Beerdigung von 3.000 napoleonischen Soldaten

1. Juni 2003, 17:00
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Massengrab in Litauen war erst vor zwei Jahren entdeckt worden

Vilnius - 3.000 französische Soldaten, die während des katastrophalen Russland-Feldzuges von Napoleon Bonaparte 1812 umgekommen sind, sollen am Sonntag auf einem Friedhof in der litauischen Hauptstadt Vilnius endgültig zur Ruhe gebettet werden. Die Überreste der Soldaten waren vor zwei Jahren zufällig in einem Massengrab in dem Baltenstaat entdeckt worden.

Bei der Zeremonie, die von der litauischen Regierung und der französischen Botschaft organisiert wird, wollen tausende französische und russische Soldaten mehrere Schlachten des gescheiterten Feldzuges nachstellen. Weil Napoleons Soldaten aus zahlreichen Ländern kamen - neben Franzosen kämpften Italiener, Deutsche, Polen und Litauer für den Eroberer -, stand eine Rücküberführung nach Frankreich nie zur Debatte.

Als Planierraupen das Massengrab im Jahr 2001 frei schaufelten, wurde zunächst vermutet, bei den Toten handele es sich um getötete Dissidenten aus der Zeit der Sowjetunion. Aber Münzen mit dem Antlitz von Napoleon und Abzeichen seiner Großen Armee zeigten, dass die Überreste zu der einst gigantischen französischen Streitmacht gehörten, die bis nach Moskau vorgestoßen war - um auf dem Rückzug jämmerlich zu erfrieren. (APA/AP)

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