"Kids' Lab" im Naturhistorischen Museum

11. Oktober 2011, 16:16
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Verlängerung des Projekts für Volksschüler wegen regen Zuspruchs über Jahresende hinaus wahrscheinlich

Wien - Mit einem neuen Vermittlungsprojekt für Chemie will das Naturhistorische Museum Wien (NHM) seine Position als Kompetenzzentrum für Naturwissenschaften betonen: Im Rahmen des Projekts "Kids' Lab - Chemie macht Spaß", das vom Chemiekonzern BASF konzipiert und gemeinsam mit dem Museum umgesetzt wurde, machen Volksschulklassen Experimente mit Wasser. Anmeldungen sind bis 16. Dezember möglich, wegen der starken Nachfrage denkt man jedoch bereits über eine Verlängerung über das Jahr der Chemie 2011 hinaus bzw. einen "Schichtbetrieb" nach.

Erfreut von der Kooperation zeigte sich Vizerektor und wirtschaftlicher Geschäftsführer des Museums, Herbert Kritscher. "Auch wir haben durch die Zusammenarbeit dazugelernt, auch die Museumspädagogik hat dazugelernt", unterstrich er bei einer Pressekonferenz anlässlich des Projektstarts am Dienstag in Wien. Für das Museum fallen keine Extrakosten an. "Wir wären nicht traurig, würden auch andere Unternehmen mit Ideen auf uns zukommen."

"Es macht den Kindern Freude, sich mit Naturwissenschaften zu beschäftigen und darüber etwas zu lernen", betonte BASF-Österreich-Geschäftsführer Joachim Meyer. Bereits seit 1997 betreibt das Unternehmen an seinem Stammsitz im deutschen Ludwigshafen Kids' Labs. Die Idee zu den Schülerlaboren wurde in mittlerweile 33 Länder exportiert, zuletzt wurde das Projekt in der Slowakei gestartet, kommende Woche erfolgt der Startschuss in Polen.

Im Schülerlabor selbst stehen drei unterschiedliche Experimente zu Wasser - speichern, erforschen, reinigen - auf dem rund einstündigen Programm. Vom Chemieunternehmen geschulte Mitarbeiterinnen stehen den Kindern unterstützend zur Seite, prinzipiell sollen die sechs- bis zehnjährigen Kinder aber so selbstständig wie möglich arbeiten.

Pläne für "Aktivitätensaal"

Geht es nach BASF-Chef Meyer, soll das Kids' Lab in Österreich eine permanente Einrichtung werden, am liebsten hier im Naturhistorischen Museum. "Was wir nicht haben, ist Platz", stellte hierzu der Vizerektor einer der größten außeruniversitären Forschungseinrichtungen Österreichs fest. Das werde sich mittelfristig jedoch ändern - "in drei bis vier Jahren soll ein 'Aktivitätensaal' mit 250 Quadratmetern eröffnet werden, der für solche Projekte vorgesehen ist."

Vorgestellt wurde bei dem Anlass auch eine neue interaktive Chemie-Website namens Chemgeneration in elf Sprachen. "Es gibt seitens der Industrie bzw. Privatwirtschaft viele Initiativen, aber wahrgenommen werden nur wenige. Das wollen wir ändern", betonte Meyer und verwies auf die neugegründete Dachmarke "Wissensfabrik - Unternehmen für Österreich". Die darin vertretenen neun großen Unternehmen, darunter Bosch oder Siemens, wollen "Lernkultur und Erfindergeist der kommenden Generation" fördern, wie es heißt.

Workshops in einem Mitmachlabor der anderen Art finden an mehreren Wochenenden im November und Dezember statt. Dann können unter dem Motto "Laubsägen war gestern" im "Happylab, einer offene High-Tech-Werkstatt in Wien-Leopoldstadt, neue Technologien wie 3D-Drucker, Lasercutter und spezielle CNC-Fräsen ausprobiert werden, mit denen man in Zukunft selbst online entworfene Produkte, vom Turnschuh bis zum Schmuckstück, auf Knopfdruck in 3D ausdrucken können soll. Die Workshops richten sich an Kinder und Jugendliche zwischen 10 und 14 Jahren, das Angebot in Kooperation mit dem Wirtschaftsministerium ist kostenlos. (APA)

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