Studie: Aggressive Kinder mögen brutale Computerspiele

11. Oktober 2011, 10:47

Acht- bis Zwölfjährige untersucht - Umkehrschluss gilt nicht

Aggressive Kinder bevorzugen einer neuen Studie zufolge brutale Computer- und Videospiele. Der Spielemix von als problematisch geltenden Buben und Mädchen ist gewalthaltiger als der ihrer Klassenkameraden, wie die Wissenschaftler der Universität Hohenheim und der Leuphana-Universität Lüneburg am Montag in Stuttgart mitteilten. Bei diesen Kindern bestehe das Risiko, dass sich ihre Vorliebe für brutale Bildschirmspiele verfestige.

"Allerdings gilt das ausdrücklich nur für die von uns erstmals in einer Wirkungsstudie untersuchte Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen."

Der Umkehrschluss gelte jedoch nicht: Die Forscher konnten keine Belege dafür finden, dass gewalttätige PC- und Videospiele die Spieler im realen Leben noch aggressiver macht. "Das ist die medienpädagogisch gute Nachricht unserer Studie", sagte Jens Vogelgesang von der Universität Hohenheim. "Allerdings gilt das ausdrücklich nur für die von uns erstmals in einer Wirkungsstudie untersuchte Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen."

Bei älteren Jugendlichen seien negative Auswirkungen brutaler Spiele auf das Verhalten belegt, sagte Studienleiterin Maria von Salisch aus Lüneburg. "Wir können nicht ausschließen, dass eine verfestigte Vorliebe für gewalthaltige Bildschirmspiele nicht vielleicht doch im Laufe einer Spielerkarriere zu einer größeren Gewaltbereitschaft führen kann."

Befragt

Für die Studie, die von Forschern der beiden Universitäten erarbeitet worden ist, wurden den Angaben zufolge 324 Dritt- und Viertklässler von Berliner Grundschulen befragt. Sie äußerten sich im Laufe eines Jahres zweimal zu ihren Spielgewohnheiten. Zuvor waren sie von Mitschülern und Lehrern bewertet worden, ob und wie sie körperlich und verbal durch aggressives Verhalten auffallen.

Das Ergebnis der Befragung: Aggressive Grundschüler lieben Spiele, bei denen Blut fließt. "Die weniger aggressiven Klassenkameraden probieren zwar auch gewalthaltige Spiele aus, entwickeln aber seltener eine Präferenz für dieses Genre", sagte Vogelgesang.

Computer- und Videospiele stehen schon bei Grundschulkindern hoch im Kurs. 91 Prozent der Acht- bis Zwölfjährigen gaben bei der Erstbefragung zumindest ein solches Lieblingsspiel zu Protokoll. Bei der Zweitbefragung ein Jahr später standen dann häufig ganz andere Spiele an der Spitze. "Die meisten Kinder probieren anfangs unterschiedliche Angebote aus und entwickeln erst mit der Zeit eine ausgeprägte Vorliebe für ein Spiel oder ein Spielegenre", sagte von Salisch. (APA)

 

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23 Postings
habitus
02
14.10.2011, 08:31
ich hab gehört..

..dass aggressive kinder auch alle gern topfenstrudel essen..

Der_Klingone
20
14.10.2011, 10:08

Klar, nur existiert hier kein ursächlicher Zusammenhang ;-)

Ich glaube das aber gerne, was oben steht. Zocke ja - wie so oft betont *g* - seit vielen vielen Jahren und habe in meiner Zockerkarriere schon oft die eine oder andere Figur kennengelernt, der ich nicht einmal ein Super Mario Bros am NES in die Hand drücken würde.

Heute sind die Spiele noch viel realistischer und deutlich brutaler geworden als noch ein Commandos seinerzeit am C-64.

Ich glaube daher gerne, daß diese einen negativen Einfluß auf so manch' "wirre" Existenz haben. Verbieten möchte ich CoD & Co zwar nicht, aber für eine rigorose Durchsetzung der Altersfreigabe bin ich schon.

Na gut .. eigentlich bin ich gegen CoD - ich geb's zu - aber aus anderen Gründen :-)

SMaRT Himself
22
13.10.2011, 10:23
Solche Spiele habe in den Händen von Minderjährigen soweiso nix verloren!

Got Your Nose!
05
11.10.2011, 21:42

mann muss aber auch zugeben dass HL2 einfach die bessere story hat als...barbies reiterhof...
gibt meines wissens kaum kinder-pc-spiele, die nicht sogar ihre zielgruppe unterfordern.

ANNOnymus
02
11.10.2011, 19:50

Altersbegremzumgem simd dekoration nichts weiter , an die hällt sich niemand , wirklich niemand.

Und ich denke agresice kinder sind eine teilmenge von killerspilern , aber in der masse eher eine geringe .

Ich zb bin Pazifist , und trete gegen gewalt ein , bedeutet nicht das ich nicht gerne cod oder Battlefield spiele .

Und das tat ich schon seit ich 12 war.

binnenmigrationshintergrund
 
10
11.10.2011, 18:04
es ist also umgekehrt...

bisher hieß es doch immer die spiele (früher die videos, noch früher die comics und davor die schundromane... ) machen die kinder aggresiv, so wie ich den artikel verstehe scheint es aber anders herum zu sein. friedliche kinder spielen von vorne herein keine brutalen spiele (vermutlich mögen sie auch keine gewaltätigen videos, comics ect.), agressive aber schon.
zeig mir was du spielst und ich sag dir wie aggressiv du bist?
scheint mir ein sehr realistisches ergebniss zu sein.
wenn mein kind am liebsten ein virtuelles blutbad anrichtet, dann ist es warscheinlich günstiger ich überlege woher der wunsch kommt, als auf den computerspielhersteller los zu gehen.

TRockenmilch
00
12.10.2011, 13:45

nein, sie interpretieren da zuviel rein. auch ein "friedliches" kind kann gefallen an spielen mit gewaltdarstellung finden.

und bei vielen ist der erstmalige "schau was man da sieht"-reiz auch vorhanden.
wenn ihr kind solche sachen ausprobiert --> kein problem.

nach ein paar spielstunden entscheidet sich dann ob das spiel mehr zu bieten hat.
ist das gameplay gut? wenn ja kann man es ja weiter spielen,wenn nicht, dann nicht.

ein indiz ob ihr kind selbst aggressiv ist würden sie erst bekommen wenn es das spiel wochenlang nur wegen der gewaltdarstellung spielt.

bei jedem norm. menchen ist dieser reiz nach kürzester zeit weg. ist er das nicht scheint tatsächlich etwas nicht in ordnung zu sein.

aber gespräche sind wohl der beste indikator.

Mathias Steinlaus
 
00
11.10.2011, 13:23
"Allerdings gilt das ausdrücklich nur für die von uns erstmals in einer Wirkungsstudie untersuchte Altersgruppe der Acht- bis Zwölfjährigen."

Ah ja... genau ... eigentlich hätte diesen Studien-Heinis auffallen müssen, daß 100% dieser "brutalen Bildschirmspiele" erst ab 16 bzw. 18 Jahren offiziell erhältlich sind ...

"Für die Studie, die von Forschern der beiden Universitäten erarbeitet worden ist, wurden den Angaben zufolge 324 Dritt- und Viertklässler von Berliner Grundschulen befragt."

Was für Konsequenzen folgen jetzt für die Eltern der GrundschülerInnen? Die haben ihre Aufsichtspflicht sehr vernachlässigt, wenn die nicht wissen, mit was sich deren Kinder am Computer beschäftigen.

Menschlichkeit +Liebe
01
11.10.2011, 15:07
Gewaltdarstellung

ist in Deutschland ein strafrechtliches Vergehen, wobei auch immer wieder versucht wurde darüber mehr Spiele aus dem Verkehr ziehen zu können. Momentan sind es etwa nur zwei Dutzend, Tendenz zumindest stagnierend. Es geht hier nicht so sehr um Jugendschutz wie man vielleicht meinen möchte. Auch Anstrengungen über den Jugendmedienschutz-Staatsvertrag laufen darauf hinaus Inhalte im Internet für alle Menschen vorderhand unzugänglich zu machen. Es gibt da mentalitätsmäßig-ideologisch kaum Bedenken und um zumindest Risikogruppen so zu schützen erscheint das dort auch alles sehr legitim. Der unliebsame Ausdruck von Menschen wird so eher als eine Störung im Gemeingefüge, ähnlich wie Terrorismus, gesehen. Vor allem über Reden von Menschenwürde ---

Al Borland
11
11.10.2011, 14:31

Das ist eben Qualitätsjournalismus. Keine Quelle zur Studie und somit auch keine Möglichkeit um herauszufinden, welche "brutalen Bildschirmspiele" hier gemeint sind.

Mathias Steinlaus
 
00
11.10.2011, 15:18
"brutalen Bildschirmspiele"

In der Altersgruppe war das bei uns noch Super Mario Bros. oder Sonic - inoffiziell natürlich auch was anderes ;-)

Menschlichkeit +Liebe
00
11.10.2011, 15:17
Die Idee ist in Deutschland different. Es gibt dort ein strafrechtliches

Gewaltdarstellungsverbot und Jugendschutz hat in D Verfassungsrang. Obwohl es ein Erziehungsprivileg dort auch gibt, was von ExponentInnen der "Medienkritik" wie Christian Pfeiffer in seiner Zeit als Justizminister von Niedersachsen auch bekämpft wurde, ist Jugendschutz so eher Aufgabe des Staates - der Artikel ist demnach weniger das Problem als diverse personelle Seilschaften zu einem Journalismus in Deutschland, der deutsche Vorstellungen so 1:1 bis hierher und darüber hinaus, etwa in europäische Gremien, transportiert.
Das wäre es längst an der Zeit zu kritisieren, aber das werden Sie hier (auch) nicht so schnell finden - da gibt es wohl politische und ökonomische Interessen dagegen. Bin schon froh wenn mein Kommentar bleiben darf ;-) -

Mathias Steinlaus
 
00
11.10.2011, 13:28
eigentlich zeigt nur die Studie...

... daß sich einige nicht wirklich sehr um die Hobbies oder Freizeitbeschäftigungen ihrer Kinder kümmern ...

N7
10
11.10.2011, 13:01
mich würde was anderes interessieren

Schon wieder so eine Studie ... wird langsam fad.

Mich würde eher interessieren, wieso heute die Gegner bis ins Koma oder gar Tod getreten werden. Also am besten in einer Gruppe den Gegner auf den Boden werfen und ihm dann so lange die Scheixe raustreten, bis es fad wird ... so eine Studie wäre interessanter.

Al Borland
00
11.10.2011, 13:00
"Wir können nicht ausschließen ..."

wird immer mehr zum Synonym für "wir wollen das jetzt an dieser Stelle gerne behaupten, haben aber keinerlei Belege dafür".

sbaebbls superawesome
00
11.10.2011, 12:34

324 befragte :D nothing more to say

LSDBlue
13
11.10.2011, 11:58
Bei älteren Jugendlichen seien negative Auswirkungen brutaler Spiele auf das Verhalten belegt

Blödsinn, ich hab auch schon vor GTA Leute am Gürtel aus ihren Autos gezogen, "I need the sh*t you ride" geschrien & ihnen mit Fuß ins Maul getreten!

rolin
00
11.10.2011, 11:57
Was fuer eine unvorhergesehene Erkenntnis!!

Thomas Neu
00
11.10.2011, 11:24
STFU

Fakin Stevens
00
11.10.2011, 11:21
Diesen kausalen Zusammenhang kann ich mir schon vorstellen

umgekehrt eher nicht.

Genauso wenig, wie Feuerwehrmänner eher zu Brandstifter werden. Hier ists z.B. so, dass potentielle Brandstifter eher zur Feuerwehr gehen, weil sie von der Materie angezogen werden.

Aber Denken in richtigen kausalen Zusammenhängen ist eben nicht jedermanns Sache.

trollpower
06
11.10.2011, 11:19

eher bedenklich finde ich das erbärmliche Verhalten der Eltern, wenn sie Minderjährigen Spiele zugestehen die für ihr Alter nicht freigegeben sind. Und sobald Blut fliesst ist es meistens sicher kein 8-12er Spiel mehr!

Würde ich jetzt sagen, hätt ich net selber mit 10 Mortal Combat gezockt :)
Allgemein ist dieser Bericht aber äusserst schwammig formuliert. Was wird als Brutal definiert?
Für manche fällt da sogar schon Supermario durch..
Kein Link auf die eigentliche Statistik, kein Link zu irgendwelchen Daten der Studie, wenn man wollte könnte man auch den Wortlaut "Brutale Computerspiele" mit "Kartoffelsäcke" ersetzen und es würde sich nichts anders lesen.

keinname
01
11.10.2011, 11:04

Ein obercooler 12 Jähriger wird in einer Umfrage sagen, dass er eigentlich Super Mario lieber als BF oder CoD spielt.... natürlich.

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