Sozialminister Hundstorfer weist Kritik zurück
Wien - Die von den Sozialpartnern vorgeschlagenen Maßnahmen zur Erhöhung des faktischen Pensionsalters stoßen innerhalb der Koalition weiterhin auf geteilte Meinungen. Während sich die SPÖ optimistisch zeigt, spricht die ÖVP von Nachschärfungen. So meinte Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP), dass die angepeilte Erhöhung um zwei Jahre "in der Praxis" weniger sein werde. Deswegen werde man "nachschärfen müssen".
Am Dienstag beurteilte Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) die Vorschläge der Sozialpartner skeptisch. Sie lasse im Ressort durchrechnen, ob die Vorschläge nicht mehr kosten als sie bringen. Sie kritisierte die Idee, dass der Steuerzahler für Frühpensionen zahlen solle: Das gesetzliche Pensionsalter liege bei 65, wenn der Staat Prämien dafür zahle, dass jemand bis 62 arbeite, sei das schon "sehr eigenartig".
"Gibt immer Menschen, denen das zu wenig ist"
Sozialminister Rudolf Hundstorfer (SPÖ) zeigte sich da weit optimistischer als Mitterlehner. Die vorgeschlagenen Maßnahmen würden für eine Erhöhung um zwei Jahre reichen. "Dass es immer Menschen gibt, die sagen, das ist zu wenig, damit muss man leben", so Hundstorfer in Richtung ÖVP. Er möchte jedenfalls demnächst die Umsetzung der vorgeschlagenen Maßnahmen angehen. Nächste Woche soll es eine erste Runde mit Experten geben und ein Zeitplan erstellt werden. Der Sozialminister geht davon aus, dass ein Teil der Maßnahmen rasch umgesetzt werden könne, ein anderer Teil dagegen längere Vorlaufzeiten brauche. (APA)