Kritik

Google-Techniker: "Wieso Google+ scheitert und was wir ändern können"

13. Oktober 2011, 10:21
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    foto: screenshot

    Drum prüfe vorher, wie du postest.

Steve Yegge postet versehentlich öffentlich Schimpftirade über Google und Amazon

Als sich Google-Techniker Steve Yegge in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch auf Google+ einloggte und ausführlich über Amazons und Googles Probleme mit der Schaffung ordentlicher Plattformen auf dem sozialen Netzwerk ätzte, machte er den Post versehentlich öffentlich, anstatt ihn ausschließlich mit Google Mitarbeitern zu teilen.

Googles Unfähigkeit

In seinem Posting schimpft Yegge über seine Arbeit bei Amazon aufgrund der notorischen politischen Machtkämpfe innerhalb des Unternehmens. Interessanter allerdings ist seine schonungslose Einschätzung von Googles - wie er sie nennt - Unfähigkeit, Plattformen zu verstehen und wie dies dem Unternehmen langfristig schaden kann. Inzwischen gelöscht, wurde die Wutrede von vielen gelesen und auch weiterverbreitet.

Erfolg von Facebook

Unter anderem kritisiert er, dass Google+ als eine spontane und kurzfristige Reaktion auf Facebook entstanden sei. Die Annahme, dass Facebook deshalb erfolgreich sei, weil sie ein großartiges Produkt kreiert haben, sei falsch. "Facebook ist erfolgreich, weil sie eine ganze Konstellation von Produkten kreiert haben und sie den Leuten anbieten, weitere Arbeit daran zu verrichten. Demnach ist Facebook für jeden anders. Die einen verbringen ihre gesamte Zeit mit Mafia Wars, die anderen mit Farmville", so der Google-Entwickler.

Bedeutung von Plattform

Während Yegge nicht viel Positives über Amazon zu sagen hat, räumt er ein, dass Amazon-Gründer und -Präsident Jeff Bezos - anders als Google - versteht, dass es nicht um die Entwicklung interessanter Produkte geht. Stattdessen braucht es eine Plattform, um ein tolles Produkt zu bauen.

Vom Produkt-Konzern zum Plattform-Spieler

Das Fehlen von Programmierschnittstellen sei ein markantes Problem des sozialen Netzwerks, betont Yegge. "Die Google+-Plattform ist eine armselige Nachlese. Beim Start hatten wir keine API. Als ich zuletzt nachgesehen habe, hatten wir einen mikrigen API Call. Alles was wir hier anbieten können, ist, jemandes Stream anzusehen", kritisiert der Google-Mitarbeiter. Langfristig müsse sich Google vom reinen Produkt-Unternehmen mehr zu einem Plattform-Spieler entwickeln.

Willkommen, Eric Schmidt  

Inzwischen hat offensichtlich auch der ehemalige Google-Chef Eric Schmidt die Macht der Kreise erkannt und ein Profil auf Google+ eingerichtet. Seinen ersten öffentlichen Beitrag widmete er Steve Jobs.
Häufig wurde kritisiert, dass diverse Google-Manager, darunter auch Schmidt, bisher vor einem Profil auf Google+ zurückscheuten. Nach und nach zogen schließlich auch Senior Vice President von Search, Alan Eustace, oder Susan Wojcicki, SVP von Ads, nach. 

Erklärung

Steve Yegge hat nun ausführlich dazu Stellung genommen, dass die Nachricht nur intern gelesen werden sollte. Sein Missgeschick erklärt er damit, dass es ein mitternächtlicher Post war, er müde war und außerdem kein erfahrener Google+-Nutzer sei. (ez, derStandard.at, 13.10.2011)

Kommentar posten
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McDaniels
03
14.10.2011, 17:43

Ich find den Ansatz von G+ gut. Keep it simple und vor allem keep the games out!

Tisco_over
00
14.10.2011, 20:44

und was ist das?
https://plus.google.com/games

ich glaube Games haben einen großen Teil an dem Erfolg von Facebook beigetragen. Persönlich hasse ich sie aber auch wie die Pest ;)

super Typ
00
15.10.2011, 11:54

Ich glaube, Spiele sind wichtig, um die Nutzer zu motivieren regelmäßig und längere Zeit bei einem social network eingeloggt zu bleiben.

Und weil ein social network davon lebt, möglichst viele möglichst aktive Nutzer zu haben, kann es einem selbst nicht nur darauf ankommen, was einem selbst gefällt, sondern auch was den anderen gefällt.

DaBurgamasta
12
14.10.2011, 17:02
Wen interessierts

ob die Freaks sich nun auf FB oder G+ virtuell wichtig machen.

Heavyweather
00
16.10.2011, 21:36

Manche haben eben die Tragweite von Netzwerken noch nicht erkannt.

badoli from Hell
01
14.10.2011, 12:39
Mein Lieblingszitat aus dem Post bisher:

"[...] I'll argue that Accessibility is actually more important than Security because dialing Accessibility to zero means you have no product at all, whereas dialing Security to zero can still get you a reasonably successful product such as the Playstation Network."

Lichtfreak
00
14.10.2011, 09:58
Er beginnt mit:

Hi external-world folks .....

mirdochegal
00
14.10.2011, 12:14

Das ist ja nicht das urspüngliche Posting

Abdul Alhazred
04
14.10.2011, 09:18

Das ist keine Schimpftirade, das ist eine ziemlich interessante Analyse der Situation in Google. Eine Schimpftirade sieht anders aus.

mehe
24
13.10.2011, 21:26
An alle hardcore facebooker

Bitte ladets euren frust nicht hier ab. Gplus ist eben eine alternative, und dazu auch noch eine brauchbare. Wie oed waer die welt wenns nur fb gaebe. Mir taugts dort, und euch bei fb. Also ueberzeugt euch selber davon, aber lasst mal das ewige raunzen.

badoli from Hell
00
14.10.2011, 12:42
"und dazu auch noch eine brauchbare"

Bisher kaum. Ich wär ehrlich gern ein gplusser, aber sry, von der Funktionalität von Facebook ist es meilenweit entfernt. Ansich hat Google einen Haufen dieser Funktionalität schon entwickelt, sie stecken halt in Google Calendar, Picasa, etc... und fügen sich noch sehr schlecht in G+ ein. Es ist ein interessantes Konzept, aber wie schon damals Google Wave zu theoretisch ausgearbeitet.

Trollscore
18
13.10.2011, 18:17

Die einen verbringen ihre gesamte Zeit mit Mafia Wars, die anderen mit Farmville

Das Todesurteil einer funktionierenden Gesellschaft...

birka
01
14.10.2011, 07:26

früher war alles besser ;)

PyroTFD
00
14.10.2011, 10:54

Stimmt, als das Kolosseum noch im Betrieb war und in Spanien die Stierkämpfe erlaubt waren..

Blut, Brot und Spiele, damit kann man die Massen regieren! Super...

/ironie

Barolos .
02
14.10.2011, 08:44

Sogar die Zukunft

Ender Wiggin
00
14.10.2011, 09:39
genau

und nostalgie ist auch nicht mehr das was sie einmal war

super1
04
13.10.2011, 22:08
ach was!

diese leute würden sonst nur unheil stiften...

MacAllen Fine Oak
13
13.10.2011, 17:34
Produktfixierte Firmen weerden auf kurz oder lang verschwinden.

Die Palette an Produkten ist einfach nicht mehr überschaubar und die Unterschiede zwischen verschiedenen Anbietern zu marginal als dass die Masse (nicht ein paar Fans oder Freaks) diese beurteilen könnten. Nur wer die wirklichen Bedürfnisse erkennt, oder diese gar erst kreieren kann, wird erfolgreich sein. Facebook ist keine Sammlung von Features, Facebook ist "wo alle sind". Darum geht es, wer dort als zweiter ankommt ist tot. Modemarken verstehen dass zB sehr gut. Es geht nicht um Klamotten, Schnitte oder Qualität, es geht um Status, um den Tarum etwas besonderes zu sein. Darum können die heute sogar in China produzieren ohne dass es jamden jucken würde

Dinyar Rabady
00
16.10.2011, 15:17

Vor 5 Jahren:
s/facebook/myspace

ToMaKa
04
13.10.2011, 17:14
Obwohl die Zahl der regelmäßigen G+ Nutzer zuletzt drastisch gesunken ist

wird G+ von einigen Usern hier in den Himmel gelobt...
Da wir uns hier im Web-Forum befinden, wird hier vermutlich keine repräsentatives Meinungsbild möglich sein. Technikbegeisterte mögen G+ ja gut, innovativ oder sonst was finden. Die breite Masse kann offenbar keinen Vorteil zu FB erkennen. Ich verstehe das!

FFWJ
00
13.10.2011, 16:54
Das ganze ist recht witzig

zu beobachten. Jetzt gibt es nicht nur die IPhone vs. Android Wortgefechte. Es entwickelt sich auch immer mehr ein rhetorischer Kampf der Facebook gegen die Google+ Jünger.

Für deppert gehaltener Wähler
01
14.10.2011, 08:31

Früher wars halt VW und Opel am Stammtisch.

I Am WEASEL
00
13.10.2011, 17:19

Denke, dass wird nächstes jahr noch schlimmer, da kommt dann noch ps4 vs. xboxwasauchimmer

socram
122
13.10.2011, 17:34

manche quellen sprechen von einer kooperation von ms mit nintendo, codename wiixbox.

Schaloo
00
14.10.2011, 11:28

rofl

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