Bekenntnis zur Ökumene

1. Juni 2003, 16:54
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200.000 Christen nahmen in Deutschland an größten ökumenischem Gottesdienst teil - 150.000 Menschen in Wien bei Evangelisationskongress

Berlin - 1.500 ausländische Teilnehmer aus 30 Ländern aller Kontinente wurden beim Internationalen Evangelisationskongress in Wien gezählt, der am Sonntag mit einem festlichen Gottesdienst im Wiener Stephansdom zu Ende ging.

Größter ökumenischen Gottesdienst in Deutschland

Mehr als 200.000 Christen haben mit dem größten ökumenischen Gottesdienst in der Geschichte Deutschlands den Abschluss des ersten gemeinsamen Kirchentages gefeiert.

Großer Schritt" für die Ökumene

"Was uns jetzt verbindet, kann niemand mehr zerreißen", sagte der katholische Kirchentagspräsident Hans Joachim Meyer am Sonntag vor dem Berliner Reichstag unter Applaus. Das fünftägige Christentreffen sei "ein großer Schritt" für die Ökumene gewesen. In ihrer gemeinsamen Predigt beschworen die höchsten Repräsentanten der beiden großen Kirchen, Kardinal Karl Lehmann und Präses Manfred Kock, die Weltverantwortung der Christen gerade in schwierigen Zeiten.

In ihrer gemeinsam gehaltenen Predigt nahmen Kock und Lehmann das Kirchentags-Motto "Ihr sollt ein Segen sein" auf und ermahnten die Christen zu verantwortungsvollem Verhalten. Lehmann rief zu einem schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen auf. Er forderte außerdem die Bereitschaft zum Teilen bei der "Mangelware Arbeit" und gegenüber den Arbeitslosen. "Nur wenn dies gelingt, sind wir ein Segen." Er erinnerte daran, dass die Menschen nicht die unumschränkten Herren dieser Welt seien.

Kock sprach sich erneut für einen Gottesbezug in der künftigen Verfassung Europas aus. Dies bedeute keine Vereinnahmung Andersglaubender, sondern eine Orientierung an vorgegebenen Werten. "Ehrfurcht vor Gott befreit von dem Hochmut, wir seien die Herren der Welt und dürften die Erde ausbeuten", sagte er.

Auch die beiden Präsidenten des Kirchentags, Elisabeth Raiser (evangelisch) und Hans Joachim Meyer (katholisch), hoben die Gemeinsamkeiten hervor. "Was uns jetzt verbindet, kann niemand mehr zerreißen", sagte Meyer. Am Vortag hatten die Veranstalter bereits eine positive Bilanz des Kirchentages gezogen und zugleich Fortschritte in der Abendmahlsfrage angemahnt. "Mir scheint, die Kirchenleitungen müssen sich sputen", sagte Raiser. Für Aufsehen hatten zwei am Rande des Kirchentages von Reformgruppen initiierte Gottesdienste mit gemeinsamem Abendmahl gesorgt. Nach Ansicht Lehmanns hat sich "das Wagnis Ökumenischer Kirchentag gelohnt".

Als frühester Termin für einen weiteren Ökumenischen Kirchentag ist 2008 im Gespräch.

Zur Eröffnung hatte Bundespräsident Johannes Rau die historische Bedeutung des Treffens im Land der Reformation betont. Papst Johannes Paul II. rief die Christen in Deutschland zu einem gemeinsames Glaubenszeugnis auf, mahnte aber auch zu Sensibilität in ökumenischen Fragen. Ein Höhepunkt des Kirchentages war die Unterzeichnung der Charta Oecumenica. Darin bekennen sich 16 Kirchen in Deutschland unter anderem zum Ziel eines gemeinsamen Abendmahles. (APA/dpa/AP/Reuters)

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    200.000 Christen bei größten ökumenischen Gottesdienst in Berlin

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