Kunst & Kognitionsforschung

Wie schafft es das Gehirn, Schatten und Loch zu unterscheiden?

13. Oktober 2011, 17:36

Neue Forschungsplattform für "Cognitive Sciences" an der Uni Wien

Wien - Was unterscheidet einen Schatten von einem Loch? Aus Sicht der Kognitionsforschung ist diese Frage durchaus komplexer als es auf den ersten Blick den Anschein hat. Eine Antwort darauf, wie das menschliche Gehirn diese Unterscheidung trifft, wollen Kognitionswissenschafter nun auch in der Kunst finden. "Künstler verstanden Wahrnehmung viel früher als Wissenschafter das taten", erklärte Patrick Cavanagh, der an der Harvard University das Vision Sciences Laboratory leitet.

Maler und Zeichner hätten erstaunliche Probleme gelöst, wie man etwa mit einfachen Mittel einen Schatten darstellt oder noch schwieriger, die reflektierende Oberfläche eines Spiegels. Aus diesem Grund nutzen die Kognitionsforscher Kunst, um zentrale Funktionen unseres Gehirns wie Wahrnehmung zu verstehen.

Kritische Masse an Kognitionswissenschaftern in Wien

Mit Beginn dieses Jahres hat an der Universität Wien die Forschungsplattform "Cognitive Sciences" zur Erforschung des menschlichen Wahrnehmungs- und Denkapparats ihre Arbeit aufgenommen. Rund 40 Wissenschafter verschiedenster Fachgebiete - von der Kunstgeschichte über die Psychologie bis zur Kognitionsbiologie - arbeiten im Rahmen dieser Plattform interdisziplinär an verschiedensten Projekten. Beteiligt sind nicht nur Wissenschafter von neun Fakultäten der Uni Wien, sondern auch Forscher der Medizinischen Universität Wien, der Akademie der Wissenschaften oder außeruniversitärer Forschungseinrichtungen. "Es geht darum, eine kritische Masse an Kognitionswissenschaftern aus den verschiedensten Bereichen zu erreichen", erklärte der Vorstand des Instituts für Psychologische Grundlagenforschung und stellvertretende Leiter der Plattform, Helmut Leder.

Der Öffentlichkeit will sich die Forschungsplattform jährlich im Rahmen der Gombrich-Lecture präsentieren, benannt nach dem britischen Kunsthistoriker mit österreichischen Wurzeln, Sir Ernst Gombrich. Am Donnerstag sprach Patrick Cavanagh, der neben Harvard auch an der Universite Paris Descartes und am Dartmouth College arbeitet, zum Thema "Der Künstler als Neurowissenschafter".

Cavanagh geht von der Beobachtung aus, dass Brüche von physikalischen Gesetzmäßigkeiten in der bildenden Kunst, wie verzerrte Schatten oder unmögliche Lichtverhältnisse oft unbemerkt am Betrachter vorbeigehen, nicht als störend empfunden werden oder als realitätsfern auffallen. Der Wissenschafter argumentiert das mit den vielfältigen Vereinfachungen, die unser Gehirn einsetzt, um visuelle Darstellungen schnell und effizient verarbeiten zu können.

Simpler Algorithmus

Künstler hätten schon früh verstanden, solche "Tricks, Abkürzungen und Vereinfachungen" für ihre Bilder zu nutzen. Ein Spiegel in einem Bild müsse nicht akkurat und hyperrealistisch gemalt werden, um als solcher wahrgenommen zu werden. "Man muss nur ein paar Dinge wie Reflexionen einsetzen, damit etwas wie ein Spiegel aussieht. Das deutet darauf hin, dass unser Gehirn einen sehr simplem Algorithmus hat, um zu entscheiden, ob das ein Spiegel ist", so Cavanagh.

Er habe einmal versucht, eine Liste zu machen, was wichtig ist, um einen Schatten als solchen wahrzunehmen, etwa dass man im Schatten die gleiche Textur wie in der unmittelbaren Umgebung findet. "Wir haben 20 Punkte gefunden, tatsächlich geht es aber nur darum, dass der Schatten einfach dunkler sein muss als seine Umgebung", so der Wissenschafter. Und Leder betont: "Unser Gehirn ist höchst komplex, aber nicht alles was wir tun, um die Welt wahrzunehmen, muss deshalb komplex sein. Die Vereinfachungen und Abkürzungen, die wir nutzen, machen das Gehirn so effizient." (red/APA)

schwejk
00
15.10.2011, 01:51

"... tatsächlich geht es aber nur darum, dass der Schatten einfach dunkler sein muss als seine Umgebung", so der Wissenschafter

na, da hat sich der ganze einsatz von geld und hirnschmalz am ende doch gelohnt.
und bei der lecture ist für heiße diskussionen gesorgt.

mein tipp: einen guten comic-zeichner einladen. der könnte den herren ein licht aufstecken.

Carlos Clementin
00
14.10.2011, 23:10

Betrachtet man Schatten sind die nie 100% Schwarz und 1:1 ins Umgebungsbild passend, Löcher können auch eine Texturenthalten, die sich aber von der Umgebung abhebt - Ausnahme: man sieht exakt senkrecht drauf und das Bild dahinter matched mit der äusseren Textur (einfach bei Einfärbigen Wänden etc) . Dann kann aber immer noch durch die Perspektive der Rand eine Abgrenzung bilden, wenn er Dick genug ist.

Mokka Sinn
00
14.10.2011, 13:59
Jedes Loch hat einen Schatten..

werwolfi
00
14.10.2011, 15:33

jedes a*schloch auch... ;oP

MASCH49
 
01
14.10.2011, 14:52
Das ist ganz falsch ...:

Wo ein Loch, da kein Schatten!
Loch und Schatten treten nie ge-
meinsam auf. Wenn Schatten dann
kein Loch, wenn Loch dann kein Schatten.
Schatten gibt's nur ohne Loch. Das weiss man
doch.

Doktor Jörg Haider
00
14.10.2011, 17:54
Gilt nur im 2D ;-)

Carlos Clementin
18
13.10.2011, 22:04

Löcher wurden vom Lochgott erschaffen.
Er sagte: Sehet her, hioer habe ich Nichts mit Etwas drumherum - das habt ihr fortan Loch zu nennen.
Ihr findet es in Euerer Brieftasche, im Budget, im Mottenbeaffellen Hemd, am Golfplatz.
Und das Loch ist eigentlich männlich - LochEr

Gefälschte Löcher nennt man Schatten, Da ist Etwas mit Etwas drumherum...
zu Unterscheidung kennen wir das Etwas bevor es die Lochfarbe bekam. ,....

Herzerzog Johann
00
13.10.2011, 21:53
Löcher sind dreidimensionale Schatten

sagt der Hausverstand in aller Beschränktheit.

:))

Schatten sind zweidimensionale Löcher ist natürlich auch möglich.

Emiliano Zapata
 
01
14.10.2011, 12:50
"Schatten sind zweidimensionale Löcher"

erzähl das mal dem lochgott...

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