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Christ sein ist eine blutige Sache. Die Christen sind die am meisten verfolgte Religionsgemeinschaft auf der Welt. Am meisten verfolgt werden sie im islamischen Kulturkreis. Dort werden sie von radikalen Muslimen gejagt. Der gewalt- und tötungsbereite Arm des islamistischen Terrors zeigt ihnen seine hässliche Fratze. Dabei spucken islamistische Gewalttäter, auch nach Ansicht vieler moderater islamischer Geistlicher, Gott ins Gesicht. Die Gewalt in Ägypten gegen Christen und die daraus resultierenden Unruhen bringen uns im Westen diese Facette neu und bedrückend zu Bewusstsein.
Auf der anderen Seite des Mittelmeeres hat zu Beginn des Jahres eine atemberaubende Freiheitsgeschichte begonnen. In das Machtvakuum, das in Ägypten entstanden ist, dringen verschiedene Gruppierungen vor - vor allem und massiv die Islamisten. Islamisten sind solche, die glauben, dass der Islam allein das Muster und die Regeln liefert, nach denen eine irdische Gesellschaft ausgerichtet und rechtlich geregelt zu sein hat. Zur Erinnerung: Diese Vorstellung ist genau das Gegenteil von dem, was Papst Benedikt XVI. in seiner Rede im Deutschen Bundestag vom Christentum gesagt hat. Es gibt den Gläubigen niemals ein fertiges und allumfassendes Gesetzeswerk mit auf den Weg.
Fliehen die Christen aus Ägypten, ist das der Sieg des weltweiten Islamismus
Es bedarf keiner gesonderten Erklärung, dass diese allumfassende religiöse Grundierung des Staates, wie ihn die Islamisten fordern, keinen Platz für Religionsfreiheit und die anderen für die säkulare Moderne maßgeblichen Freiheiten - der Wissenschaft, der Presse beispielsweise - lässt. Da die Islamisten in jedem Land aktiv sind und, in ihrer strengen Ausrichtung des Salafismus mit finanzieller Ausstattung aus dem rechtgläubigen Saudi-Arabien rechnen dürfen, muss für die Akteure in den westlichen Ländern, sowohl für Politiker als auch für NGOs als auch für Netz-Aktivisten oberste Priorität sein, den Einfluss der islamischen Religion auf die neuen zivilen Gesellschaften so weit als möglich zu beschneiden.
Der Exodus der Christen aus der arabischen Welt ist der beste Indikator dafür, wie kaltblütig und stringent die Extremisten vorgehen. Die Christen haben den Irak verlassen. Sie mussten sich dabei die Augen reiben, dass sie als Verfolgte von der politischen Linken in Deutschland gesagt bekamen, dass der Innenminister gefälligst nicht nur sie, sondern auch andere verfolgte Minderheiten im Proporz-Verhältnis zu retten habe. Ägypten, und das muss man den Diskursteilnehmern in Deutschland sagen, hat in der arabischen Welt eine ganz klare Sonderstellung, wenn es um die christliche Minderheit geht, die sich nicht nur vom Irak unterscheidet.
Christenverfolgungen gab es auch unter Mubarak
Die Kopten stellen knapp zehn Prozent der Bevölkerung Ägyptens. Sie möchten keine genauen Zahlen veröffentlichen aus Angst vor Verfolgung. Die große Zahl der Christen und ihre relativ gute Stellung in der Gesellschaft machen sie zum Angriffsziel: Gelingt es dem feigen Islamisten, die Christen aus dem Land zu vertreiben, hätte das eine fatale Wirkung auf Christen überall in der islamischen Welt und wäre er Ausweis von Erfolg für die Sache des radikalen politischen Islam. Von daher schüren die gewaltbereiten Islamisten die Animositäten und Ressentiments in der Bevölkerung, die es gegen Christen gibt, mit besonderer Hingabe.
Christenverfolgungen gab es in Ägypten auch unter Mubarak. Immer wieder geraten die Religionen aneinander. Religion, und das ist eine Lehre, die wir im Westen immer wieder ziehen müssen, hat in dieser Weltregion eine andere Bedeutung als in Europa. Religion ist für uns Ethik. Religion ist für die Muslime dort die Wahrheit. Sie ist die Identifikation für sich selber und in Abgrenzung zum Rest der Welt, gegenüber den Amerikanern, den Juden, dem Westen.
Modernisierung oder Atheismus
Der religiösen Verblendung kann man nur begegnen, wenn Bildung hoch und Koranschulen niedrig gehalten werden. Es klingt nach einer Wiederholung der europäischen Geschichte: Mehr Bildung führt zu weniger Religion. In Europa war das nicht der Fall, weil das Christentum mit seiner hoch komplexen Theologie und Philosophie in der Lage war, sich in harten Kämpfen der Moderne anzupassen. Nun sind die moderaten islamischen Geistlichen und die liberalen Kräfte in den Ländern gefragt. Gelingt es ihnen nicht, den Diskurs für sich zu entscheiden, kann man der arabischen Welt nur den Atheismus empfehlen.
Allah mag sicher Menschen, die nicht an ihn glauben, lieber als solche, die in seinem Namen morden! (Alexander Görlach, derStandard.at, 12.10.2011)
Autor
Alexander Görlach, The European, ist Herausgeber und Chefredakteur von The European. Er hat im Jahr 2003 in Kairo an der Al-Azhar Universität studiert und über das interreligiöse Verhältnis zwischen Muslimen und Christen promoviert.
Wenn ich z. B. einen Verein habe, dessen Mitglieder die gewalttätige Vernichtung von Nichtvereinsmitgliedern im Vereinsstatut stehen haben, wenn diesem Verein 90% der Bevölkerung angehört und wenn dieser Verein dann an die Macht kommt, was wird passieren?
Es SIND die Vorgaben des Glaubens einer intolerant verfassten UND ausgelegten Religion, die Intoleranz und Gewalttätigkeit fördern und sogar fordern!
Ich frage mich, wie kommt der Herausgeber einer noch dazu schwer christlich-fundamentalistisch angehauchten westlichen Zeitung dazu, Ägypten vorzuschlagen, welche Religion dort praktiziert werden soll ? Ist das naiv oder anmaßend ? Wahrscheinlich eher letzteres.
Mit herablassenden Sätzen wie "Allah mag sicher Menschen, die nicht an ihn glauben, lieber als solche, die in seinem Namen morden! " wird man es wohl auch kaum zu irgendwelchen inter-religiösen Dialogen bringen.
Wer braucht schon die himmelschreiend unplausible atheistische "Religionslehre", die eine www.atheistische-religionsgesellschaft.at allen Ernstes vertritt?
Ist der intellektuelle Niedergang des europäischen Atheismus nicht ein Segen für jene, die sich dadurch (wieder) ermutigt fühlen, die sich - letztlich! - in der Wahrheit auszeitigende Schönheit der Heiligen Katholischen Kirche in ihrer tiefen existenziellen Grundlegung durch den kostbaren Erlösungstod Christi zu entdecken?
Ist es wirklich segenbringend, etwas zu vermissen, was - letztlich! - aus sich heraus keinen Bestand haben konnte?
wenn hier was niedergeht dann sind das junge missbrauchsopfer...und zwar auf die knie
und mit ihnen der ganze teufelsverein
das schlauste was der teufel je angestellt hat, war den leuten glauben zu machen dass er gott ist und seine 3 erfundenen weltreligionen die wahrheit predigen.
bereiten sie sich vor: nicht mehr lang und sie werden von der großen zur kleinen minderheit :]
ich habe aengste was diese revolutionen betrifft. die iranische revolution wurde anfangs auch gefeiert und sie ist spektakulaer gescheitert.
war kurz nachher dort, besonders in meiner erinnerung ist ein riesiges plakat in farsi und englisch: wir wollen nicht mehr und nicht weniger als die herrschaft des islam ueber die gesamte welt.
Bereits 100.000 Kopten haben Ägypten verlassen. Im Irak die gleiche Tendenz. D.h. unter den Augen der Welt wird keine ethnische sondern eine religiöse Säuberung durchgeführt.
Was Ägypten anlangt, könnten ja die USA drohen, wegen jeder abgefackelten Kirche und wegen jedem ermordeten Kopten die finanzielle Unterstützung zu kürzen.
Doch da die USA an Stabilität interessiert ist und diese nur vom Militär garantiert werden kann, schaut man darüber bequem hinweg, was da mit den Kopten gemacht wird.
Das "Problem" mit dem Islam auf der iberischen Halbinsel (und den anderen geduldeten Religionen wie dem Judentum) wurde mit "komplexer Theologie und Philosophie" gelöst.. O.K. das mit den harten Kämpfen haben unsere Dumpfbacken hinbekommen..
Es gab kein Problem mit dem Islam auf der ibersichen Halbinsel.
Es gab ein Problem mit Invasion, Plünderung, Unterdrückung und Entrechtung Andersgläubiger.
Mehr infos, auch über die spanische INquisition unter
islamfacts.info/Leseproben_files/Die%20Geschichten%20von%20al-Andalus.pdf
Auch für nemo dringend empfohlen.
und der islam kam natuerlich mit rosen in der hand auf die arabische halbinsel, nicht mit armeen und schwertern. die muslime wurden nach spanien nicht eingeladen sondern haben es ganz einfach erobert, gegen haertesten widerstand. ich wage zu bezweifeln, dass sie bei der invasion nicht gepluendert, unterdrueckt und andersglaeubige entrechtet haben.
gab es auch muslimenverfolgung, daraus schöpft der extremismus wie er seit qutb entstand auch seine kraft. und die wirklich ignorant weltanschauliche, jedoch typisch eurozentristische, kulturalistische ansage: "atheismus für ägypten" zeigt eigentlich in erster linie erst einmal, welchen fundamentalistischen anschauungen sie anhängen. die christen und muslime in ägypten haben länger friedlich zusammengelegt als es die christen europas miteinander geschafft haben.
"die christen und muslime in ägypten haben länger friedlich zusammengelegt als es die christen europas miteinander geschafft haben."
"guter Mann," Sie sind die Mutter aller Verdreher und Schönfärber.
Ich sehe als Resultat des jahrhundertelangen friedlichen Zusammenlebens den Koptenanteil von 90 auf 10% schrumpfen. Ich sehe seit Jahren nahezu tägliche Ausschreitungen und ich kenne aus Ägypten Koptenschicksale im Dutzend aus eigener Anschauung.
Und wenn Sie von "Muslimverfolgung" sprechen- was in Wirklichkeit eine politische Abrechnung war- ist das eine Verarschung der totegprügelten oder bei lebendigem Leibe verbrannten Kopten.
"guter Mann", Sie sind ein Hassprediger.
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