Ex-Mak-Direktor kämpft um Abfertigung

12. Oktober 2011, 21:45
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    foto: apa/hans klaus techt

    Noever will die Entscheidung der Anklagebehörde abwarten

Peter Noever klagt Leistungen ein, will aber die Entscheidung der Anklagebehörde abwarten

Wien - Die von Peter Noever gegen das Museum für angewandte Kunst (Mak) gestellten Forderungen sind um einiges umfassender als bisher bekannt. Wie aus der Klagsschrift des Ex-Direktors hervorgeht, summieren sie sich auf mehr als 400.000 Euro.

Neben Kündigungsentschädigung (160.000 Euro), Abfertigung (194.543 Euro) und Urlaubsersatzleistung (25.000 Euro) pocht Noever auf die Erfolgsprämie in Höhe von 32.245 Euro für seine erbrachten Leistungen im Jahr 2010.

Nicht direkt eingefordert, aber dennoch aufgelistet werden in dem Verfahren beim Wiener Arbeits- und Sozialgericht zudem zahlreiche Leistungen, die Noever in seiner langen Amtszeit erbracht hat und die nicht durch das Direktorengehalt abgegolten sein sollen. Im Februar dieses Jahres hat alles noch ein wenig anders ausgesehen. Der in Künstlerkreisen hoch geschätzte ehemalige Mak-Chef ist von seinem Amt zurückgetreten, nachdem Unregelmäßigkeiten rund um vom Mak finanzierte Geburtstagsfeiern bekannt geworden waren. Und: Zur Verschleierung der Ausgaben waren Rechnungen fingiert worden.

Wie Noevers Anwalt Georg Schima sagt, erfolgte die Entlassung verspätet. Denn die Strafanzeige des Mak sei bereits einen Monat vor der Fristlosen erfolgt. Aber auch dem Inhalt nach wird die Freisetzung beeinsprucht. Schima argumentiert, dass die Feierlichkeiten für Noevers Mutter im Interesse des Museums gewesen sind, weil Sponsoren gewonnen worden seien. "Das ist wie bei einem Golfturnier, das ein Konzern für Kunden veranstaltet. Da lässt man die Frau des Generaldirektors auch nicht am Buffet zahlen." Und was ist mit den fingierten Belegen? Noever bestreitet, dass er davon gewusst habe oder selbst an den Fälschungen beteiligt gewesen sei.

Spannend wird jedenfalls die Frage, wie die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft wegen Verdachts der Untreue mit dem zivilrechtlichen Verfahren korrespondieren. Wie der Standard berichtete, könnten Noevers Ansprüche die ursprünglich angestrebte tätige Reue gefährden, zumal die zur Schadenswiedergutmachung geleisteten Zahlungen - insgesamt wurden 220.000 Euro ausgemacht - zurückgefordert wurden. Diese Flanke wurde nun abgedeckt, glaubt Schima: Er hat die Rückforderung des Geldbetrags nachträglich eingeschränkt: "Eine juristische Fleißaufgabe" , wie er sagt. Noever könne immer noch argumentieren, dass dem Mak gar kein oder ein geringerer Schaden entstanden wäre. Dennoch dürfte der Respekt vor der Staatsanwaltschaft groß sein, Noever will die Entscheidung der Anklagebehörde abwarten.

Der erste Verhandlungstermin am Arbeitsgericht vergangene Woche wurde bereits auf Ende November verschoben. Schima hofft auf eine "friedliche Erledigung" der Causa.  (Andreas Schnauder/DER STANDARD, Printausgabe, 13.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 47
1 2
tom cerry
22
13.10.2011, 19:44
peinlich

sind die pro noever homepage künstler.

Hadik1
02
13.10.2011, 18:20
Frech - frecher - Noever!

Einsperren!

natha
12
15.10.2011, 18:17
warum?

..weil es ihm zu verdanken ist, dass der republik österreich zwei häuser von rudolph schindler in los angeles geschenkt wurden? beide ein vielfaches dessen wert, was die geburtstagsfeste gekostet haben mögen, denn darum kriegt man selbst in wien keine hundehütte mehr, geschweige denn architekturjuwele in los angeles. oder meinen sie, er gehöre wegen der künstlerschenkungen (anish kapoor, wurm, oberhuber etc.etc.), wegen des schindler-zentrums in l.a., der stipendien für junge künstler und seiner verdienste um den rudofsky-nachlass eingesperrt? ich nehme an, sie haben mit kunst nichts zu tun und freuen sich, wenn sie so richtig neidig sein dürfen.fein. bei den tiefen postings ist ja schon toll, wenn nicht rübe-ab gefordert wird.

Der sich den Wolf tanzt
00
13.10.2011, 17:47
und jetzt wird er dann banker oder politiker!

Walter Gröbchen
03
13.10.2011, 16:41
Schlichte Nachfrage

Bei allem Verständnis für formaljuristische Schachzüge bei Prozessen vor dem Arbeitsgericht - aber wie lässt sich diese Klage mit jener Erklärung in Einklang bringen?

http://www.ots.at/presseaus... -folgendes

hermannar
23
13.10.2011, 15:38

ein richtiger linker halt...

tom cerry
02
13.10.2011, 19:47

der machts eher wie die rechten!

cannery row
03
13.10.2011, 15:17
klar..

wenn man keinen zutritt mehr zu seinem selbstbedienungsladen hat, muss die kohle woanders her kommen.

quaxi671
21
13.10.2011, 14:50
bitte, was macht ein alter mann mit 400 000 Euro?

Ist der Preis für getrocknetes Brot zum vogelfüttern im park jetzt so gestiegen? Wenn ja, dann hat uns die Krise echt voll erwischt....

Karin Stadler2
03
14.10.2011, 00:25
Chateau Marmont

Was heißt vögelfüttern?

Die 400 k braucht er fürs Chateau Marmont, die teuerste Absteige in Los Angeles. Schließlich kann er das jetzt nicht mehr mit den Spesen verrechnen.

Information Stammdaten Zusatzdaten
01
13.10.2011, 14:32

Jetzt zerstört er sein Lebenswerk. 400k€ sind eine Frechheit und wird ja im Endeffekt dem Museum entzogen.

Hadik1
10
14.10.2011, 10:52
Lebenswerk?

"Information Stammdaten" schreibt: "Jetzt zerstört er sein Lebenswerk."
<
Wo, frage ich, ist Noevers Lebenswerk? Etwa die scheussliche Sprungschanze zum Wienfluss hin, mit der er das MAK (auch äusserlich) verschandelt hat?

Alles, was Noever im MAK gemacht hat, war eine Dauerausstellung über das Kaisers neue Kleider. Schlicht Einedrahrerei!

chrilly donninger1
21
13.10.2011, 14:55
Seh ich anders

Das MAK war für den Noever "seine Bude". Er hat sich dort wie der typische "Alte" aufgeführt. Der darf auch in seiner Bude für wenn auch immer Geburtstagsfeiern abhalten.
Was ja auch seine positiven Seiten hat, weil sich so jemand für "seinen" Betrieb ganz anders einsetzt als ein Beamter, der halt was verwaltet.
Man hat ihm mit Schimpf und Schande aus "seiner Bude" vertrieben und nun zeigt er es ihnen noch einmal, dass er kein Kasperl ist.

Information Stammdaten Zusatzdaten
02
13.10.2011, 15:16

Genau. Ein Museum ist die private "Bude" des Direktors. Eine Schande ist der Typ, vor allem jetzt wo er dem Museum finanziell schaden will.

Die Ente Lippens
07
13.10.2011, 14:12
Das Arbeitsrecht sollte ueberhaupt nur fuer Arbeitnehmer, nicht aber fuer astronimisch bezahlte Direktoren, Fussballtrainer und Sportstars da sein.

Die SChutzvorschriften sind fuer diese Personenkreise total ueberzogen.

natha
00
15.10.2011, 18:19

ach ja. für wen gesetze gelten, bestimmen sie! da kann ja dann ganz österreich aufatmen. demokratie ist ihnen aber weiters schon als begriff zumindest bekannt?

Die Ente Lippens
03
13.10.2011, 14:08
Da zeigt sich, zu welcher Selbsteinschaetzung ein offentlicher Posten ohne Wettbewerb, aber zu Traumgagen aus ideologischen Gruenden fuehrt.

Der Staat als Bankomat.

Resteverwerter
00
13.10.2011, 14:02
Wo wäre der jetzt politisch einzuordnen?

Und welcher Politiker war für diese Wahl verantwortlich?

chrilly donninger1
00
13.10.2011, 14:48
Claudia Schmid bzw. SP

Der Noever ist seit ich mich erinnern kann MAK-Direktor. Die letzte Vertragsverlängerung stammt von Claudia Schmid. Er ist allgemein eindeutig der SP zuordenbar. Ein bunter SP-Vogel.
Ich bin einst bei der Premierenfeier für die "Schachoper" neben ihm zu sitzen gekommen. Ein interessanter und witziger Mann, der von den farblosen SPlern stark absticht.
Sie hat ihn auch beim Auftauchen der ersten Vorwürfe verteidigt. Erst als der öffentliche Druck zu gross geworden ist, hat sie ihn fallen gelassen.
Und genau das gibt ihm jetzt sehr gute Karten bei Gericht.

Mops
00
13.10.2011, 15:54

Er ist auch von einen Roten eingesetzt worden, sein Nachfolger wird es schon für ihn richten. Frau Noever hat schließlich Connections zum neuen Direktor. Davon abgesehen Noever hat auch das Zimmer von Schmied um angeblich unter € 39 000.- eingerichtet unter anderen mit original Mies van der Rohe Möbeln ( Preis pro Stück ab € 30 000) und eine von Noever entworfene Deckenbeleuchtung erhellt das Büro von Schmied. Der bekommt die 400 000 ziemlich sicher dabei ist das Verfahren gegen ihn noch nicht ganz durch.

chrilly donninger1
01
13.10.2011, 13:34
Verhandlungsmasse für den Vergleich

Ich war einst sachkundiger Laienrichter am Arbeits- und Sozialgericht. Rein rechtlich hat der Noever gute Karten. Aber es wird mit ziemlicher Sicherheit ein Vergleich herauskommen.
Das ist das übliche Ergebnis bei solchen Konflikten.
Es sind beide Seiten nicht daran interessiert in der Öffentlichkeit Schmutzwäsche zu waschen.
Der Noever packt nun alle möglichen und unmöglichen Forderungen hinein um Verhandlungsmasse für diesen Vergleich zu haben.
Das ist auch üblich. Bis auf den Promi-Faktor des Beteiligten ist es ein ziemlich alltäglicher Fall.

chrilly donninger1
01
13.10.2011, 13:20
Rechtlich hat er gute Karten

Eine Entlassung muss unmittelbar nach Bekanntwerden des Entlassungsgrundes ausgesprochen werden.
Man hat Noever aber zuerst noch die Mauer gemacht. Erst als der Druck in der Öffentlichkeit zu gross geworden ist, hat man ihn entlassen.
Das ist aber Arbeitsrechlich irrelevant. Entscheidend ist, wann der Arbeitgeber vom Entlassungsgrund erfahren hat.
Man kann sich moralisch über Noever echauffieren. Aber es würde wohl ein jeder seine Rechte einklagen.

Blick Winkel
01
13.10.2011, 13:54
"Aber es würde wohl ein jeder seine Rechte einklagen."

Nicht jeder! Es gibt auch noch Leute vom alten Schlag, die Moral und Ethik über das geltende Recht stellen.

immer schön freundlich
01
13.10.2011, 13:29

er ist offenbar gut beraten!

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