Stermann und Grissemann bedauern Lungenhochdruck-Witz

10. Oktober 2011, 18:02
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"Wir wollten niemanden, der direkt betroffen ist, beleidigen", sagt das Kabarett-Duo, die Aufregung bei der FPÖ hingegen sei "grotesk"

Wien - Die Kabarettisten Dirk Stermann und Christoph Grissemann bedauern ihren Witz über die "wenig glamouröse" Lungenhochdruck-Gala. "Wir wollten niemanden, der direkt betroffen ist, beleidigen", sagte Grissemann angesichts der missglückten Pointe im Rahmen der TV-Show "Willkommen Österreich" von vergangener Woche, die nicht zuletzt bei einem von der Krankheit betroffenen Mädchen und deren Vater, dem Initiator der Gala, für Empörung gesorgt hatte. "Wir haben uns natürlich auch entschuldigt bei dem Mädchen, das ist ja selbstverständlich."

"... sofort bereit, bei dieser Charity mitzumachen"

Wenn man ein Witzehandbuch ansehe, finde man darin zwar tausende Witze über Krankheiten, die auch wichtig seien für die Betroffenen. "Ich würde mich aber nie ernsthaft über Betroffene von Lungenhochdruck lustig machen wollen", so Grissemann. "Wir sind auch sofort bereit, bei dieser Charity mitzumachen." Das Duo hatte die Initiative im Zusammenhang mit dem abgesagten Auftritt von Wolfgang Ambros und Rainhard Fendrich als "wenig glamourös" bezeichnet und die tödliche Krankheit mit Schweißfüßen oder Analfisteln verglichen.

"Irgendwie grotesk"

Die Aufregung um einen zweiten Sager der Sendung vom vergangenen Donnerstag, bei dem sich Stermann und Grissemann anlässlich eines Auftritts von Thilo Sarrazin im Beisein von FPÖ-Chef HC Strache fragten, wo denn der Sniper sei, wenn man ihn brauche, wollen die beiden Kabarettisten jedoch nicht gelten lassen. "Das ist noch mal was vollkommen anderes, das ist völlig grotesk", ärgert sich Stermann über eine Aussendung von FP-Generalsekretär Harald Vilimsky. "Da müsste er ja gegen sich selbst und seine Partei mit ihren Sniper-Spielen unzählige Mails verfassen."

Der ORF werbe für "Willkommen Österreich" mit der Ankündigung "herrlich politisch inkorrekte Witze, morbid und böse", erklärte Grissemann. "Das ist die Beschreibung der Show. Dann macht man das - und dann regen sich alle auf. Irgendwie grotesk." Und Stermann ergänzt: "Im 'Kurier' fand ich das ganz gut formuliert: Irgendwann muss auch Herr Vilimsky einmal draufkommen, dass wir nicht Karl Moik sind. Er muss es begreifen. 'We are here to learn', heißt es bei der BBC immer..." (APA)

  • Stermann/Grissemann entschuldigen sich für Witz über "wenig glamouröse" Lungenhochdruck-Gala.
    foto: orf/hans leitner

    Stermann/Grissemann entschuldigen sich für Witz über "wenig glamouröse" Lungenhochdruck-Gala.

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