Montoya gewinnt im Fürstentum

1. Juni 2003, 17:30
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Der Kolumbianer verwies beim ersten Williams-Erfolg in Monaco seit 20 Jahren Kimi Räikkönen und Michael Schumacher auf die Plätze

Monaco - Williams-BMW-Pilot Juan Pablo Montoya hat am Sonntagnachmittag den Formel-1-Grand-Prix von Monaco gewonnen. Der 27-jährige Kolumbianer triumphierte im siebenten WM-Lauf der Saison auf dem 3,340 km langen Stadtkurs im Fürstentum an der Cote d'Azur vor dem finnischen WM-Spitzenreiter Kimi Räikkönen im McLaren-Mercedes und feierte damit seinen zweiten GP-Sieg nach dem Erfolg am 16. September 2001 in Monza.

Alonso neuer WM-Dritter

Weltmeister Michael Schumacher, der zuletzt in Imola, Montmelo und Spielberg drei Siege in Serie gefeiert hatte, musste sich diesmal mit Rang drei begnügen. Der deutsche Ferrari-Star hat nun in der WM wieder vier Punkte Rückstand auf Räikkönen, der bei 48 Zählern hält. Neuer WM-Dritter ist der spanische Renault-Jungstar Fernando Alonso (29), der hinter dem Williams-BMW-Piloten Ralf Schumacher, der als einziger Fahrer heuer in bisher allen Rennen Punkte geholt hat, Fünfter wurde.

Perfektes Material

Der Monaco-GP 2003 wartete nur mit ganz wenigen Überholmanövern auf, die beste Zwei-Stopp-Strategie und ein blendender Start brachten dem in Monte Carlo wohnenden Montoya in seinem dritten Jahr in der Formel 1 den lang ersehnten zweiten WM-Erfolg. "Das Auto ist phantastisch gelaufen, das Team hat alles perfekt gemacht und auch die Michelin-Reifen waren brillant. Ralf hat die Pole erobert, ich das Rennen gewonnen, was will man da noch mehr", lautete der erste Kommentar des Mannes aus Bogota nach dem Sieg im "Heimrennen".

Berger: "Alles hat gepasst"

Die Analyse von BMW-Motorsportdirektor Gerhard Berger fiel ähnlich aus. "Die Kombination Reifen-Fahrer-Auto-Team hat den Ausschlag zu unseren Gunsten gegeben. Wir hatten die besten Reifen, Montoya ist von der ersten bis zur letzten Runde aggressiv und fehlerlos gefahren, die gute Standfestigkeit hat unser Auto ja schon mehrmals in dieser Saison unter Beweis gestellt und auch die Boxen-Crew hat wieder perfekt gearbeitet. Alles hat gepasst", erklärte der Tiroler, der hofft, dass es nun in dieser Tonart weitergeht.

"Hoffnung auf die zweite Saisonhälfte"

"Dieser Sieg ist sicher eine super Motivation fürs Team nach der schwierigen Zeit, denn den Start in die Saison haben wir uns alle besser vorgestellt. Aber dieses Ergebnis macht jetzt Hoffnung für die zweite Saisonhälfte!" Nach dem ersten Williams-Triumph auf dem Stadtkurs seit dem Sieg des finnischen Weltmeisters Keke Rosberg im Jahr 1983 dürfte der zuletzt auch öffentlich ausgetragene Konflikt zwischen Williams und BMW über eine weitere Zusammenarbeit nach der Saison 2004 beendet sein.

Beständiger Räikkönen

Einzig Räikkönen war in der Lage, mit Montoya auf dem engen Kurs zwischen den Häuserschluchten von Monte Carlo mitzuhalten. Allerdings wurde der hinter Ralf Schumacher von Platz zwei ins Rennen gestartete "Iceman" gleich nach dem Grünsignal vom späteren Sieger überholt. "Sein besserer Start war wohl entscheidend, denn Überholen ist hier fast unmöglich", wusste der Finne, warum es am Ende wieder nicht zu seinem zweiten Erfolg nach Malaysia am 23. März reichte. Doch mit dem bereits sechsten Podestplatz (ein Sieg, vier zweite und ein dritter Platz) in dieser Saison baute er seine WM-Führung wieder auf vier Zähler aus.

Schumacher einigermaßen glücklich

Für den nur vom fünften Startplatz ins Rennen gegangenen Michael Schumacher war dagegen diesmal Platz drei das Maximum, obwohl ihm im Ziel nur 1,72 Sekunden auf Montoya fehlten. "Alles in allem haben wir sechs wichtige Punkte geholt, auch wenn wir auf die WM-Führung zwei eingebüßt haben. Aber es hätten auch mehr sein können. Deshalb sind wir einigermaßen glücklich mit Platz drei", resümierte der fünffache Champion, der Kritik an der Strategie von Ferrari - die Scuderia hatte sich im Gegensatz zur Konkurrenz für sehr späte Stopps entschieden - zurückwies. "Rückblickend weiß man es immer besser! Aber von Platz fünf auf drei zu fahren, ist okay." (APA)

Endstand Monaco-GP nach 78 Runden a 3,340 km bzw. 260,520 km:

 1. Juan Pablo Montoya (COL)   Williams-BMW   1:42:19,010 Std.
                                        (Schnitt: 152,772 km/h)
 2. Kimi Räikkönen (FIN)       McLaren-Mercedes  +  0,602 Sek.
 3. Michael Schumacher (GER)   Ferrari           +  1,720
 4. Ralf Schumacher (GER)      Williams-BMW      +  28,518
 5. Fernando Alonso (ESP)      Renault           +  36,251
 6. Jarno Trulli (ITA)         Renault           +  40,972
 7. David Coulthard (GBR)      McLaren-Mercedes  +  41,277
 8. Rubens Barrichello (BRA)   Ferrari           +  53,266
 9. Cristiano da Matta (BRA)   Toyota            +  1 Runde
10. Giancarlo Fisichella (ITA) Jordan-Cosworth   +  1 Runde
11. Nick Heidfeld (GER)        Sauber-Petronas   +  2 Runden
12. Ralph Firman (GBR)         Jordan-Cosworth   +  2 Runden
13. Olivier Panis (FRA)        Toyota            +  4 Runden

Ausgeschieden: Antonio Pizzonia (BRA) Jaguar-Cosworth, Heinz-Harald Frentzen (GER) Sauber-Petronas, Jacques Villeneuve (CAN) BAR-Honda, Jos Verstappen (NED) Minardi-Cosworth, Justin Wilson (GBR) Minardi-Cosworth, Mark Webber (AUS) Jaguar-Cosworth

Nicht am Start: Jenson Button (GBR) BAR-Honda (nach Unfall im Freien Samstag-Training)

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