Interreligiöses Zentrum

Umstrittener Vertrag für Dialogzentrum unterzeichnet

13. Oktober 2011, 12:39
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    foto: reuters/heinz-peter bader

    Der saudische Außenminister Prinz Saud Al-Faisal und Vizekanzler Spindelegger bei der Unterzeichnung des Vertrags am Donnerstag.

Es soll Mitte des kommenden Jahres in Wien eröffnet werden

Vizekanzler und Außenminister Michael Spindelegger unterzeichnete heute, Donnerstag, gemeinsam mit seiner spanischen Amtskollegin Trinidad Jimenez und dem saudischen Außenminister Prinz Saud Al-Faisal den Gründungsvertrag des Internationalen König Abdullah Zentrums für interreligiösen und interkulturellen Dialog. Das Dialogzentrum mit Sitz in Wien soll künftig als Plattform für den Dialog zwischen Weltreligionen fungieren und voraussichtlich Mitte des kommenden Jahres eröffnet werden.

Neben Spanien und Saudi-Arabien ist Österreich einer der Gründungsstaaten der neuen internationalen Organisation, die auf eine persönliche Initiative des saudischen Königs Abdullah bin Abdulalziz zurückgeht. "Dialog mit und unter Religionsgemeinschaften ist wichtiger denn je und unerlässlich für langfristigen Frieden und Sicherheit", so Spindelegger kurz nach der Unterzeichnung. "Mit dem neuen Zentrum wird diesem Dialog erstmals eine stabile und permanente internationale Plattform geboten."

"Aus dem Herzen des Islam"

Für den künftigen interimistischen Leiter des Interreligiösen Zentrums braucht Europa ein besseres Verständnis des Islam. "Was wir jetzt in Europa brauchen, ist ein besseres Verständnis der Religionen, insbesondere des Islam", sagte der saudi-arabische Vize-Bildungsminister Faisal bin Abdulrahman bin Muammar gegenüber dem Ö1-Morgenjournal (Donnerstag). Die Idee des von Saudi-Arabien initiierten Zentrums komme "aus dem Herzen des Islam", betonte er.

Saudi-Arabien sei für andere Religionen offen, entgegnete der Vizeminister der Kritik über die mangelnde Religionsfreiheit in seinem Land, wo ausschließlich die wahabitische Auslegung des sunnitischen Islam frei ausgeübt werden kann. "Aber es gibt eine Grenze, die nicht überschritten werden darf." Diese sei dadurch bedingt, dass sich in Saudi-Arabien "die beiden heiligen Moscheen" in Mekka und Medina befinden - "die Wiege des Islam". Nicht nur der saudische Staat, sondern auch die dort lebenden Stämme sähen sich als Hüter der heiligen Moscheen. Den Menschen in Saudi-Arabien seien die Traditionen sehr wichtig, daher würden "Reformen sehr langsam umgesetzt". Er wehrte gleichzeitig westliche Reformforderungen gegenüber seinem Land ab: Das sei eine "Fehleinschätzung der Situation in den verschiedenen Kulturkreisen".

Fünf Religionen

Das Direktorium des Zentrums wird sich aus Vertretern der fünf Weltreligionen - Judentum, Christentum, Islam, Hinduismus, Buddhismus - zusammensetzen. Jedoch sind auch andere Glaubensrichtungen dazu eingeladen sich zu beteiligen. Auch sind enge Kooperationen mit Nichtregierungsorganisationen und die Zusammenarbeit mit ExpertInnen in Österreich und international geplant. Die Strukturen des Zentrums sind laut Initiatoren bewusst so angelegt, dass keine der vertretenen Religionen dominiert oder ihre Sichtweise durchsetzen kann. "Es ist ein Zentrum der Weltreligionen und kein privates Missionszentrum. Es kann nicht als Propagandazentrum für einen Vertragsstaat oder für einzelne religiöse Richtungen missbraucht werden", stellte der Außenminister klar. (APA/red)

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Camilla Vanilla
00
12.11.2011, 15:45

na, ich bin gespannt, wie der dialog über teufelsaustreibungen in wiener moschee (5. ?) geführt wird - wöchentlich und mit beweisen der besessenheit. aber vermutlich kann da ja die katholische kirche davon noch etwas lernen.

und wie steht es mit der lehre, dass, wenn zum opferfest kein geeignetes tier zur verfügung stehe, ein mensch dafür herhalten müsse? - so sagen junge menschen, die das von einem glaubensführer in wien gehört haben wollen.

die weiteren folgerungen, wie gesetze einzuhalten sind und welche gesetze, die religiösen oder die staatlichen eine größere geltung haben, kann man sich vorstellen.

archaische rituale mit religiöser begründung und die freiheit der religionen in zivilgesellschaften werden zu oft verwechselt.

Moe Joe1
00
16.2.2012, 22:28
Na sie haben da super Beispiele zusammen recherchiert

Was sagen sie zu den Ausbildungspraktiken in Klosterschulen und Internaten?? :-|

Fritz Wunderlich
01
15.10.2011, 15:34

http://diepresse.com/home/pano... e_panorama

ein bißchen aus dem nähkästchen, äh, vertrag ausgeplaudert

immunität für mitarbeiter, d.h. wahhabiten?

Moondancer
01
15.10.2011, 10:23
Radikalismus unterstützen..

..na, dass die ÖVP klerikal radikal sein kann, ist ja bekannt...aber mit der Unterstützung des radikalen Islam zeichnet sich Spindelegger endgültig als politischer "nogo" aus..

bernd lau
00
14.10.2011, 15:13
Au weia

Das ist für euch Wiener wirklich ziemlich Peinlich!

Mathias Steinlaus
 
01
14.10.2011, 14:43
Umstrittener Vertrag für Dialogzentrum unterzeichnet

Bei Risiken und Nebenwirkungen, fragen Sie Ihren ÖVP Abgeordneten oder ÖVP Bürgermeister ...

rosebud2
03
14.10.2011, 08:48
Schaf im Wolfspelz

Saudi Arabien ist sehr konservativ und streng in seiner Religionsauslegung und man weiß, daß die Saudi's in vielen Ländern (Nordafrika) islamische Terroristen finanzieren und eine Ausbreitung Ihres Glaubens aktiv unterstützen und fördern.

Meiner Meinung nach gehört dieses Zentrum genauso wie die Erlaubnis für Frauen bei Kommunalwahlen zu wählen zur Taktik, sich ein liberaleres Image zu geben, der Welt vorzugaukeln, Saudi-Arabien wäre auf einem anderen Wege.

Uncle Ethan
00
14.10.2011, 09:53

schaf im wolfspelz :-)

knievel
12
14.10.2011, 08:47

soviel zur trennung von staat und religion.
anstatt von staatlicher seite jeden(!) hirngespinstsverein nur rechtlich zu betrachten wird sowas auch noch forciert...

sawi48
02
14.10.2011, 08:21
Ich verstehs nicht:

Diese Möglichkeit gibts im AfroAsiatischen Institut Wien (auch Graz und Salzburg) seit 50 Jahren.

Fritz Wunderlich
01
14.10.2011, 08:02

"Er wehrte gleichzeitig westliche Reformforderungen gegenüber seinem Land ab: Das sei eine "Fehleinschätzung der Situation in den verschiedenen Kulturkreisen".

kulturrelativistInnen dürfen erleichtert aufatmen
;-)

Inspektor Barnabys Ghoul
14
14.10.2011, 07:39

ein staat hat die verbreitung von jeglichem religiösen schwachsinn zu unterbinden, nicht zu fördern.

F.Mayr
21
13.10.2011, 21:33
die övp hängt in den seilen

was ist der preis für diesen bauckfleck der hüter des christlichen abandlandes vor islamistischen extremisten?

wird etwa raiffeisen von saudiarabien "gerettet"?

Conrad Meyer
34
13.10.2011, 21:09
Das ist wieder einmal typisch österreichisch,

den radikalsten Muslimen eine Plattform zu geben. Wieviel hat Spindelegger und seine Partei dafür bekommen?

3dGeist
24
13.10.2011, 18:58

Wichtig ist nicht das wir andere Religionen verstehen sondern das die Menschen ihre Mitmenschen nicht nach ihrer Religion beurteilen.
Religion ist Privatsache und muss es auch bleiben.

Ein vorantreiben der Aufklärung und Säkularisierung wäre wichtiger als irgendwelche "Dialogzentren".

Trismegisto
 
24
13.10.2011, 19:55

ist es nicht wichtig zu verstehen was den anderen wichtig ist? Oder ist es besser wenn es ein schwarzes Loch bleibt in das man alles hineinprojizieren kann?

antis
 
03
14.10.2011, 03:02

wenn ich weiss, dass mein Gegenüber einen unsichtbaren Freund hat, ist es für meine Einschätzung eigentlich irrelevant, welcher das jetzt genau ist

3dGeist
15
13.10.2011, 20:02

Mir sind u.a. Menschenrechte, Freiheit, Selbstbestimmung, Sicherheit, Meinungsfreiheit wichtig.
Dafür braucht man keine Religion.

Warum muss man darüber diskutieren wer den besseren imaginären Freund hat?
Jeder soll glauben woran er will aber die anderen nicht damit belästigen.

Trismegisto
 
12
13.10.2011, 21:11

eine Diskussion ist eine Belästigung? So schlimm ist es schon?
Was ist wenn ich nichts von Aufklärung und Säkularisierung hören will? Warum soll ich damit belästigt werden?

Inspektor Barnabys Ghoul
03
14.10.2011, 07:40

weils fürs hirn gut ist

beliar
02
13.10.2011, 21:38

hab gerade eine erfreuliche unerhaltung mit einem berber gehabt, die sind meisens ziemlich sekulär

Trismegisto
 
01
13.10.2011, 22:24

gut für dich. Ich bin nicht sehr säkular, aber mit mir kann man auch durchaus erfreuliche Unterhaltungen haben. Finde ich jedenfalls.

Helicopterman
10
14.10.2011, 08:08
"mit mir kann man auch durchaus erfreuliche Unterhaltungen haben. Finde ich jedenfalls"

Na, Sie müssen ja viele Selbstgespräche führen...

beliar
00
13.10.2011, 22:43

eigentlich bin ich sekulär oder auch nicht. ich versuche nur das gegenüber so weit es nicht einseitig, hasserfüllt, stereotypbehaftet zumindestens zu verstehen

3dGeist
02
13.10.2011, 21:26

Eine Diskussion ist auf jeden Fall in Ordnung.
Allerdings soll jeder seine Religion ausleben.
Oft wird die Religion aber ausgenützt um Menschen zu instrumentalisieren und zu unterdrücken. Damit habe ich ein Problem. Vor allem wenn es offensichtlich ist.

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