Finanzexperte

"Ich wette gegen das Ende des Geldes"

Chat | 12. Oktober 2011, 10:22

Stefan Pichler rät Frankenkreditnehmern zum Ausstieg und hält bei einer Griechenpleite ein europäisches Bankenpaket für notwendig

Eine Pleite Griechenlands würde wohl das Ende einiger Banken bedeuten sagt WU-Professor Stefan Pichler, wenn diese Banken nicht vom Staat vorher aufgefangen werden. Ob und welche Banken in Europa rekapitalisiert werden müssten, wird man erst dann wissen, wenn klar ist, ob und in welchem Ausmaß auch Euro-Staatsanleihen abgeschrieben werden müssen, so der Finanzexperte im derStandard.at-Chat.


Von der Idee, dass der Staat Banken in Schieflage verfallen lassen könne, hält er eher wenig: "Der Kollateralschaden für SparerInnen und KreditnehmerInnen wäre wohl sehr groß. Aber es müssen auch BankeigentümerInnen an den Verlusten beteiligt sein." Die Bedrohung für das europäische Finanzsystem nach dem vorübergehenden Stopp des erweiterten Eurorettungschirms durch das Votum in der Slowakei hält Pichler für "groß".

Was die Aktion der Schweizer Notenbank SNB der Euro-Frankenkoppelung betrifft, so geht der Finanzexperte davon aus, dass die SNB den amtlichen Franken-Kurs nicht halten kann. "Ich rate allen Frankenkreditnehmern, aus diesen unsinnigen Instrumenten auszusteigen, solange sie es noch können." (rb, derStandard.at, 12.10.2011)
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