Statistik Austria stoppt Budgettricks der Gemeinden

11. Oktober 2011, 22:46
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    foto: apa/gindl

    Budgettricks bringen Oberösterreichs Landeschef Pühringer in Bedrängnis.

Warnung an Oberösterreichs Landeschef: Ausgelagerte Schulden werden mitgezählt

Wien - Die Statistik Austria hat nun genug vom neuesten Hang zu Budgettricks in den Ländern und Gemeinden. Das Fass zum Überlaufen gebracht hat ein Erlass der beiden Gemeindereferenten der oberösterreichischen Landesregierung, Max Hiegelsberger (VP) und Josef Ackerl (SP), an die Bürgermeister des Landes. Darin wird festgelegt, dass alle Projekte über ausgelagerte Gesellschaften abzuwickeln sind: "Es hat absolute Priorität, dass alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden, anstehende Maastricht-schädliche Darlehensaufnahmen in Maastricht-neutrale Darlehen zu transformieren."

Maastricht steht für jene EU-Bestimmung, wonach die Mitgliedsstaaten ihr Defizit mit drei Prozent, ihren Schuldenstand mit 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts begrenzen müssen. In den Staatsfinanzen sind auch die Haushalte der Länder und Gemeinden inkludiert. Beide Ebenen haben - ebenso wie der Bund - immer wieder versucht, Ausgaben in ausgegliederten Einheiten zu verstecken.

Dem schiebt die in der Erfassung der öffentlichen Finanzen kürzlich massiv gestärkte Behörde Statistik Austria nun einen Riegel vor. Ihr Generaldirektor Konrad Pesendorfer unterrichtet Landeshauptmann Josef Pühringer, dass laut neuem Österreichischen Stabilitätspakt "neue geschaffene institutionelle Einheiten binnen zwei Monaten an die Statistik Austria zu melden sind" . Dann wird Pesendorfer konkreter: "Die im Erlass erwähnten Darlehen zur Finanzierung von Gemeindeprojekten würden bei einer derartigen Prüfung (...) auch dann den Gemeindebudgets zuzurechnen sein, wenn sie über eine ausgelagerte Gesellschaft aufgenommen würden ..." Im Klartext: Aus der in Linz konzipierten "Maastricht-neutralen Finanzierung" von Gemeindeprojekten wird nichts. Um keine Missverständnisse aufkommen zu lassen, wurde eine Kopie des Briefs an Gemeinde- und Städtebund geschickt. Es ist nämlich nicht auszuschließen, dass auch in anderen Ländern die klammen Budgets zu ähnlich kreativen Maßnahmen führen könnten.

Offiziell haben die Gemeinden derzeit rund zehn Milliarden Euro an Schulden. Nimmt man jene ausgegliederten Unternehmen dazu, die sich in Mehrheitsbesitz der Kommunen befinden, dürften nach ersten Schätzungen vier bis fünf Milliarden Euro an zusätzlichen Schulden dazukommen, sagt Gemeindebund-Präsident Helmut Mödlhammer. Er geht im Gespräch mit dem Standard nicht davon aus, dass diese ausgelagerten Verbindlichkeiten dem Staat zuzurechnen sind.

Der Großteil der kommunalen Haftungen für die Betriebe, für die letztlich die Gemeinden geradestehen, entfielen nämlich auf die Bereiche Abwasser und Trinkwasser - und diese seien von Eurostat ausgenommen. Maastricht-relevant könnte beispielsweise sein, wenn eine Gemeinde an einem Tourismusbetrieb beteiligt ist, der großzügig Kredite aufgenommen hat, meint Mödlhammer.(Andreas Schnauder, Günther Oswald, DER STANDARD; Printausgabe, 12.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 149
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S H7
00
14.10.2011, 09:01
Ich bitte den Standard

an dieser Geschichte dran zu bleiben und endlich aufzudecken!!!

daBart
00
5.11.2011, 14:02

Gibts noch eine kleine Gemeinde (<2000 EW), welche nicht bereits alle Gebäude (Kindergärten, Volksschule etc.) verkauft hat und wieder zurück leased?

Also zumindest bei uns in Oberösterreich saniert man so das Budget noch bis 2015. Spätestens dann ist es in Ösistan sowieso aus, weil uns neben den ganzen Schuldentricksereien auch die Pensionszuschüsse sowie Zinszahlungen in die Knie zwingen werden. Kommt jetzt noch eine Phase der Stagnation/Stagflation (weil die Leute wie wild ihre Kohle raushauen), dann kommt der Kollaps vielleicht sogar noch 1-2 Jahre früher.

Besserwisser
16
12.10.2011, 14:34
Es trifft nicht zu, dass dieser Hang zu Budgettricks durch Ausgliederung

neu wäre. Er besteht seit vielen Jahren.

Nicht unwitzig, dass auch die Statistik Austria eine ausgegliederte Bundesanstalt ist.

Der Waehlerwille
 
00
13.10.2011, 10:41
ich sag mal nur ganz ganz vorsichtig

ASFINAG.

turbotiga
01
12.10.2011, 14:17
endlich ...

Schulden auf den Tisch u. dann reden wir drüber. Österreich soll kein zweites Griechenland werden.

Frei nach Ingeborg Bachmann: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar, andere Politiker brauche ich nicht.

Österreichischer Gemeindebund
00
12.10.2011, 12:59
vielleicht noch als Ergänzung zu meinem ersten Beitrag

Kritik am Erlass des Landes OÖ gibt es auch von Gemeindebund-Präsident Mödlhammer. Er sei darüber "nicht glücklich, weil wir für Budgetwahrheit sind", sagte er gegenüber der APA. "Schulden sind Schulden, egal ob ausgelagert oder nicht." Wie auch Pesendorfer verwies er darauf, dass es sehr wohl die Möglichkeit gibt, Ausgaben auszulagern - etwa bei der Wasserversorgung oder Abwasser- und Abfallentsorgung. Diese Maßnahmen seien nämlich durch Gebühren gedeckt. Alles andere halte er aber für problematisch. Er erwarte sich, dass die zuständigen Stellen in Oberösterreich mit dem oberösterreichischen Gemeindebund und dem Städtebund unter Einbindung der Statistik-Behörde sprechen und eine Lösung finden werden.

Besserwisser
05
12.10.2011, 12:55
Ich bin überzeugt, dass es solche Budgetstricks in ALLEN österreichischen Gemeinden gibt.

Von einigen Tiroler Gemeinden weiß ich es jedenfalls mit Sicherheit. Und stets beruft man sich darauf, dass es andere Gemeinden in Österreich genaus so machen.

Zivilgeselle
01
12.10.2011, 16:09
Lauter Trickser

Der gleiche Trick wie bei den Banken:
Wenn´s einer macht ist es strafbar - wenn es alle machen, dann ist es ein Kavalliersdelikt oder nicht abstellbarer Saubrauch.

Tatsache ist, dass die meisten Gemeinden noch viel schlechter dastehen, als sie offiziell zugeben. Die Kreditlinien werden einfach in "Gesellschaften" versteckt und verschleiert.

Elsner ist für ganz ähnliche Machenschaften zu vielen Jahren Haft verurteilt worden.

Die NÖ Wohnbaugelder wurden ganz ähnlich "verwurschtelt": per ir(r)ischer Zweckgesellschaft.

Wer ist stärker:
Die ÖVP Justiz

oder

ONKEL Erwin.

Das Profil nennt es einen Staatskomplott.

Besserwisser
01
12.10.2011, 12:56

Ich meine natürlich nicht einen Strick, sondern einen Trick.

was weisich
00
12.10.2011, 12:51

Gehts der Wirtschaft gut, gehts uns allen gut.

Gehts der Wirtschaft schlecht,...

peak oil
00
12.10.2011, 15:01
gehts der wirtschaft schlecht,

gehts den bonzen und heuschrecken noch immer viel zu gut.

Le Comte
01
12.10.2011, 12:21
Die Dorfkaiser

werden sich schon was Neues einfallen lassen.... wartet nur. Die Korruption ist immer schneller als die Gesetzgebung.

Balduin
00
12.10.2011, 12:45
Du kennst aber schon die Bedeutung des Worts "Korruption"?

fredi 1990
00
12.10.2011, 12:17
wer wird den rettungsschirm für uns finanzieren?

nachdem uns die övp/fpö/bzö und danach auch noch spö und die grünen in wien in die verlustzone führen, schaut es ja nicht gut aus in österreich!

nur welches europäische land kann und wird uns da wohl retten können?

itavalda
05
12.10.2011, 12:11

Die Taschenspielertricks von Pühringer und seinem LAD & Finanzgenie Pesendorfer E. sind endlich aufgeflogen.
80 % der OÖ-Gemeinden tauchen nun in tiefrote Zahlen unter, viele davon kaum sanierbar.

Jetzt sollte gleich auch der Verbleib jener 700 000 € Steuergeld aufgeklärt werden die Pühringer verbraten hat um seinem CV-Bundesbruder Zeilinger ein nettes Gratisbüro mit Blick auf den Traunsee einzurichten, das dieser kaum 2 Wochen im Jahr nutzt.

so einfach ist das nicht
00
12.10.2011, 12:26
kurz mal google fragen hilft immer:

http://www.cts.co.at/index.php... mId=105874

O5
01
13.10.2011, 01:48

Irgendwie find ich es pervers wie sich ein an und für sich guter Wissenschaftler wie Zeilinger an die Politik ranschmeißt - nur damit er am Traunsee ein Gratisbüro auf Steuerzahlerkosten bekommt. So etwas würde ein US-Wissenschaftler NIE machen - dafür haben die viel zu viel Selbstachtung. Zeilinger hingegen hat sich ja schon bei der Unireform ganz an die ÖVP rangeschmissen statt die Interessen der Unis zu vertreten... traurig irgendwie.

so einfach ist das nicht
10
12.10.2011, 12:23
da wuerde ich gerne mehr wissen!

Was ist die Verbindung von Traunsee und Zeilinger und Pühringer??

itavalda
01
12.10.2011, 15:44

Im Obergeschoss des alten Klosters wurde für den CV Bundesbrüder Zeilinger von Land OÖ ein Büroflucht eingerichtet, darin soll jedes Jahr eine Sommerakademie stattfinden Damit die jungen Damen & Herren nicht so viel Ungemach haben wurde sogar ein Lift eingebaut. Kosten der Aktion 700 000 . Die Nutzung dieser Chill out Zone findet an 2 - 3 Wochen statt wobei die allabendliche Weinverkostung der Hauptzweck der Veranstaltung sein dürfte.
Auswirkung der Investition auf den Fremdenverkehr ist genau Null.
Zur selben Zeit musste zur Sanierung des Daches der Volksschule Traunkirchen eine KG zur Kreditaufnahme gegründet werden! Aber was macht man nicht alles für liebe Bundesbrüder

Wennso Weitergeht...
08
12.10.2011, 11:58
Die wahre Frechheit ist ja

dass in diesen "ausgelagerten Gesellschaften" dann die ganzen Polit-Freunderl untergebracht werden, die in ihrem Leben nix geleistet haben, als das richtige Parteibuch zu haben. Und wenn das Unternehmen pleite geht ist auch nicht der Bürgermeister verantwortlich.
Hauptsache wir jammern laut, dass wir für Griechenland nicht zahlen wollen, für die Parteifreunderl zahlen wir gerne in irgendwelche hochverschuldeten Betriebe ein.

Def_?_1st-sling-shot-army
22
12.10.2011, 11:51
ÖVP - wirtschaftpartei ??? oder zahlenschieber??

Marco der König
01
12.10.2011, 12:08
Wieso der Ackerl ist ja von SPÖ

itavalda
00
12.10.2011, 15:45

die Tricks wurden von VP Stockinger angefangen.

Marco der König
00
12.10.2011, 16:53
Ja und vom Ackerl verfeinert`?

?und
00
12.10.2011, 13:14
macht nix, schuld ist immer die övp.....

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