Grazer Kanzlei Likar geht gegen Ratingagentur Dun & Bradstreet sowie Moore Stephens Ehrenböck Wirtschaftsprüfung vor
Klagenfurt - Die Grazer Rechtsanwaltskanzlei Likar hat vergangenen Freitag mehrere Einzelklagen und mehrere Sammelklagen im Zusammenhang mit der Pleite der AvW Gruppe und AvW Invest eingebracht. Geklagt werden die Rating-Agentur Dun & Bradstreet (D&B) sowie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Moore Stephens Ehrenböck. "Diese beiden Gesellschaften gingen im Gegensatz zur Republik und der Raiffeisen Bezirksbank Klagenfurt keinen Verjährungsverzicht ein, darum jetzt dieser Schritt", sagte Rechtsanwalt Arno Likar.
Zu den zehn Einzelklagen, die von der Kanzlei bereits Ende 2010 gegen D&B eingebracht worden waren, kamen nunmehr Sammelklagen und weitere Einzelklagen "für insgesamt rund 500 Mandanten", so Likar. Nun sei eine Schadenssumme von 15 Mio. Euro gerichtsanhängig. D&B habe die AvW-Unternehmen jahrelang und noch knapp vor Eröffnung der Konkurs- bzw. Insolvenzverfahren mit Bestnoten versehen und so Anleger zu einem Investment bei AvW veranlasst, hieß es. Außerdem weigere sich die Agentur, die angewendete Ratingmethode offenzulegen.
Die Sammelklagen und "rund 30 Einzelklagen" gegen Moore Stephens Ehrenböck - ebenso über eine Summe von rund 15 Mio. Euro - habe man eingebracht, weil Bestätigungsvermerke der AvW-Jahresabschlüsse 2000 bis 2007 "wohl fälschlich ausgestellt" worden seien. Wie lange die Verfahren dauern werden, ist derzeit nicht absehbar. (APA)