Grüner Bundeskongress

Glawischnig: "Partei ist neu aufgestellt"

13. Oktober 2011, 15:41
  • Artikelbild
    foto: apa/hochmuth

    "Ich will Umfragedaten nicht überbewerten, aber wir liegen da jetzt konsequent gut, und ich glaube, da ist bis 2013 auch noch einiges drin", sagt die grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig. 

Statutenänderung bringt längere Funktionsperioden - Grüne stellen Bedingungen für ESM-Zustimmung

Wien - Die Grüne Bundessprecherin Eva Glawischnig will ihrer Partei bis Jahresbeginn 2012 eine "wahlkampfmaßgeschneiderte Struktur" geben. Zu diesem Zweck soll beim Bundeskongress am kommenden Wochenende (15./16. Oktober) in Innsbruck eine Statutenänderung beschlossen werden, die längere Funktionsperioden für die Parteispitze bringt. Doch auch inhaltliche Festlegungen stehen auf dem Programm, sagte Glawischnig am Donnerstag.

"Ich bin mir nicht sicher, wann die nächste Nationalratswahl stattfindet, aber ich möchte mit Beginn des Jahres 2012 zu 100 Prozent darauf vorbereitet sein", so die Bundessprecherin, die sich diesmal keiner parteiinternen Wahl stellen muss. Beim Bundeskongress 2012 will sie als Spitzenkandidatin für die Nationalratswahl kandidieren und sich als Bundessprecherin bestätigen lassen.

Intensive Arbeit

In den vergangenen Monaten sei intensive Arbeit geleistet worden, auch was Strategiefindung, Kampagnenfähigkeit, Mitgliederwerbung, Kommunikation und Öffnung der Grünen betreffe. "Die Partei ist vollkommen neu aufgestellt", zeigte sich Glawischnig zufrieden. Bei der Umsetzung der Arbeit der Grünen in Wählerzuspruch sieht sie ihre Partei auf dem richtigen Weg. Mit der jüngsten Anti-Atomkampagne habe man viele Menschen überzeugen können. "Ich will Umfragedaten nicht überbewerten, aber wir liegen da jetzt konsequent gut, und ich glaube, da ist bis 2013 auch noch einiges drin."

Durch die Statutenänderung müssen sich die Grünen Spitzenfunktionäre künftig nur noch alle drei (statt zwei) Jahre einer Wahl beim Bundeskongress stellen. "Das hat sich in vielen Bundesländern als absolut tauglich gezeigt", so Glawischnig. Der Vorteil aus ihrer Sicht: Wahlkampfvorbereitungen würden weniger häufig durch parteiinterne Wahlkämpfe gestört. Neu kommen zudem strengere Offenlegungspflichten für grüne Mandatare.

"Europa neu denekn, Österreich neu bauen"

Abgeblasen wurde von den Grünen die Abschaffung der "Vertrauensabstimmung", laut der Langzeitmandatare nach zehn Jahren eine Zweidrittelmehrheit zur Wiederkandidatur brauchen. Für Glawischnig wäre diese Regelung "verzichtbar" gewesen. Fälle wie jener des zur SPÖ gewechselten Grünen Ex-Bundesrats Stefan Schennach in Wien hätte die Bundespartei aber ohnehin nicht regeln können, weil sie nur für die vier bis fünf Mandate der Bundesliste verantwortlich sei.

Beim Bundeskongress wollen sich die Grünen auch programmatisch festlegen. Unter dem Titel "Europa neu denken. Österreich neu bauen" soll am Samstag ein Antrag verabschiedet werden, in dem Bedingungen für eine Zustimmung zum Euro-Stabilitätsmechanismus ESM gestellt werden. Unter anderem werden ein geordnetes Entschuldungsverfahren für insolvente Staaten, Euroanleihen und eine Finanztransaktionssteuer verlangt. Im Rahmen einer europäischen Steuerharmonisierung wollen die Grünen eine reformierte Erbschafts- und Schenkungssteuer, eine allgemeine Vermögenssteuer mit 500.000 Euro Freibetrag und eine Steuer- und Abgabenreduktion für untere und mittlere Einkommen. (APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
1 2
NickKnarrkarton
02
1.11.2011, 02:03

Ich glaube auch, daß da bis 2013 noch einiges drinnen ist. Ein paar CO2-Pickerl, ein bißchen Gender mainstreaming, ein paar neue Kinderkolchosen, Winterreifenpflicht für Fahrräder - da sollten locker unter 10% drinnen sein und dann fährt die Evi mit ihrem 3er Cabrio halt in die Chefetage der ÖMV, um die Quote zu erfüllen.

Lichtfreak
01
14.10.2011, 13:51
Neu aufgestellt? Wo?

AfterSunset
01
14.10.2011, 13:36
Egal wie lange die Funktionsperiode theoretisch dauert,

praktisch sind immer die gleichen am Werk. Die Grünen sind in dieser Disziplin nicht mal mehr eine Enttäuschung. Berufspolitiker gehören einfach abgeschafft, egal welcher Couleur.

black jack
02
14.10.2011, 13:15
Hab ich was versäumt?

Neu aufgestellt haben sie sich? Wirklich?

Das ist schön! Nur merken wird's keiner und den Stimmenverlust bei den nächsten NR-Wahlen wird's nicht verhindern.

Christian Apl1
Christian Apl
21
14.10.2011, 10:46

na, da sinds ja wieder unterwegs, die bezahlten Berufskampfpostertrolle. Wird euch das nicht langsam fad?

kasperl-und- Petzi
00
14.10.2011, 14:26
Sie schreiben es ja

Bezahlt und Beruf.
egal wie faad das ist ist ja bei jeden Job so

bei 5 Euro pro Posting bin ich auch dabei und wenns noch so faad is.

;)

J. Smith
13
14.10.2011, 10:10

"konsequent gut" in den Umfragewerten, waren die Grünen immer schon - und haben das auch konsequent bei jeder Wahl nicht halten können.
Der Superlativ-Politiker-Sprech und der Slogan vom Neubau Österreichs erinnert, abgesehen von der grün untypischen Betoniererassoziation, an die 3. Republik Haiders.

black jack
01
14.10.2011, 13:12
Sagen wir's doch deutlich:

Als Oppositionspartei bei den Regierungen der letzten Jahrzehnte bei Wahlen nicht wirklich vom Fleck zu kommen, ist eine extrem schwache Leistung.

Und ohne VdB setzt es sogar Verluste!

Meiner Meinung nach hat die grüne Partei Potential; aber es ist wie bei österreichischen Fußballnationalmannschaft: Die Führungsebene kann das Potential nicht herauskitzeln.

ND1
13
14.10.2011, 10:51

ich gehe davon aus dass diese Umfrage innerhalb der grünen Partei durchgeführt wurde ...

powidl
04
14.10.2011, 09:25
Ich denke, bei den nächsten Wahlen geht es einerseits um Österreich und seinen Korruptionssumpf:

Um diesen trockenzulegen brauchen die Grünen Leute wie Gabi Moser und Pilz. Ich würde mir die beiden (in dieser Reihenfolge) als Spitzenkandidaten wünschen, weil sie hier bereits gezeigt haben das sie es können.

Andererseits geht es um Europa (und dabei AUCH um die EU - nicht nur). Hier wünsche ich mir jemanden wie Voggenhuber (muß nicht er selber sein, der Mann ist schwierig, aber gut). Jemand der glaubwürdig an einer Europäischen Verfassung arbeitet, die dem Menschen dient.

Frau Glawischnig hat ihre Fähigkeiten, keine Frage. Aber die erste Reihe ist nicht ihr Revier. Meine Meinung...

Gerald_Inchen
00
14.10.2011, 10:15
Genau

Mein Meinung deckt sich 1:1 mit Ihrer

fliederfaust
112
14.10.2011, 09:02
Die Grünen - unterhalb des Radars

Anti-Atom-Kampagne? Ja, wo denn? Naschmarkt? Mumok? Spittelberg? Boboville de luxe?
Und die Bildungs-Bim? Was war das für ein Reinfall? Gutes Thema, provinzielle Umsetzung, das ist das Hauptproblem bei den Grünen. Außer bei Multikulti, Genderismus und PC sehe ich keine Ideologie-Nachhaltigkeit bei denen. Und in Wien vom Häupl zerquetscht.
Bei der letzten NR-Wahl habe ich für die Grünen gestimmt -wofür eigentlich?
Die Glawischnig würde eher zur ÖMV passen, oder zu Unilever. Das ist eine beinharte Karriere-Frau, die halt heute Politik macht, und morgen bei einem Multi anheuert - der Grüne-Guru J. Fischer macht es ihr vor....

die naive
00
14.10.2011, 12:34

Bravo :-) - guter Beitrag!

Das mach ich alles nur mit einem netten Lächeln
32
14.10.2011, 08:10
Meldungen aus der Parallelwelt

Abgesehen davon, dass sich Hackfressen wie Glawischnig und Wallner in der Parteispitze einzementieren sehe ich keinerlei "Strategiefindung, Kampagnenfähigkeit, Mitgliederwerbung, Kommunikation und Öffnung der Grünen"

Diese Partei ist auf dem Weg zur ÖVP-light, ich kenne genug Leute in der Partei "Die Grünen" (Landesorganisation NÖ), die die ÖVP oder Berlusconi als heimliche Vorbilder zitieren.

Bunga bunga Bauernbund

W. B.
26
14.10.2011, 07:55
Die Grünen waren vor sehr langer Zeit politischen Hoffnungsträger nach dem Motto:

"Wir haben ein klares Profil. Wir können mit jedem zusammenarbeiten, wenn die Ziele passen. Wir geben aber nicht den billigen Jakob, das heißt, wir werfen unsere Grundsätze nicht über Bord, wir haben unsere Vorstellungen, wir haben unsre Themen und wir werden uns nicht verbiegen".

In der Realität wurschteln sie über lange Jahre von Wahl zu Wahl. Und wie dann noch der Lissabonvertrag gemeinsam mit den anderen Parteien im Parlament grün durchgewunken wurde,wars vorbei - Vogi: Er war Abstimmungsgegner,weil sonst das gesamteuropäische Projekt gefährdet sein würde.
Und Luna:"Ich habe zwar gegen Österreichs Beitritt gestimmt-weil mir die Propaganda der Regierung zuwiderwar.Aber ich war froh,daß die Abstimmung pro Europa geendet hat.
Pfffft...

die naive
00
14.10.2011, 12:36

"....Lissabonvertrag gemeinsam mit den anderen Parteien....."

Die FPÖ, damals mit der Rosenkranz, war dagegen!

der schwitzbär der schwitzt sehr
29
14.10.2011, 02:04
Machtposition einzementiert

- mit Ellenbogen hinauf
- das kompetente grüne Urgestein wie Vogge, VdB weggeräumt
- und dann
- "Statutenänderung bringt längere Funktionsperioden"

ein demokratisches Vorbild...

jimmydean
11
14.10.2011, 08:28
die statutenänderung muss aber schon erst abgestimmt werden

also ein ganz klar definierter demokratischer prozess..

der schwitzbär der schwitzt sehr
01
14.10.2011, 22:17
ja

von denen die noch da sind

Araquin
313
14.10.2011, 01:45
Erde an Grüne:

Wir haben gerade eine Wirtschaftskrise, die sich gewaschen hat. Wo seid ihr eigentlich?

Und wenn ich noch einmal ein plattes unreflektiertes "mehr Europa"(ach ja? das der Großkonzerne??) von euch höre, krieg ich einen Anfall.

Ich hätt SO gerne etwas wie die deutsche "Linke" in Österreich!

krakauerin
10
14.10.2011, 00:34
"ATV-Hei"-"Soseyetie-Gestörter":

was soll da neu sein? Volker hat noch immer die gleichen Sorgen.

Mirabeau
15
13.10.2011, 23:49
Wahlkampfvorbereitungen würden weniger häufig durch parteiinterne Wahlkämpfe gestört.

Ich tät die Glawi gleich auf Lebenszeit bestellen.
Dann wird sie überhaupt nicht mehr durch parteiinterne Wahlkämpfe gestört!

Schinkenfleckerl 3000
13
13.10.2011, 23:24

Auflösen und Neugründen wäre angebrachter...

Walter Bimini
18
14.10.2011, 00:03
nur auflösen wäre noch besser

Long Dong Kong
212
13.10.2011, 22:13

"Partei ist neu aufgestellt"

kurz neben dem stalinistischen Abgrund ?

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 59
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.