Böhmerwald

Dobrý den und Servus am "Budlhaumfest"

Markus Rohrhofer, 10. Oktober 2011, 18:21
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    foto: credit: oö tourismus / erber

    Das Steinerne Meer und der Böhmerwald. In Tourismus und Kultur funktioniert die Grenzüberschreitung bestens.

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    foto: gemeinde schwarzenberg

    Holzskulpturen von Künstlersymposien in den 1990er-Jahren prägen das Ortsbild von Schwarzenberg.

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Schwarzenberg im Böhmerwald ist seit dem Verschwinden des Eisernen Vorhangs stets um eine gedeihliche Nachbarschaft bemüht - Doch wenn der Alltag zur Grenzerfahrung wird, bleiben Probleme nicht aus

Schwarzenberg - "Eh schön, vor allem landschaftlich. Aber halt auch am Ende der Welt" - ein Satz, den Bernhard Hain mit gewohnter Regelmäßigkeit hört. Routiniert tritt der Bürgermeister von Schwarzenberg im Böhmerwald daher auch jedes Mal den Gegenbeweis an. Man sei nicht das Ende, sondern "vielmehr der Anfang". Hain: "Wir sind die erste Gemeinde, wenn Sie von Deutschland nach Österreich einreisen. Und bitte: Von Schwarzenberg aus ist man in zweieinhalb Stunden in Prag und braucht nicht einmal so lang nach Wien. In München ist man in eineinhalb Stunden. Eigentlich liegen wir sehr zentral."

640 Einwohner bevölkern heute die Böhmerwaldgemeinde. Die Nähe zur tschechischen Grenze, die Natur und die Kultur sind die wesentlichen Merkmale, die Schwarzenberg ausmachen. So ist die Atmosphäre des kleinen Bildhauerortes geprägt von vielen Holzskulpturen - markante Erinnerungen an die zwei Schwarzenberger Künstlersymposien 1992 und 1995. Der Name der Gemeinde ist übrigens nicht, was durchaus naheliegend wäre, fürstlichen Ursprungs. Vielmehr leitet sich Schwarzenberg vom dunklen Bergrücken des sogenannten Steingupfes, lokal "Teufelsschüssel" genannt, ab.

Grenzen im Kopf

1989 hat sich für Schwarzenberg viel verändert. Der Eiserne Vorhang ging quasi direkt vor der Ortseinfahrt hoch. Hoffnungen keimten auf Mühlviertler Boden. Lichtblicke für eine wirtschaftlich benachteiligte Region. 22 Jahre später muss man erkennen, dass der Wille allein keine Grenzen einreißt. In vielen Bereichen funktioniert zwar die Kooperation mit den tschechischen Nachbarn, rund wie ein böhmischer Knödel läuft es aber dennoch nicht. Hain: "Allein die Distanz ist ein Problem. Mit der Errichtung des Eisernen Vorhangs wurden die Dörfer an der Grenze alle geschleift. Unsere Partnerstadt Horní Planá liegt eine Stunde Autofahrt entfernt. Das ist schwierig."

Verbindende Langlaufspur

Aber nicht nur die geografische Weite birgt Probleme. Immer noch gebe es die Grenzen im Kopf - auch in Schwarzenberg. Hain: "Ich habe dafür leider keine Erklärung, aber es ist so." Dazu kommen noch Sprachprobleme. Nur bedingt seien die Menschen bereit, Tschechisch zu lernen. Hain: "Beim letzten Tschechisch-Kurs der Gemeinde gab es nur zehn Teilnehmer. Aber es ist halt auch eine schwierige Sprache." Mit den bayerischen Nachbarn habe man diese Probleme nicht.

Grenzenlos scheinen hingegen Tourismus und Kultur zu sein. Ohne Bedenken wird im Dreiländereck geradelt und gewandert. Die Langlaufloipe, die direkt durch Schwarzenberg führt, ist quasi eine "internationale" Durchzugsspur. Dank Adalbert Stifter ist die kulturelle Ehe mit Horní Planá als stabil zu bezeichnen. In Oberplan wurde Stifter geboren, in Schwarzenberg nächtigte der Schriftsteller witterungsbedingt mehrmals. Und zum jährlichen Schwarzenberger "Budlhaumfest" strömen tausende Menschen aus Bayern und Tschechien.

Die wirtschaftliche Lage bereitet Hain hingegen Kopfweh: "Auch wenn die hohe Politik das gern anders sieht, es funktioniert großteils nicht. Für Firmen ist es schwer, in Tschechien Fuß zu fassen. Ohne eine aktive Grenzlandförderung wird es nicht gehen. Und die Zeit drängt, denn derzeit erleben wir in Tschechien einen Bauboom wie bei uns in den 70er-Jahren. Diese Chance sollten wir uns nicht entgehen lassen." (Markus Rohrhofer, STANDARD-Printausgabe/Crossover, 11.10.2011)

Kommentar posten
17 Postings
Gehoarg
00
11.10.2011, 10:04
Vielleicht sollte man erklären...

...was das "Budlhaumfest" ist?

Nick Tameer
00
11.10.2011, 19:33

Ja, was ist ein Hudlbaum?

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00
12.10.2011, 07:57

Ein Hudlbaum wird für einen Staudenrauscher verwendet, wenns mal schnell gehen soll.

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00
11.10.2011, 11:50

http://www.iderf.at/budlhaumfest/

mehr konnte ich auch nicht in erfahrung bringen :/

Jürgen Rembremerding
00
11.10.2011, 11:59
ich nehme an, es geht um die Pudelmütze?

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03
11.10.2011, 12:55

steht ja eh da!

Die Sprache trennt uns ;)

Jürgen Rembremerding
00
11.10.2011, 14:22
wieso trennt?

Habe es ja eh verstanden :-)

Der Waehlerwille
 
00
11.10.2011, 18:16
aber sie sahen es trotzdem an den begriff auf "bundesdeutsch" zu übersetzen.

Sprich: Sie brauchen zusätzlich auch noch eine Übersetzung für Haube. Damit defineren sie "Haube" ja bereits als "fremd".

Jürgen Rembremerding
10
11.10.2011, 19:52
Bundesdeutsch?

Was soll das sein?

"Hauptartikel der Firma Held sind nach wie vor Hüte und Kopfbedeckungen jeglicher Art, wie ***Mützen***, Kappen, Stirnbänder, etc."

http://www.held-innsbruck.at/

Der Waehlerwille
 
00
12.10.2011, 09:06
das ist wie mit dem Eisbein auf Tiroler Karten ..

.. man passt sich an die Kundschaft an.

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01
12.10.2011, 07:56

In Österreich kriegt man nur eins auf die Mütze, trägt aber natürlich nur Hauben.

Achja, Kappen gibts auch keine, dafür aber ein Kapperl.

Ich sehe, dass Sie nicht so fremdsprachenbegabt sind, zumindest was die aktive Nutzung angeht (das passive Verstehen funktioniert anscheinend schon ganz gut) ;-)

Jürgen Rembremerding
00
12.10.2011, 08:13
Da ich Niederbayer bin, ist "Haube" in meinem aktiben Sprachschatz!

Ich glaube aber, dass "Pudelhaube" und ein "Budlhaumfest" gar nicht Dialekt ist, sondern eher Pseudodialekt. Das "Pudel" kenne ich dialektal gar nicht! Hand aufs Herz: kennst Du einen, der WIRKLICH "Pudelhaube" in irgendeiner Variante sagt. Er sagt halt "Haube", aber nichts weiter.

Und zur Mütze: Wenn in Innsbruck offenbar solche verkauft werden, wird man sie wohl auch tragen.

Der Waehlerwille
 
00
12.10.2011, 09:05
Pudlhaum ist im Mühlviertel ein ganz normaler Begriff.

Jürgen Rembremerding
01
12.10.2011, 11:40
alles klar!

Ich lasse mich ja gerne belehren.

Ich bin ja nicht so weit weg davon aufgewachsen, kenne natürlich die "Haube", aber "Pudelhaube" nicht in der Kombination.

Der Waehlerwille
 
00
12.10.2011, 13:01
Kein Ding ;)

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01
12.10.2011, 08:49

Wie gesagt, die Sprache trennt uns ;-)
Ganz wirklich: Pudlhaube ist meines Erachtens ein sehr gängiges Wort, um eben diese spezielle Haube(n) zu benennen. Ich denke jedes Kind hat eine Pudlhaube.

@Innsbrück Mützenverkauf: Die werden nach Germanien exportiert ;-)

Der Waehlerwille
 
00
11.10.2011, 12:53
H A U B E !

Mütze gibts ned :P

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