China: Drei Schluchten" geflutet

2. Juni 2003, 09:38
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Das weltweit größte Staukraftwerk - Der mächtige Jangtse soll bis auf eine Länge von 600 Kilometern aufgestaut werden

Peking - Im Kontrollzentrum wirkt der Countdown, als sollte ein Raumschiff von seiner Raketenbasis starten. TV-Kameras übertragen live, wie weiß gekleidete Techniker auf ein zackig gesprochenes Kommando den "Computerbefehl Nummer 1" auslösen. Am Sonntag um Punkt neun Uhr gingen 19 von 22 stählernen Schleusentore im Jangtse zu. Vor dem vor dem 185 Meter hohen und 2309 Meter breiten Damm, den internationale Umweltverbände ein "Tschernobyl der Wasserkraft" nennen, kletterte der Wasserpegel um 45 Zentimeter innerhalb der ersten Stunde.

In 15 Tagen wird der Jangtse-Strom auf 135 Meter Höhe gestaut. Die größte Schiffschleuse der Welt ist in Betrieb, ab August wird Strom nach Schanghai geliefert. Unter Wasser liegen verlassene Städte und eine Landschaft, die Historiker für eine Wiege der Zivilisation halten. 720.000 Menschen mussten weichen. Seit 1992 baut China am "Drei Schluchten"-Damm - gegen Warnungen vor Muren, Verschlammung, Folgen für Klima und Fauna und auch Gefahren durch Terrorismus und Erdbeben. (Johnny Erling aus Peking, DER STANDARD Printausgabe 2.6.2003)

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