Weiterer Taxi-Test

Wien-Tourismus rügt Taxler und fordert einheitliche Optik

12. Oktober 2011, 15:21
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    foto: christian fischer fotografie

    Wien-Tourismus fordert ein eigenes Logo und Uniformen für die Taxler - dieser Vorschlag für die Kennzeichnung wurde präsentiert.

Große Mängel bei Mystery-Guest-Studie: keine Klimaanlagen, mangelhafte Englischkenntnisse, veraltetes Erscheinungsbild

Wien - Nicht nur der ADAC, sondern auch der Wien-Tourismus hat die Qualität der Taxler in der Bundeshauptstadt unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: "Grundsätzlich muss man sagen, dass ein Viertel der Fahrten mangelhaft war und beanstandet wurde", zog Tourismuschef Norbert Kettner am Mittwoch Bilanz. Der Wien-Tourismus versuche schon seit Jahren durch Gespräche mit der Innung Verbesserungen herbeizuführen, doch bisher ohne Erfolg. Das sei der Grund für die Untersuchung gewesen. Als Denkanstoß für ein einheitliches Erscheinungsbild wurden ein "WienTaxi" sowie Fahreruniformen präsentiert.

"Wir sind hier am Ende oder in der Mitte eines Leidensweges", beklagte Kettner. Man könne dem Wien-Tourismus vorwerfen, dass er sich in einen Bereich einmische, der ihn nichts angehe, so der Tourismusdirektor: "Uns geht sehr wohl die Qualität der Kongress- und Tourismusdestination Wien etwas an. Und wenn wir Bereiche sehen, wo die Qualität seit vielen Jahren erodiert, ist es unsere Aufgabe, darauf hinzuweisen."

Mystery-Tester machten 131 Fahrten

Die Kritik an der mangelnden Qualität des Taxiwesens untermauerte Kettner mit den Ergebnissen einer beim Marktforschungsinstitut Manova in Auftrag gegebenen Studie. Dafür wurden im Sommer 131 Testfahrten unternommen. Dabei nahmen die Tester das Erscheinungsbild, das Auftreten, die Sprach- und Ortskenntnisse der Lenker sowie den Zustand der Autos und die Serviceleistungen von der Taxibestellung bis zur Bezahlung unter die Lupe.

Das laut Wien-Tourismus "traurige" Resümee: Ein knappes Viertel aller Fahrten (23 Prozent) sei zu beanstanden gewesen. Bei den Fahrzeugen fielen vor allem deren veraltetes Erscheinungsbild (30 Prozent), mangelnde Ordnung und Reinlichkeit im Innenraum (22 Prozent) und unangenehmer Geruch (17 Prozent) negativ auf. Mehr als die Hälfte der Autos (58 Prozent) sei nicht klimatisiert gewesen. Bei fast einem Drittel der Fahrten (32 Prozent) hätte nicht mit Kreditkarte bezahlt werden können.

Englischkenntnisse als häufigster Mangel

Hauptkritikpunkt bei den Fahrern betraf deren Englischkenntnisse. Diese seien bei fast jeder zweiten Fahrt (47 Prozent) mangelhaft gewesen. "Wobei 'mangelhaft' nicht englische Konversation bedeutet. Das verlangen wir von keinem Taxler in Wien", erklärte Kettner. Vielmehr gehe es darum, ob jemand fähig sei, eine Ortsangabe zu verstehen. Bemängelt wurden außerdem unzureichende Körperhygiene (zwölf Prozent), unpassende Kleidung (elf Prozent), Telefonieren während der Fahrt (zwölf Prozent) - vielfach ohne Freisprechanlage -, unangenehmer Fahrstil (neun Prozent) und Übertreten der Verkehrsregeln (zehn Prozent). Zudem sei bei mehr als jeder zehnten Fahrt (zwölf Prozent) die Route unbekannt gewesen oder es sei eine falsche gefahren worden.

Einheitliche Optik gefordert

"Mir geht es nicht darum, einen gesamten Berufsstand zu kritisieren. Es geht mir darum, die schwarzen Schafe da herauszukriegen. Wenn das so weitergeht, gibt es eine Kernschmelze des Konsumentenvertrauens", stellte Kettner klar. Neben Reformen fordert der Wien-Tourismus auch eine einheitliche Optik für Wiens Taxis: "Man kann niemandem vorschreiben, wie sein Taxi ausschaut. Ich glaube nur, was in Städten wie Berlin oder Hamburg funktioniert, muss in Wien auch funktionieren", so Kettner. In den beiden deutschen Städten gebe es eine freiwillige Selbstverpflichtung für Taxler, wie ein Auto auszusehen habe.

Diese Forderung wurde mit einem realen Beispiel untermauert. Auf dem Vorplatz des Musikvereins wurden zwei extra gebrandete Limousinen präsentiert. Diese waren in Schwarz und Gold gehalten, seitlich auf der Karosserie war "WienTaxi" zu lesen. "Wir haben uns überlegt: Wie könnte ein Taxi ausschauen. Es ist nur ein Denkanstoß, den wir gegeben haben", so Kettner. Auch entsprechende Uniformen für das Fahrpersonal wurden vorgestellt: Hemd, Anzug und Krawatte für Männer, Hosenanzug für Frauen. Hier fügte er hinzu: "Bei den Uniformen, da lasse ich mit mir verhandeln."

Innungschef wehrt sich gegen Kritik

Nicht erfreut reagierte Taxi-Innungschef Christian Gerzabek, der ebenfalls Mystery-Tests angekündigt hat, auf den Vorstoß von Kettner. "Ich schätze Zurufe von außen nicht sehr", betonte der Fachgruppenobmann in der Wiener Wirtschaftskammer. Ein einheitliches Erscheinungsbild der Fahrzeuge könne er sich zwar grundsätzlich schon vorstellen, allerdings gebe es hierfür keinerlei gesetzliche Grundlage. Gar nichts hält Gerzabek hingegen von der Idee, allen Taxlern eine Art Uniform zu verpassen. Da sei er "strikt" dagegen. Dass Lenker ordentliche Kleidung zu tragen hätten, stehe in der Betriebsordnung - und das müsse reichen, sagte er. (APA)

Kommentar posten
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yournamehere
 
00
15.10.2011, 22:47
bitte nicht noch ein *brand*!

ein einheitliches erscheinungsbild wäre allerdings voll ok -- solange es das new yorker und nicht das münchner gelb wird.

alle anderen fahrzeuge sollten darüber hinaus einheitlich silberfarben sein. unsere welt wäre optisch gleich um vieles ruhiger ...

Reversi
 
01
16.10.2011, 15:35
Am Ende wird es sicher "Wiener Rot"!

super cat
01
15.10.2011, 19:34

Wenn jemand Uniformen fordert aber nicht auf die Idee kommt die Qualität der Ausbildung zu hinterfragen, naja... Da kann ich die Tourismus-Heinis nicht ganz ernst nehmen.
Alte, gepflegte Autos sind mir sehr viel lieber als grindige neue.

MrBurns
 
00
18.11.2011, 17:13

ich denke, viel der mängel, wie z.B. falsch gefahrene Routen, nicht beachtet Verkehrsregeln, telefonieren während der Fahrt, schlecht Englischkenntnisse haben durchaus mit der Ausbildung zu tun. z.B. halte ich es für sinnlos, dass die Taxifahrer die ganzen Routen lernen müssen, die vergesen sie nachher eh wieder, sie sollten lieber lernen, das Navi zu bedienen.

Ob das Taxi ein altes oder neues Auto ist, ist mir aber wurscht und ich denke auch fast allen anderen Fahrgästen. Und mir ist ein alter, geräumiger Mercedes lieber als ein neuer Kompaktwagen, indem man deutlich weniger Platz hat...

Resteverwerter
00
15.10.2011, 13:58
und jetzt machen wir den Test bei Trafikanten!

...

Reversi
 
00
16.10.2011, 15:36

Die sind wenigstens einheitlich "gebrandet".

Ravenhorst
01
14.10.2011, 23:56
bitte nicht über alle Taxifahrer schimpfen...

.... die haben auch kein leichtes Leben und sind oftmals von Raub und sogar Mord bedroht. Da kann man halt nicht immer freundlich grinsen. Die Taxifahrer von Kitz oder Velden habens da halt doch wesentlich leichter.

Topfmodel Luna Gurke
08
13.10.2011, 20:30

wien braucht mozart-taxis mit fahrern in rokoko-kostüm und perücke.

Emil Sacklinger
 
00
14.10.2011, 09:30

... der eine oder andere davon steht auf einem podest am graben.

(und läßt sich dort abfotografieren - scheint lukrativer zu sein, als sich mühsam durch den großstadtverkehr zu quälen)

CyberCop
02
14.10.2011, 06:51
und sollten lenkerINNEN das taxi lenken: sissi-kostüme und hochgestecktes haar

whose ass to kick?
01
14.10.2011, 11:56

*g*
ja....das wäre dann *prostitution auf die spitze getrieben*. aber: weit sind wir eh nicht mehr davon entfernt.

flohimpelz
50
13.10.2011, 17:06
In Wien ein Taxi ?

Aber wirklich nur, wenn es nicht mehr anders geht - und dann bitte einen Ausländer am Steuer, die sind wenigstens freundlich und ehrlich.

Granny
01
15.10.2011, 01:41
Einen Deutschen?

maxauthority
31
13.10.2011, 16:19

Also wenn der Taxler die StVO übertritt, und mir dadurch geld erspart, weil kürzer unterwegs, was gibts dagegen einzuwenden? Glaube auch nicht, dass Taxler für die Fahrleistung dadurch mehr Unfälle haben als "normale" Fahrer.

wald und wiese
12
13.10.2011, 15:34
und die angestellten beim funk?

vielleicht könnte man ja in den test auch mal die angestellten am telefon einbeziehen?
da liegt auch einiges im argen.
letzthin verlangte man von mir in barschem ton ich solle gefälligst die strasse langgehen bis ich irgendwo eine nummer sähe, denn es wäre nicht zumutbar dass der fahrer wisse wo der schnellbahnhof siemensstrasse wäre.
beim andern funk war dann nach 3 min jemand da......

1044
00
13.10.2011, 20:19

Schnellbahn Bahnhof --> Schnellbahnhaltestelle

arlequin
01
13.10.2011, 15:07
Ich teile die Kritik bezüglich Verhalten und Erscheinungsbild mancher Taxler,

auch die Umwege die bewusst gefahren werden, sind natürlich zu kritisieren.

Bezüglich Englischkenntnissen hätte ich gerne einen Vergleich zu Straßenbahnfahrern/Busfahrern/Bahnhofsbediensteten am Schalter/Fahrtbetreuern in den ÖBB. Was ich da erlebt habe spottet jeder Beschreibung. Also die Taxler da aussen vor zu schieben finde ich nicht ganz gerecht.

Letzter Punkt: BITTE BITTE, lasst keinen Offiziellen der Stadt Wien entscheiden, wie Taxis auszusehen haben. Das ist mir dann wieder jahrelang peinlich vor meinen nicht Österreichischen Freunden, wenn hier rosa smarts mit Wachpersonal etc auf den Straßen unterwegs sind.

Ernst Schneider
 
14
13.10.2011, 14:25
Pseudofirmen weg vom Taxigewerbe

Das Gewerbe würde viel besser dastehen wenn nicht irgendwelche Firmen mit Pseudogeschäftsführern im Taxigewerbe tätig wären. Sie kaufen alte Autos und beschäftigen bevorzugt Ausländer um ihre Wracks in den Verkehr zu bringen. Ein Taxi gehört nach 7 Jahren aus dem Verkehr gezogen . Das mit Fremdsprachen ist eine andere Geschichte .Wissen Sie eigentlich was so ein Taxifahrer verdient?? Da soll er auch noch Fremdsprachen können. Da muss sich halt der Fahrgast auf einen Zettel aufschreiben lassen wo er hin will. Wenn ich auf Urlaub bin kann ich auch nicht verlangen das die Taxilenker dort Deutsch sprechen sollen. Aber das Hauptproblem ist leider das 70% unserer Taxifahrer auch nicht Deutsch können.

plasticfly
51
13.10.2011, 14:50

Falsch - das Hauptproblem ist leider daß ein großer Teil unserer Taxler rassistisch sind und das auch gerne mal äußern ( scheint nicht ihr problem zu sein )

Reversi
 
00
16.10.2011, 15:39
Das ist wirklich das Hauptproblem!

Aber zum Glück werden ja laufend tolerant-gesellschaftskritische Politikwissenschaftler und -gschaftlerinnern mit dem Studium fertig, da wird der Rassismus dann bald weniger!

der_kleine_nick
 
01
13.10.2011, 14:22
Ich wohne im Norden Wiens, und wurde auf der Fahrt vom 1. Bezirk

nach Strebersdorf belehrt, das "längere" Strecken genauso unzumutbar wären wie kurze Strecken.

Der ideale Tarif liegt bei ca.11 Euro.

Werde beim nächsten Mal selbstverständlich die Route in zwei Etappen fahren in der Hoffnung dann wieder ein "guter" Fahrgast zu sein.

Karl Radek
11
13.10.2011, 14:16

zum glück ist in wien niemand gezwungen, mit dem taxi zu fahren.

Hackbrett Schorsch
26
13.10.2011, 14:11
"Ich schätze Zurufe von außen nicht sehr"

Sprich mir ist scheißegal, was ihr sagt. Die mia san mia Mentalität ist im Dienstleistungsgewerbe aber sowas von Fehl am Platz.

Ich hab's schon einmal gesagt und kann es nur wiederholen. Mit der Nacht-U-Bahn hat die Branche genau das bekommen, was sie verdient.

Ignatius von Stein
00
13.10.2011, 14:03
...

Als dauernder Taxifahrer in Wien stören mich primär drei Dinge:

1. Es stinkt (wahlweise nach Wunderbäumen, dem aufdringlichen Parfum des Taxifahrers oder dem Taxifahrer an sich, oder ...was das schrecklichste ist.... eine Mischung aus alldem

2. es gibt fürchterliche Autos in erbarmungswürdigen Zustand

3. Viel zuwenige Taxis sind mit Klimaanlage ausgestattet.

Eindeutige Taxis wie in London oder New Yorj würden mir sehr gut gefallen.

frank rosner
02
13.10.2011, 13:48
CI für eine spezielle Berufssparte

halte ich persönlich für ganz gut, wenn es sich auf jean und hemd oder polo einpendelt, wäre pflegeleicht und sähe relativ flott aus. zur "bildung" der faher - kann ich nur sagen, das sich diese auch nach der bezahlung richtet, und wie wenig manche taler verdienen vermag sich ein "fahrgast" wahrscheinlich nicht mal vorzustellen- ausser beim ersten schneefall in wien.4500 taxis sind definitv zuviel um einen lebensstandard für alle zu bieten- preiserhöhungen lösen das problem aber sicher auch nicht. aus eigener erfahrung kann ich sagen, was man im urlaub "landesüblich" und interssant findet - verteufelt man sobald man wieder daheim ist. auch nicht ganz richtig.

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