der Name allein löst bei mir schon einen Würgereflex aus.

Jobs hat nichts erfunden, er hat nichts verbessert er hat nicht die welt verbessert und das ist fakt.
Das einzige was er bewirkt hat ist das heute jeder 2te mit einem Smartphone herumläuft das er zu 90% nicht versteht und zu 80% nicht nutzt.

einer123
02
14.10.2011, 11:29

steht doch im artikel, dass er dem computer die schrift gelehrt hat

czech
00
14.10.2011, 11:28

als wie wenn apple das smartphone erfunden hätte, negativ

hp12c
13
14.10.2011, 11:12
nun

das i vorm mac war nicht von jobs - der wollte den "erfinder" davon sogar feuern - bis er sich eines besseren belehren lies...

was jobs revolutioniert hat, trägt sehr wohl zum wohlstand der menschheit bei, ja auch zur freiheit (wenn das für einige wohl auch lächerlich klingen mag, weil ios ein geschlossenes system ist - inklusive der gesamten apple welt - dem widerspreche ich nicht)

aber was apple (nicht jobs alleine) revolutioniert hat ist wie menschen miteinander kommunizieren. wie sie sich information beschaffen können. wie sie sie nutzen können und dabei auch noch spaß haben.

ich rede hier vom personal computer (der erste erschwingliche rechner war ein apple...) über musik (itunes und ipod) über smartphones hin zum tablet...

self = [super init];
54
14.10.2011, 10:11

Aus deinem Posting geht nur eines hervor: du magst Jobs nicht. OK, völlig in Ordnung.
Ich würde ihn zwar auch nicht mit Einstein oder Gandhi vergleichen, trotzdem hat Jobs in seinem Bereich großes geleistet und die Welt sehrwohl verändert.

Man muss Jobs nicht mögen, aber seine Leistung sollte zumindest anerkannt werden und ohne ihn würde die gesamte Tech-Welt mit Sicherheit anders aussehen. Glaubst du nicht? Du schreibst es ja selbst in deinem Posting: "Das einzige was er bewirkt hat ist das heute jeder 2te mit einem Smartphone herumläuft ..." ;-)

Teraniel
20
14.10.2011, 13:41

Das Problem ist aus meiner Sicht einfach dass die positiven seiten seinens schaffen von den negativen folgen - sprich den fanboys - vollkommen überschattet werden wenn ich jede woche darauf angesprochen werde ob ich nicht mein Desire-Z nicht gegen ein iphone tauschen will.

Apple fanboys sind militanter als so manche sekte und mindestens genau so verkorkst. Geräte benutzerfreundlich machen ist gut und schön aber apple fördert damit die allgemeine verdummung weil absolut alles vorgekaut wird und die leute deshalb der meinung sind ein mp3-player ist sowas wie ein ipod.

Mal schaun ob unbedeutende Personen wie Stephen Hawking dann vllt mit den wichrklich wichtigen personen wie steve jobs verglichen werden wenn sie sterben...

weiter lesen
00
15.10.2011, 18:53
hm..

..du schreibst von positiven und negativen Seiten.

Wegen Ghandi hat sich Indien gespalten.
Interessiert sich auch niemand dafür.

McDaniels
25
14.10.2011, 09:15

Oh mein Gott, ich bin minderwertig! "Nur einer Elite zugänglich?"

Gerade diese Elite ist es, die rein vom technischen Know How her oft wenig elitär ist... :-/ Weil eben nur auf "haben will und haben muss" programmiert.

hp12c
00
14.10.2011, 11:13
mit elite

ist vermutlich gemeint, dass in z.B. afrika relativ wenig ein iphone haben werden...

mit elite ist die industrialisierte welt wohl eher gemeint...

bedarf ist keine konstante
02
14.10.2011, 13:21
mensch, so schwer ist die headline aber auch nicht...

früher waren pcs nur für die elite, weil nicht leistbar... der mac kam dann relativ günstig raus.

smartphones waren funktionell nur für die "elite", wurden durch apple massen- und dau-tauglich gemacht.

tablets gabs mehr oder weniger nicht, bzw hauptsächlich tablet-pcs die auch von einer eher kleinen elitären menge verwendet wurden.

steve jobs hat, ob man apple mag oder nicht, diverse produkte massenmarkttauglich gemacht und genau das will die schlagzeile mMn aussagen.

hp12c
00
14.10.2011, 13:56
klingt gut

könnte wohl so gemeint sein ^^

rolin
04
14.10.2011, 10:06

Du bist anscheinend schon an der Headline gescheitert…

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