EU-Beitrittsfrage

Sendestörung zwischen Brüssel und Ankara

Markus Bernath aus Istanbul, 13. Oktober 2011, 17:07

Beitrittsfrage: Die EU ist unentschlossen, die Türkei hat übermäßiges Selbstvertrauen

Die türkische Seite ist verärgert, die Brüsseler versucht am Tag nach der Vorstellung des jährlichen Berichts zum Fortgang der Beitrittsverhandlungen zu beruhigen: Die Türkei sei ein wichtiger strategischer Partner für die EU, erklärte Erweiterungskommissar Stefan Füle in einem Studio-Interview mit dem türkischen Nachrichtensender NTV.

"Partner" aber wollen die Türken nicht hören. Es kann nur die Vollmitgliedschaft sein, sagte Europaminister Egemen Bagis. Doch in Wahrheit schwindet der Glaube daran. "Weder bei der Regierung noch bei der Opposition, den Intellektuellen oder im Volk ist das frühere Interesse am Thema EU geblieben", stellte Murat Yetkin, ein einflussreicher Kommentator, am Donnerstag in der liberalen Tageszeitung Radikal fest.

"Wir sind an einem kritischen Punkt", sagt eine EU-Quelle, die wegen der Kritik, die sie übt, nicht genannt werden will. Der Unentschlossenheit der Europäischen Union in der Frage des Türkei-Beitritts stehe ein übermäßiges Selbstvertrauen der türkischen Führung gegenüber, gedopt durch das hohe Wirtschaftswachstum und die Wahlsiege.

Die Folge: Weder die EU-Kommission noch einzelne Regierungen innerhalb der Union haben den Einfluss auf das Land, den sie zwischen 2000 und 2005, dem Beginn der Beitrittsverhandlungen hatten. "Wir sind nicht mehr die treibende Kraft für Reformen in der Türkei", sagt die Quelle. Entsprechend scheint Ankara heute auch nicht mehr gewillt, Empfehlungen aus Brüssel oder gar Forderungen anzuhören, die sich aus den 33 Verhandlungskapiteln ergeben - und mit rund fünf Milliarden Euro Beitrittshilfe zwischen 2007 und 2013 versüßt werden.

Denn wenn ein Teil der Kapitel wegen der Zypernfrage blockiert ist und ein anderer nicht geöffnet wird, so läuft auf der Ebene von Gesetzes- und Richtlinienänderungen die Annäherung an die Standards innerhalb der EU weiter. Nur eben äußerst langsam und ungleich. So bescheinigte der jüngste Bericht des Erweiterungskommissars der Türkei deutliche Fortschritte in Kapiteln, die das Unternehmerrecht betreffen, geistiges Eigentum oder transeuropäische Netzwerke in Energie und Verkehr.

Bei Fragen aber, die den demokratischen Kern des Staates berühren, vergibt Brüssel seit Jahren praktisch gleichlautend schlechte Noten: Meinungsfreiheit, überlange U-Haft-Zeiten, Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen, Umgang mit den Minderheiten.

Nur die kontinuierlich wachsende Kontrolle der gewählten Regierung über das Militär sticht als positives Ereignis hervor. Sie ist allerdings ein Ergebnis des Machtkampfs, den Premier Tayyip Erdogan gegen die Generäle führt, nicht etwa dem Druck der EU geschuldet. (Markus Bernath aus Istanbul, STANDARD-Printausgabe, 14.10.2011)

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Posting 1 bis 25 von 103
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uruguay
 
00
18.10.2011, 20:18
da sieht man Zypern auch nicht auf deiner Wunschkarte Europas!

DirtyHarry
00
26.11.2011, 17:03

ja, auch zypern ist nicht in europa

zypern ist jedoch ein gutes beispiel dafür, dass alleine durch einen eu-beitritt nichts verbessert - es wird nur geld aus mitteleuropa abgesaugt - im falle zypern halten wir das noch aus - weil zypern klein ist, die türkei würde die eu jedoch endgültig sprengen

Dirty Dancing
00
17.10.2011, 10:48

Ähm... wo liegt Zypern?

Halbmond
15
15.10.2011, 09:11
Hier solte man fragen,,,,,,,braucht die Türkei noch die EU ?

Hejaro Kardox
54
15.10.2011, 18:45
Brauct die EU die faschistische Türkei?

Gurben Gurben
01
7.11.2011, 00:14

Eine marxistische PKK schon gar nicht

Standard Leser4
 
21
15.10.2011, 12:58
Wuerden Sie sich Bittte endlich entscheiden was Sie wollen...

Zuerst moechten Sie d die EU mit der Tuerkei teilt, dann fragen Sie ob die Tuerkei die EU nocht braucht!
Was wollen Sie eigentlich ?

Sahin's Zahnlücke
12
15.10.2011, 23:24
Diese Frage muss sich die EU stellen

Obwohl die EU hat die Verhandlungen eröffnet hat und nicht die Türkei, torpedieren einige EU-Staaten(FR,BRD) gegen diese Verhandlungen.

Osman Mert
14
15.10.2011, 14:52

was soll denn die eu mit der türkei teilen? schulden? es gibt nichts mehr zu teilen, die eu ist pleite, sehen sies endlich ein und kommen sie runter von ihrem hohen ross.

Standard Leser4
 
21
15.10.2011, 17:33

Wirklich die EU ist pleite ? Seit wann ? Wenn einer Ihrer Tuerkischen Grossfamilie von 27 Leuten Schulden hat, was machen Sie dann helfen ? oder die gesamte Familie bankrot erklaeren ?

Sunny Boy3
11
15.10.2011, 17:51
Betrug!

Das Problem ist,dass die Familienmitglieder(so wie sie es beschreiben ist es sowieso nicht!),kein Bock auf Lug und Betrug haben,wie im Fall Griechenland!

Ein 3.Welt-Agrar-Land hat sich in die Euro-Zone und sogar in die EU(EWG) geschummelt! Die CSU nennt es Blinderpassagier!

Und das muss jetzt der hart arbeitende Bürger in den West-Europäischen Ländern mit seinen Steuergeldern finanzieren oder was?

Jedes Land sollte mit voller härte spüren,was es verbockt hat..und nicht nur die Türken!

Standard Leser4
 
31
16.10.2011, 17:27

Ach die armen Tuerken, sie werden ja so schlecht behandelt. Mir kommen gleich die Traenen.

Kubilay Aslan
33
15.10.2011, 11:46
Bevor die Eu die Reparationszahlungen wegen der PKK unterstützung mit etlichen Toten in der TR nicht beglichen wurde würde ich als Türke keine ruhe geben.

Hori zontal
46
14.10.2011, 22:08
Danke Danke

Danke an alle lieben Österreicher die, die Türkei vor der EU schützen wollen. Echt nett von euch das ihr euch so bemüht, dies beweist wie gern ihr und doch eig. habt.

so und jtz mal ne kleine Mathematisch-Geschichtliche Auffrischung an meine lieben Österreicher.
erster WK 1914-1918 Österreich Hauptbeteiligt bzw. Auslöser
zweiter WK. 1939-1945 Österreich Hauptbeteiligt bzw. diesmal schön rausgeredet mit "erstes Opfer"

-1914 - 2011 = 97 Jahre also genau 3 Genrationen.

In drei Genrationen zwei Weltkriege verursachen aber immer noch groß daher reden das ist doch echt unverschämt meine lieben Leute.

PS: jetzt kommt mir ja nicht mit dem bösen Osmanen, weil mit dem wart ihr mal früher verbündetet zB. im ersten WK ;)

Meingott Schrammel!
 
00
19.10.2011, 18:26

Sehr brav aufgepasst in Geschichte! Ein Plus und setzen.

Nur, was hat das mit der EU von heute und der Türkei von gestern zu tun??

Kleine Themaverfehlung? Na dann doch eine Fünf und sitzenbleiben.

Halbmond
11
15.10.2011, 08:31

richtig,,,,,,,und brillant..!!

Ravenhorst
00
14.10.2011, 23:38
die Türkei war vor 3 Generationen ein anderer Staat als heute

Herr Kemal Atatürk war ja im Vergleich mit heutigen türk. Politikern eine sehr modern denkender, zukunftsorientierter Polit-Stratege und hatte mit Islamismus nichts am Hut.

Halbmond
00
15.10.2011, 11:53
Da haben sie recht das er nich gerade religiös war und nichts am hut hatte,,,aber

wenn er sehen würde wie man mit der Türkei heute umgeht,wäre er sicher nicht glücklich gewesen der Sayin Pascham(Atatürk).

solte man auch nicht vergessen.

Ataösi
09
14.10.2011, 15:20
Ich hab's!

Die EU hat keine Zeit... muss die Bürger momentan verarschen... wenn die Bürger aufmocken... dann wird wieder auf die Türkei eingeschlagen... so dass die Bürger zwar die EU Schulden tragen... aber "der Feind" draussen bleibt...

Die EU Politiker sind der Hammer und hoch lebe die EU Bevölkerung!

Das ist der Grund, warum kein Politiker die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei endgültig stoppen möchte, mit was sonst, liesse sich so einfach beim Volk Punkte sammeln?

Hejaro Kardox
63
14.10.2011, 11:33
Das ist noch harmlos, wie der Standard die Türkei beschreibt.

@Der Srabdard: Bei Fragen aber, die den demokratischen Kern des Staates berühren, vergibt Brüssel seit Jahren praktisch gleichlautend schlechte Noten: Meinungsfreiheit, überlange U-Haft-Zeiten, Diskriminierung und Gewalt gegen Frauen, Umgang mit den Minderheiten.

Die Minderheiten oder ein Volk wie Kurden werden zuzeit in der Türkei diskriminiert. Die Verhaftungswelle und Operationen kennen keinen Grenzen mehr.

Das Militär und Polizei macht zuzeit alles mit Kurden, nur die Kurden nicht in Ruhe lassen.

Alle kurdischen Bürgermeisterinnen, Vorsitzenden oder Stellvertreterinnen der BDP werden tagtäglich festgenommen und sitzen ganz schön in türkischen Gefängnissen.

Dann das Gesetz ist auf der türkischen Seite, aber auch die Macht.

MfG

Hori zontal
03
14.10.2011, 22:14
lieber herr Hejaro

Sind sie sich im klaren das alle verhafteten Kurden und alle verhafteten bzw. festgenommenen Politiker mit der PKK in Verbindung stehen ???

Ich hoffe sie sind sich bewusst alle die nichts mit PKK zu tun haben ganz normal ihre Tätigkeiten nachgehen können, ohne irgendeine Befürchtung zu haben.

UND beantworten sie mir diese Frage bitte:
würde es einen Bürgerkrieg geben zwischen 15mil. Unterdrückten und 55 mil. Unterdrückern, unter normalen Umständen ???

Standard Leser4
 
21
15.10.2011, 12:46
Wirklich, sind Sie ganz sicher, alle verhafteten Studenten, Journalisten etc sind alle bei der PKK ?

Interrupt
01
15.10.2011, 21:01
bei den journalisten würde ich nicht drauf wetten

aber bei den studenten traue ich mich das ganz locker.

Halbmond
10
15.10.2011, 08:33

das hat kein sinn nicht,,,.

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