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PH-Vertreter: Neues Dienstrecht gut für Weiterentwicklung

12. Oktober 2011, 13:56

Rektorenkonferenz und Gewerkschaft begrüßen in Begutachtung geschickten Gesetzesentwurf - Siegi Stemer sieht "Schritt in die richtige Richtung"

Wien/Bregenz - Zahlreiche positive Veränderungen sehen Vertreter der Pädagogischen Hochschulen (PH) in dem heute, Mittwoch, in Begutachtung geschickten Gesetzesentwurf für ein neues Dienstrecht für PH-Lehrende. Wenn man die neue Lehrerausbildung "wirklich ernst nimmt, braucht man ein solches Dienstrecht", so Ivo Brunner, Vorsitzender der PH-Rektorenkonferenz und Rektor der PH Vorarlberg. "Das ist für uns - sowohl für die Leitung als auch für die Professorenschaft - ein gutes Instrumentarium, um die Weiterentwicklung der PH voranzutreiben."

Der Gesetzesentwurf schaffe "sowohl von der Entwicklung als auch der Qualität her" universitäre Rahmenbedingungen. Brunner hob besonders die neu geschaffene "mehrgliedrige Verwendung für Lehrpersonen" hervor. "Wir können nun auch Leute anstellen, die sich primär für Forschung, Entwicklung, Serviceleistung oder Qualitätsmanagement interessieren", so Brunner. Das bisherige Dienstrecht war auf Unterricht ausgerichtet, "das hat uns in manchen Dingen gehemmt". So gab es keine Bezahlungsform für wissenschaftlich kompetente Bewerber, die kein Lehramt hatten. Zusätzlich habe man künftig die Möglichkeit, die Arbeit von Lehrenden "inhaltlich innerhalb eines Zeitrahmenmodells" und nicht ausschließlich mit zeitlichen Werteinheiten zu regeln.

Auch für Wolfgang Weissengruber, Gewerkschaftsvertreter der PH-Lehrenden, ist die "Öffnung für Lehrende aus dem universitären Bereich" ein wesentlicher Ansatz des neuen Dienstrechts. "Wir brauchen mehr Kapazitäten für Forschung." Man sei einen "wesentlichen Schritt in Richtung tertiäre Einrichtung" gegangen, wolle sich aber im Bereich der auszubauenden Forschung nicht mit Universitäten "inhaltlich auf dieselbe Ebene begeben". "Wir nehmen uns nicht die Grundlagenforschung an der Uni als Vorbild", so Weissengruber. "Bei uns steht die praktische Berufsforschung im Mittelpunkt, die in der Lehre direkt umsetzbar ist."

"Schritt in richtige Richtung"

Auch der Vorarlberger Schul-Landesrat Siegi Stemer (ÖVP) sieht in der von Unterrichtsministerin Claudia Schmied und Beamtenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (beide S) entworfenen Novelle "im Großen und Ganzen" einen "Schritt in die richtige Richtung". "Die vehementen Forderungen haben damit in einem ersten Schritt Gehör gefunden", so Stemer. Eine Umsetzung des Entwurfs bedeute für die PH Vorarlberg "eine unabdingbare Grundlage, um die Arbeit weiterzuentwickeln und die Schaffung einer Pädagogischen Universität möglich zu machen". Er werde sich aber weiter "mit Nachdruck" für ein modernes Dienstrecht für alle Pädagogen einsetzen, so Stemer in einer Aussendung am Mittwoch.

Thomas Bulant, FSG-Vorsitzender in der Pflichtschullehrergewerkschaft, sieht dabei das Finanzministerium am Zug. "Wenn sich das Finanzressort quer legt, kann die personalintensive Schule des 21. Jahrhunderts nicht umgesetzt werden", so Bulant in einer Aussendung im Hinblick auf die laut Schmied bis Sommer 2012 fertigzustellenden Dienstrechtsverhandlungen.

FP-Bildungssprecher Walter Rosenkranz stimmt dem neuen PH-Lehrerdienstrecht "vollinhaltlich" zu und schlägt in einer Aussendung gleich die "Untergliederung der Pädagogischen Hochschulen" an das Wissenschaftsressort vor, "da auch schon alle Strukturen an den Universitätsbetrieb angeglichen worden sind". "Schlecht wäre es, wenn nun mit der PH-Lehrerdienstrechts-Reform auch noch das Unterrichtsministerium eigene Kompetenzen im Wissenschaftsbereich bekommen würde und so Doppelstrukturen aufgebaut würden", so Rosenkranz. (APA)

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