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Für Zocker wäre diese Wette nichts gewesen. Wer bei Ausschreibungsbeginn einen Euro darauf gesetzt hätte, dass die Österreichischen Lotterien neuerlich die Lotto-Lizenz bekommen, hätte wohl nicht viel mehr als 1,01 Euro herausbekommen. Schon aus den Bewerbungskriterien ließ sich ablesen, wohin die Reise gehen würde.
So wurde jahrelange Erfahrung gefordert - in einem Land, das bisher Glücksspiel-Lizenzen freihändig vergeben hat. 109 Millionen Euro an verlangtem Grundkapital sind auch kein Pappenstiel. Es handelte sich offensichtlich um eine Scheinausschreibung, die nur dazu diente, dass der alte auch der neue Monopolist bleibt.
Was zur Frage führt, ob ein Monopol in der heutigen Zeit überhaupt noch zulässig sein kann. Es kann. Das hat auch der Europäische Gerichtshof in mehreren Verfahren bestätigt - allerdings nur dann, wenn der Staat damit Spielsucht bekämpft und nicht die Gewinne maximiert.
Doch dass dieses hehre Ziel tatsächlich in Österreich verfolgt wird, wird niemand so richtig glauben. Es gibt vielmehr Millionen Gründe, warum der Staat so zufrieden mit seinem Monopolisten ist. 400 Millionen nimmt die Finanzministerin jährlich an Lotto-Steuern ein, allein 80 Millionen werden für die Sportförderung verwendet. Und es gibt engste Verbindungen zur Politik. Die heimischen Großbanken sind ebenso an den Lotterien beteiligt wie der ORF. Das gab den Ausschlag - und nicht eine faire Ausschreibung. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 11.10.2011)
Liegt unter umständen auch daran das die großen bei gewissen Dingen billiger anbieten können als kleinere.
Es gibt in Österreich aber auch das Gegenteilige: Man vergibt an Firmen weil sie die billigsten sind, obwohl man von vornherein weiß das die das Projekt so wie gefordert nicht schaffen oder umsetzen können. Da kommt dann immer das große Erstaunen wenn sich das Projekt noch Monate bis Jahre nachzieht bis man alles auf den Stand gebracht hat wie man es eigentlich will.
Liebe Leute - seid froh, dass die Lotterien den Zuschlag erhalten haben. Privatisierung und deren Vorteile in allen Ehren, aber seht auch die positiven Seiten dieser Entscheidung. Die Lotterien üben Ihre Tätigkeit in Österreich aus, schaffen somit HIER Arbeitsplätze und zahlen auch HIER Steuern. Natürlich kann man unter dem Deckmantel "Privatisierung führt zu mehr Effizienz" alles privatisieren wollen, aber was bringt es uns, wenn ein privates Unternehmen hoch Effizient arbeitet, die Leistungserbringung ins Ausland auslagert und die Gewinne in einem steuerbegünstigten Drittstaat ausweist? by the way: wer wird wohl glaubwürdiger Maßnahmen gegen Spielsucht ergreifen?
ein plakat, das einen burschen in trance zeigt - der wird, sollte er tatsächlich full house haben, mit sicherheit weiterspielen bis der gewinn weg ist und dazu noch .....
der werberat sollte bei diesen plakaten und der standardaussage: "mit ein bißchen glück ..... " wenigstens eine quantifizierung in form einer wahrscheinlichkeit verpflichtend und deutlich sichtbar vorschreiben.
Gestern, Sonntag, hat es direkt vor ZIB 1, zwei Werbeeinschaltungen der staatlichen Lotterie-Gesellschaft, und eine von Bwin gegeben, beide natürlich die Gewinnchancen verherrlichend, ohne dem potenziell privatfinanziell verheerenden Verlust- bzw. Suchtrisiko ein einziges Wort zu widmen.
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