US-Aufruf zur Waffenabgabe wird nur zögerlich befolgt

1. Juni 2003, 16:54
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US-Zivilverwalter Bremer setzte Irakern Frist von 14 Tagen, in denen sie die Waffen ungestraft abgeben können

Bagdad - Die Iraker folgen offensichtlich nur zögerlich dem Aufruf des US-Zivilverwalters Paul Bremer zur Abgabe ihrer Waffen. Am Sonntag, dem ersten Tag der von Bremer verkündeten 14-tägigen Periode, in der die Iraker ihre Waffen ohne Angst vor Bestrafung abgeben können, meldete sich in mehreren von der dpa besuchten Polizeistationen von Bagdad bis zum Mittag kein einziger Waffenbesitzer.

"Ich erwarte auch nicht, dass jemand kommt", sagte ein irakischer Polizist in der El-Elwiya-Wache. Er zeigte Verständnis für seine Landsleute. Diese erklärten ihm, sie benötigten die Gewehre, um sich und ihre Familien zu schützen. "Es stimmt, wir haben nicht gerade einen großen Andrang hier", sagte ein US-Offizier. Laut Bremer sollen Iraker, die nach dem 14. Juni mit einer Waffe und ohne einen von der US-Verwaltung ausgestellten Waffenschein angetroffen werden, angeklagt werden.

Das US-Zentralkommando berichtete am Sonntag über weitere Erfolge beim Einsammeln von Waffen im Irak, darunter in Najaf und auf einem Waffenmarkt in Mosul. Gleichzeitig informierte die US-Armee über die Festnahme mehrerer hochrangiger Mitglieder der Baath-Partei von Saddam Hussein. In der Nähe von Saddams Heimatstadt Tikrit hätten die Soldaten am Samstag zwei Baath-Mitglieder festgenommen. In der Nähe von Kerbala fassten die Amerikaner nach eigenen Angaben "den Schwager, den Schwiegervater und den Fahrer eines ehemaligen Regimeangehörigen, der von den Alliierten gesucht wird".(APA/dpa)

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