Schweiz will Söldnerfirmen verbieten

12. Oktober 2011, 10:51

Bundesrat prüft Gesetzesvorschlag - Sicherheitsfirmen sollen kein Personal in bewaffnete Konflikte schicken dürfen

Bern - Söldnerfirmen sollen in der Schweiz verboten werden. Die Schweizer Regierung (Bundesrat) hat am Mittwoch um Stellungnahmen zu einem entsprechenden Gesetzesentwurf gebeten. Es geht um Firmen, die von der Schweiz aus private Sicherheitsdienstleistungen im Ausland erbringen.

Künftig soll es verboten sein, unmittelbar an Feindseligkeiten im Rahmen eines bewaffneten Konflikts im Ausland teilzunehmen. Verbieten will der Bundesrat den Firmen auch, zu solchen Zwecken in der Schweiz Sicherheitspersonal zu rekrutieren, auszubilden, zu vermitteln oder zur Verfügung zu stellen.

Weiter soll es untersagt sein, von der Schweiz aus Sicherheitsdienstleistungen zu erbringen, die mit schweren Menschenrechtsverletzungen verbunden sind. Das Gesetz soll auch für die in der Schweiz niedergelassenen Gesellschaften gelten, die im Ausland tätige Sicherheitsunternehmen kontrollieren.

Neben den Verboten schlägt der Bundesrat eine umfassende Meldepflicht für private Sicherheitsfirmen vor, die von der Schweiz aus Dienstleistungen im Ausland erbringen. Die Behörden prüfen, ob diese Tätigkeiten den Zielen des Gesetzes widersprechen. Für verbotene Tätigkeiten sieht der Entwurf eine Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren vor.

Der Bundesrat ziehe diese einfache und wirksame Regelung einem schwerfälligen und bürokratischen Zulassungssystem vor, schreibt das Ministerium für Justiz und Polizei. Die Zulassung könnte als eine Art Gütesiegel der Schweizer Behörden missverstanden werden. Das Verfahren zur Einholung von Stellungnahmen des Bundesrates (Vernehmlassung) dauert bis zum 31. Jänner.

Die Kammern des Schweizer Parlaments, National- und Ständerat, hatten zuvor verschiedene Vorstöße für eine strengere Regulierung verabschiedet. Anlass für die Diskussion um Privatarmeen waren Berichte über die britische Sicherheitsfirma Aegis Group in Basel. Deren Personal steht unter anderem im Irak und in Afghanistan im Einsatz. Insgesamt bieten in der Schweiz rund 20 Sicherheitsfirmen ihre Dienste an. (APA)

Kommentar posten
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eagle13
 
30
13.10.2011, 07:03
Lächerlich. Dann ist das Geld in der Schweiz und der Firmensitz in Dubai oder man bietet von der Schweiz aus nur Logistik und Sanitätsdienst an und der Rest ist ausgelagert. Solange nicht jemand mit mehr Einfluss dies verbietet ist es nur Propaganda

supersepp
01
13.10.2011, 03:54
was ist mit der schweizergarde?

Der Himmel wird uns auf den Kopf fallen!
04
13.10.2011, 10:23

... hält einen 84-jährigen bayrischen Greis gefangen!

Grüneneun
00
13.10.2011, 09:57
war auch mein erster Gedanke

another_stranger_me
00
13.10.2011, 08:03

ist erstens nicht in der schweiz stationiert und hat zweitens den status einer polizeieinheit

insertnamehere
 
02
12.10.2011, 23:34
Beeindruckend, wenn man bedenkt, dass das Söldnerwesen jahrhundertelang die wichtigste Geldquelle der Schweiz war.

another_stranger_me
00
13.10.2011, 08:08

die schweizer söldner waren sogar sehr beliebt, vor allem wegen ihrer zuverlässigkeit

allerdings hat das den (neutralen) schweizer staat oft in ziemliche bedrängnis gebracht, weshalb seit es schweizer bürgern seit 1848 verboten ist, militärdienste für ein anderes land zu leisten

einzig ausnahme ist der vatikan, da hat die schweizer garde aber auch den status einer polizei

wieso auch nicht
03
12.10.2011, 20:22
Was wird aus der Schweizergarde?

the_suck
00
13.10.2011, 02:25

das sind trotzdem Angehörige der schweizer Armee und keine Söldner, ein österreichischer UN Soldat ist ja auch kein Söldner

yomellamo
12
12.10.2011, 22:34

der vatikan befindet sich grad nicht im krieg.

ich sag's grad raus
01
13.10.2011, 00:52

und was, wenn der taliban diesem jenen erklärt?

Gegenflieger
01
12.10.2011, 19:50

Da die meisten Söldner sich eher aus dem ehemaligen
YU und dem Ostblock vor Ort rekrutieren ist das ganze eh obsolet.
Ich mein,wen wird man eher aufnehmen?
Ehemalige angehörige Kommunistischer Streitkräfte mit Kampferfahrung,oder einen Schweizer und einen Österreicher?

the_suck
00
13.10.2011, 02:28

naja zumindest ein Österreicher ist mal kurz in den Nachrichten aufgetaucht, die verstümmelte Leiche von Bert N. wurde von einer Brücke hängend mit einem Schild versehen gefunden worden, ich will nicht wissen wie viele es noch gibt, von dem hat man ja auch nur gehört weil er als Geisel genommen wurde und das Video um die Welt ging, vielleicht sollte man das Video seiner Ermordung einmal anstrahlen dann gibts sicher keinen mehr der sich für sowas meldet

supermike
00
12.10.2011, 19:20
Söldnerdienst

ist für Österreicher schon lange verboten und hat sogar den Entzug der Staatsbürgerschaft zu Folge.
Dem Rest der Welt ist das aber Wurst - US Firmen decken den Markt zu 99% ab und darüber freut sich besonders die US Regierung - schließlich werden die meisten Firmen auch von ihr enagiert und bezahlt.
Und zuletzt gibts noch die Fremdenlegion - so kann man seine österreichische Staatsbürgerschaft bequem in eine französische tauschen und auch dem Sölderberuf nachgehen. Die Bezahlung bei Auslandsmissionen ist nicht zu vernachlässigen: http://www.legion-recrute.com/de/

aha15
00
13.10.2011, 11:33

sie verwechseln da was.
söldnerdienste, also militärdienst für einen fremden staat sind auch in der schweiz seit langem - rund 200 jahre - verboten.

hier geht's um firmen, die "sicherheit" anbieten und deren "dienstleistung" dann von offizieller seite in anspruch genommen wird. militärdienst leistet bei diesem konstrukt keiner.

supersepp
00
13.10.2011, 03:56
passiert ist da aber nie was

es gibt viele die im krieg in ex-ju gekämpft haben. sowohl angehörihe einer seite als auch österreichische nazis auf seiten der kroaten. nix passiert.

the_suck
00
13.10.2011, 02:30

wurde Bert N. auch die Staatsbürgerschaft entzogen? nein, das Ministerium hat sich sogar bemüht

es heißt ja auch nicht mehr Söldner sondern man ist arbeitet für eine PMC, Söldner führen Angriffe die im Irak zb (offiziell) nur defensiv

nukularteilchen
16
12.10.2011, 14:12

Söldnerfirmen sollten weltweit verboten werden.
Es ist kein gutes Zeichen wenn Privatfirmen für Staaten morden dürfen ohne das es zu Konsequenzen kommt.
Ebenso müssen Staaten die Söldner für Rohstoffkriege ... ähh, „Befreitungskriege” international geächtet werden und die verantwortlichen Politiker vor den Internationalen Gerichtshof verurteilt werden. Ich denke hier an Obamaland und dieses verkommene Königreich (GB) auf der Insel.

the_suck
10
13.10.2011, 02:36

nunja, eine dieser Firmen hat in Sierra Leone und Angola den Bürgerkrieg beendet und freie Wahlen ermöglicht und das mit minimalem Aufwand

andreas lamers
 
10
12.10.2011, 19:32
warum?

die briten aber auch die franzosen haben soeldner und das schon seit jahrunderten. in amerika gibt es einige soeldernfirmen.

gerade Sandline International war sehr erflogreich und hatte recht hohe moralische ansaetze. andererseits jemand der fuer andere seinen kopf hinhaelt und sein leben riskiert sollte auch dafuehr belohnt werden.

supersepp
00
13.10.2011, 03:57
na eh

krieg ist ja ein geschäft wie jedes andere. mord ist auch nur wie schuhe verkaufen. alles klar.

andreas lamers
 
00
14.10.2011, 22:49
intressante logik

also ist krieg mord? so waren die allieierten die europa befreit haben nichts anders als moerder? sind ghurkas verbrecher? die fremdenlegionaere kriminelle? und die hutumilizen im kongo sind dann ja die netten. da das ja keine soeldner sind. wobei streng genommen die uno truppen nach ihrer ansicht ja auch nur verbrecher sind.

zimbo
 
00
12.10.2011, 18:23
Normalerweise verliert man die Staatsbürgerschaft,

so in einem kultiviertem Land.

Werner Faygmann
011
12.10.2011, 13:51
Gut so!

NONE
34
12.10.2011, 13:20

Die Schweiz machen es vor.

Wenn Österreich eine Demokratie wäre würden wir genau das selbe auch machen. Nur geht das nicht weit genug. Es müssen auch Haftbefehle gegen Söldner her, in Österreich.

Österreich darf kein sicherer Ort für Söldner werden.

Ich bin auch dafür das dies in Verfassungsrang erhoben wird.

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