"Wollen Innovationsmotor werden"

1. Juni 2003, 18:57
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Der Generaldirektor von Philips Österreich, Wiebo Vaartjes, sieht die Zukunft seines Unternehmens hierzulande in der Entwicklung und Produktion von Hightechprodukten.

Wien - Geht es nach den Plänen von Philips-Österreich-Generaldirektor Wiebo Vaartjes, so soll der heimische Standort künftig zu einem der aufregendsten Technologie-Kompetenzzentren des Amsterdamer Mutterkonzerns ausgebaut werden. "Der Bereich Forschung und Entwicklung ist jetzt unser Hauptgeschäft, hier wollen wir künftig noch mehr investieren", sagte Vaartjes dem STANDARD.

Philips wird in Österreich heuer 130 Mio. Euro in Forschung und Entwicklung investieren, davon allein 70 Mio. Euro in Forschungsaktivitäten (nach 57 Mio. Euro im Jahr 2001). 60 Mio. Euro sollen in neue Hightech-Produktionsanlagen fließen. "Wir müssen rasch reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Österreich muss der Innovationsmotor im Konzern werden", sagte Vaartjes. Er kämpfe jeden Tag um die Wettbewerbsfähigkeit des Standortes, daher will der Philips-Chef zu den derzeit sieben Kompetenzzentren für Hightechentwicklung und -produktion an drei Standorten in Wien, Gratkorn und Klagenfurt jährlich ein bis zwei weitere hinzufügen.

Von Industriestandort zu Hightechstandort

Philips Österreich habe sich unter seinem Vorgänger Paul Starrenburg von einem reinen Industriestandort zu einem Hightechstandort entwickelt. Als jüngster Verantwortungsbereich seien vor kurzem drahtlose Computerübertragungen (Bluetooth) hinzugekommen. Im "Philips High Tech Campus Vienna" seien fünf der sieben österreichischen Kompetenzzentren angesiedelt: Hier werden DVD-Recorder mit Aufzeichnungsmöglichkeit entwickelt und produziert sowie digitale Diktiergeräte mit Spracherkennung.

Weltmarktführer sei man auch bei Minilautsprechern für Handys. In Gratkorn sei das Halbleiterentwicklungszentrum für kontaktlose Identifikationssysteme und in Klagenfurt das Kompetenzzentrum für Haushalts- und Körperpflegegeräte. Vaartjes will künftig keine Massenproduktion mehr in Wien haben, dafür aber verstärkt Produkte und Projekte für andere Philips-Standorte entwickeln lassen. "Wir können künftig nur punkten, indem wir Spitzenforschung anbieten. Daher muss der Standort Spitzenleistungen hervorbringen."


Schlechtes Marketing

Vaartjes weist auch auf die Bedeutung einer stabilen Industrie-und Innovationspolitik hin. Probleme könne sein Unternehmen bekommen, wenn die staatlichen Mittel aus der Forschungsförderung weiter gekürzt bleiben. "Wenn die Regierung den Eindruck gibt, dass zu wenig Geld für Betriebe zur Verfügung steht, dann ist das schlechtes Marketing."

Mit dem Forschungsförderungsfonds habe Philips Austria eine Reihe von Projekten laufen. Die Zusammenarbeit sei gut, die "Vernetzung mit anderen Partnern" besonders wichtig: Konkret nannte Vaartjes Projekte mit der Fachhochschule Wiener Neustadt und dem Institut für Mikro- und Feinwerktechnik an der Technischen Universität, in das rund 150 Forscher eingebunden seien. (Judith Grohmann, Der Standard, Printausgabe, 02.06.2003)

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    Gibt 130 Millionen Euro für Forschung und Entwicklung aus: Philips-Österreich Chef Wiebo Vaartjes

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