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Pressekonferenz von Ärzte ohne Grenzen nach der Entführung von zwei Mitarbeiterinnen

Ein Flüchtlingscamp in Dadaab, wo zwei Mitarbeiterinnen von "Ärzte ohne Grenzen" entführt wurden.
Addis Abeba/Mogadischu - Zwei spanische Mitarbeiterinnen der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) sind in Kenia entführt und vermutlich nach Somalia verschleppt worden. Die örtliche Polizei ging am Donnerstag davon aus, dass die Entführer zur radikalislamischen Shabaab-Miliz gehören. Der Fahrer der beiden Spanierinnen, ein Kenianer, sei durch Schüsse schwer verletzt und aus dem Fahrzeug geworfen worden, sagte eine Polizeisprecher.
Auto an Grenze zu Somalia entdeckt
Die Kidnapper nutzten bei ihrem Überfall im Flüchtlingslager Dadaab einen allradgetriebenen Wagen. Die Ermittler setzten einen Hubschrauber ein, um nach den Entführten zu suchen. Schwere Regenfälle behinderten jedoch die Suche. Zunächst wurden keine Lösegeldforderungen der Entführer bekannt. Von den beiden in Kenia entführten spanischen Mitarbeiterinnen der Organisation "Ärzte ohne Grenzen" fehlt jedoch jede Spur. Der britische Sender BBC berichtete am Freitag, Sucheinheiten hätten ein verlassenes Fahrzeug in der Nähe der Grenze zu Somalia entdeckt. Es ist wahrscheinlich, dass die Helferinnen von ihren Kidnappern in das Bürgerkriegsland verschleppt wurden.
Im Flüchtlingslager Dadaab in der Nähe der somalischen Grenze arbeiten zahlreiche Hilfsorganisationen. Das Camp ist mit rund 450.000 überwiegend aus Somalia stammenden Menschen das größte der Welt. Der Fall der verschleppten MSF-Helferinnen ist die dritte Entführung ausländischer Staatsbürger in Kenia in den vergangenen Wochen. Zuvor waren eine Französin und eine Britin aus einem Urlaubsort in der Nähe der somalischen Grenze entführt worden.
SOS-Kinderdorf besetzt
Nach schweren Gefechten rund um das SOS-Kinderdorf in Mogadischu fordert die Hilfsorganisation die Regierungstruppen auf, das von ihr besetzte Gelände zu räumen. Die Helfer hatten das Dorf evakuiert, weil es vor wenigen Tagen ins Kreuzfeuer von Soldaten der somalischen Übergangsregierung und der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz geraten war. Seitdem ist das gesamte Viertel von der Armee besetzt und die Helfer können nicht mehr in das Dorf.
Bei den Kämpfen war auch ein SOS-Kinderdorf-Mitarbeiter durch eine Granate getötet worden. Sein Leichnam konnte laut Mitteilung der Organisation vom Donnerstag bisher nicht geborgen werden. Der SOS-Kinderdorf-Leiter von Somalia Ahmed Ibrahim bat die Regierungstruppen eindringlich, den Körper des getöteten Kollegen freizugeben. "Das ist ein humanitäres Grundrecht", sagte Ibrahim. (APA)
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