Lebensmittelsicherheit

Kein Grund zur Verunsicherung

13. Oktober 2011, 08:22

Konsumenten verunsichert - Handlungsbedarf bei Kennzeichnung

Wien - In Zeiten von Gentechnik, Analogkäse oder Klebefleisch sind die Themen Lebensmittelsicherheit und Täuschungsschutz buchstäblich in aller Munde. Viele Konsumenten zeigen sich zutiefst verunsichert. Zu Unrecht, versichern Verantwortliche. "Österreich nimmt in dieser Frage eine Vorreiterrolle ein" erklärte Gesundheitsminister Alois Stöger bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Wien anlässlich des 120. Jubiläums des "Codex Alimentarius Austriacus" (Österreichisches Lebensmittelbuch).

Schon im 19. Jahrhundert wurden in Österreich klare Richtlinien und Vorgaben in Sachen Nahrungsmittel erarbeitet: Eine am 12. und 13. Oktober 1891 eingerichtete wissenschaftliche Kommission erstellte ein sogenanntes Lebensmittelbuch, das Beschreibungen, Empfehlungen, Sachbezeichnungen, Begriffsbestimmungen, Untersuchungsmethoden und Beurteilungsgrundsätze sowie "Richtlinien für das Inverkehrbringen von Waren" auflistet. 1897 trat das "Gesetz betreffend den Verkehr mit Lebensmitteln und einigen Gebrauchsgegenständen" in Kraft.

Kontinuierlicher Verbesserungsprozess

"Lebensmittel in Österreich sind heutzutage so sicher wie nie zuvor", sagte Stöger beim Auftakt der Festivitäten. Grund zur Verunsicherung gibt es trotz Skandalen rund um EHEC und Dioxin wenig, erläuterte Ulrich Herzog, Bereichsleiter Verbrauchergesundheit im Gesundheitsministerium: Von mehr als 31.000 im Jahr 2010 amtlicherseits untersuchten Proben wurden 0,6 Prozent als gesundheitsschädlich beanstandet. Bei 4,5 Prozent fand man möglicherweise irreführende Angaben. Er sehe die Codex-Arbeit als "kontinuierlichen Verbesserungsprozess", in dem sich Lebensmittelanalytiker ständig neuen Herausforderungen stellen müssten, so der Experte. Heute gehe es vor allem um die Harmonisierung des europäischen Lebensmittelrechts, so Minister Stöger.

Er bedauerte, dass derzeit keine gültige Regelung für staatliche Gütezeichen für Lebensmittel mit besonders hoher Qualität existiert. Der aktuelle Gesetzesentwurf - Teil des Regierungsprogramms - scheitere derzeit an den Produzenten. Er plädiert vor allem für die klare Kennzeichnung von bessere Gemeinschaftsverpflegung. Auch im Bereich Genetechnik sieht der Minister Handlungsbedarf. "Die Menschen haben ein klares Recht auf Information".

Laut der Vorsitzenden der Codexkommission, Elisabeth Körner, wurde die Institution ursprünglich als rein wissenschaftliches Gremium konzipiert und besteht heute aus Mitgliedern der Behörden, Untersuchungsanstalten, Kammern, Gewerkschaft, Industrie und Wissenschaft. Mittlerweile wurde sie eingebettet in Gremien der EU und FAO/WHO, die zum Teil Anleihen am österreichischen Lebensmittelbuch nahmen. (APA)

Die Veranstaltung "120 Jahre Codex Alimentarius Austriacus. Das Österreichische Lebensmittelbuch. Verbrauchererwartung und ihre Umsetzung" findet am 12. und 13. Oktober im großen Festsaal des BMG statt. Aus diesem Anlass wurde auch eine Festschrift herausgegeben. Weitere Informationen unter http://www.ages.at/uploads/media/Programm_120_Jahre_Codex.pdf)

 

Herzerzog Johann
00
13.10.2011, 21:58
"Die Menschen haben ein klares Recht auf Information".

Ja. Meterlange Beipackzettel machen sie sicher.

Fritz wablhuber
00
13.10.2011, 16:47
LOL!

zimbo
 
00
13.10.2011, 09:05
Jede Menge Klebefleisch bei Billa.

Pizza traue ich mich schon lange keine mehr kaufen (Transfette aus künslichem "Käse")

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.