1:0 für den Ungehorsam

Kommentar |

Auf den ersten Blick scheint nicht viel vom großen "Aufruf zum Ungehorsam" geblieben zu sein - Es lohnt sich ein zweiter Blick

Auf den ersten Blick ist man geneigt, an ein Zitat des römischen Dichters Horaz zu denken: "Parturient montes, nascetur ridiculus mus - Es kreißen die Berge, zur Welt kommt nur ein lächerliches Mäuschen". Viel scheint nämlich nicht vom großen "Aufruf zum Ungehorsam" geblieben zu sein. Im August waren die Fronten zwischen Kardinal Christoph Schönborn und Helmut Schüller verhärtet, ernste Konsequenzen für die aufmüpfigen Pfarrer standen im Raum. Zwei Monate später lichten sich jetzt plötzlich die Weihrauchnebel. Die Basisreformer bekunden ihre Loyalität gegenüber der Amtskirche, Schönborn verspricht, die Anliegen der Pfarrerinitiative mit in die Bischofskonferenz zu nehmen. Der Friede sei mit euch - und ab sofort bitte wieder mehr Gehorsam.

Doch es lohnt ein zweiter Blick. Letztlich verbirgt sich nämlich hinter der - augenscheinlich typisch österreichischen - Kirchenlösung eine kleine Sensation, die wohl auch weltkirchlich Beachtung finden wird. Erstmals ist mit Helmut Schüller eine ganze Reihe an Priestern aufgestanden und hat sich öffentlich dazu bekannt, nicht streng nach Kirchenrecht zu leben. Und in der Chefetage hat man das jetzt im Austausch gegen eine Loyalitätsbekundung ohne weitere Konsequenzen hingenommen. Was verwundert, denn Offenheit wurde bislang von den Bischöfen gestraft, nur die heimliche Sünde toleriert. Der Punkt geht also klar an die Pfarrerinitiative. (DER STANDARD; Printausgabe, 14.10.2011)

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15 Postings

Wenn all jene, die die Pille oder ein Kondom verwenden, nicht mehr in die Kirche gingen, könnten sie diese wirkllich zumachen.

Wenn all jene, die mal mit dem Auto zu schnell fahren...

... auf die österreichische Staatsbürgerschaft verzichten würden, gäbe es bald nur noch ein paar Österreicher. (Die Wahlergebnisse wären dafür dann sehr spannend...)

Welche "Konsequenzen" sollte es denn geben? Zig Pfarrer rausschmeissen, etwa? Das kann sich die Kirche, bei ihrer Personalknappheit, nicht leisten. Die Tatsache, dass der Konflikt zugeschüttet wird, ist eher ein Erfolg für Schönborn, als für Schüller.

warum Postings zu diesem thema nicht angezeigt werden (auch nicht nach 4 Stunden) ist unklar, aber daß die Amtskirche ihre Existenzberechtigung schon lange verloren hat wohl auch.
Der Konkordat muß wegen Ungleichbehandlung der Bürger abgeschafft werden. Oder hat jeder Priester einen Vatikandiplomatenpass?

Si tacuisses ...

Wenn du geschwiegen hättest, wärst du Philosoph geblieben. Die Pfarrerinitiative bekennt sich nicht dazu, nicht streng nach Kirchenrecht zu leben (das wäre ihre persönliche Angelehenheit), sondern als Amtsträger nicht nach diesem zu handeln!!! Es geht hier ergo nicht um persönlich auszuräumende Differenzen, sondern darum, die Stimme für die betroffenen Menschen zu erheben, die unter den Konsequenzen dieses Kirchenrechts, nämlich dem unmenschlichen Umgang mit wiederverheirateten Geschiedenen, Ökumene als Fremdwort, den autoritären Strukturen etc. zu leiden haben. Also Bitte noch einen dritten Blick mit Brille.

Aber Ökumene

IST ein Fremdwort :-)

1:0

für Dich :-)

1:0, und das bedeutet?

Ist Schüller evangelisch verheiratet? oi?

Ging's bitte ein bisserl genauer, sonst lohnt sich das Lesen nämlich nicht!

Resi

also das thema ungehorsam ist mittlerweile derart abgelutscht daß es wirklich niemanden mehr interessiert," ungehorsam" sind heute alle pseudointellektuellen und jene die es ihnen in ihrer profilierungssucht gleichtun wollen, mit einem wort: arme hascherln

und du bist ein echter intellektueller?

merkt man das nicht?

Hä?

Also die Behauptung wird in diesem Randartikel mit keinem Argument oder Beispiel gestützt. Es bleibt nach dem Lesen dieser schale Beigeschmack, der auf das Totschweigen von endlich notwendigen Reformen hinweist.

na also

Ich nehme an, Sie meinen,

in der Standard-Redaktion?

Hä?

Also die Behauptung wird in diesem Randartikel mit keinem Argument oder Beispiel gestützt. Es bleibt nach dem Lesen dieser schale Beigeschmack, der auf das Totschweigen von endlich notwendigen Reformen hinweist.

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