Kampagne "Zusammen Österreich" - Länger bekannter Vorschalg des Expertenrats
Wien - Prominente aus Sport, Wirtschaft und Kultur und andere Migranten sollen ab Freitag als "Integrationsbotschafter" an Schulen Vorurteile abbauen und Motivation schaffen. Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) präsentierte am Donnerstag die Aktion "Zusammen Österreich". Mit dabei sind etwa Ex-Fußballstar Ivica Vastic, der Unternehmer Ali Rahimi oder TV-Moderatorin Arabella Kiesbauer.
Es gebe keine "Weltformel" für Integration, man könne nur kleine Schritte setzen, meinte Kurz. Mit dem Projekt - es ist auf zwei Jahre angelegt - wird ein schon länger bekannter Vorschlag des Expertenrates im Integrationsstaatssekretariat umgesetzt. Rund 100 "Integrationsbotschafter" sollen ab Freitag ehrenamtlich in Hauptschulen, Neuen Mittelschulen und Gymnasien unterwegs sein. Er selbst werde so oft dabei sein wie möglich, in der ersten Phase einmal in jedem Bundesland, kündigte der Staatssekretär an.
Promis und Beispiele von "nebenan"
Es gehe einerseits darum, Vorurteile abzubauen, man wolle gegen Rassismus und Hass ankämpfen, so Kurz. Andererseits sollen die "Botschafter" auch "Motivation schaffen" und zeigen, was möglich sei. Sie sollen auch Projekte an den Schulen anregen.
Alle 100 "Botschafter" hätten "in irgendeiner Form" etwas geleistet, betonte Kurz. Neben Promis wolle man mehrheitlich Beispiele "von nebenan" vor den Vorhang holen - vom Polizisten über den Piloten bis zum Mechaniker, aber auch Ehrenamtliche etwa bei Feuerwehr.
Viele, die nicht im "Scheinwerferlicht" stehen, seien Leistungsträger der Gesellschaft, meinte Werner Binnenstein-Bachstein von der Caritas etwa mit Blick auf das Pflegesystem. Werner Kerschbaum vom Roten Kreuz betonte, dass der Großteil der Migranten gut integriert sei, die Einstellungen der Menschen aber noch vorurteilsbeladen seien.
Kosten für die Aktion konnte Kurz vorerst auf Nachfrage nicht nennen - die Kampagne sei größtenteils im Haus konzipiert worden. Das Projekt wird von großen Unternehmen und NGOs unterstützt. Es sei kein parteipolitisches, betonte der Staatssekretär. Es handle sich außerdem um ein offenes Projekt, jeder könne noch mitmachen.(APA)