Deutscher Innenminister: Länder sollen Trojaner nicht mehr verwenden

Bericht | 11. Oktober 2011, 16:20

Friedrich für gesetzliche Neuregelung von Überwachungen

Der deutsche Innenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) hat die deutschen Bundesländer aufgefordert, die vom Chaos Computer Club (CCC) enttarnte Spionagesoftware nicht mehr einzusetzen. Das Programm sollte nicht verwendet werden, solange es mehr könne, als gesetzlich zulässig sei, sagte der CSU-Politiker am Dienstag im Deutschlandfunk. Gleichzeitig sprach sich Friedrich dafür aus, in der Strafprozessordnung den Einsatz solcher Software neu zu regeln. Er hoffe, dass das der deutsche Justizministerium in dieser Sache einen Vorschlag erarbeite.

Nicht gegen Gesetz verstoßen

Zum Einsatz des Trojaners in Bayern sagte Friedrich, er gehe weiter davon aus, dass nicht gegen das Gesetz verstoßen worden sei. Er könne die Forderung nach Aufklärung jedoch nachvollziehen. Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) hatte am Montag eingeräumt, dass der vom CCC analysierte Trojaner bei einem Ermittlungsverfahren verwendet worden sei. Dabei seien aber die rechtlichen Vorgaben eingehalten worden. Die SPD hat wegen des Vorgangs eine Aktuelle Stunde im Bundestag beantragt. (APA/AFP)

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