Nach schwerem Beschuss wurden alle Einrichtungen in der somalischen Hauptstadt geschlossen
Mogadischu/Wien - Nach dem SOS-Kinderdorf in der somalischen Hauptstadt Mogadischu ist nun auch eine SOS-Klinik evakuiert worden. Das Gelände sei seit drei Tagen unter schwerem Beschuss, hieß es in einer Aussendung der in Österreich gegründeten Hilfsorganisation vom Dienstag. Demnach wurde bei den Kämpfen auch ein langjähriger Mitarbeiter der Wäscherei der Klinik getötet.
Das sei die erste komplette Evakuierung aller Einrichtungen von SOS-Kinderdorf in Mogadischu seit der Gründung 1985, heißt es weiter. Die zehn SOS-Kinderdorf-Familien wurden bereits Mitte August aus Mogadischu in eine Notunterkunft außerhalb der Stadt gebracht.
Seit 20 Jahren Bürgerkrieg
In Somalia, wo die Bevölkerung derzeit unter der schwersten Dürre seit 60 Jahren leidet, gibt es seit 20 Jahren keine funktionierende Zentralregierung mehr. Die islamistischen Al-Shabaab-Milizen kämpfen seit Jahren gegen die Übergangregierung, die von der Mission der Afrikanischen Union (AU) in Somalia (AMISOM) unterstützt wird. Die AU gab am Dienstag die Eroberung der letzten Hochburg der Rebellen in der Hauptstadt bekannt. (APA)