Doppelte Kosten für studentische Versicherung

10. Oktober 2011, 14:26

Weitere Teuerung für Studierende im Kielwasser der Familienbeihilfekürzung

Wien - Seit diesem Semester kommen erhebliche Mehrkosten auf Studierende zu. Davon betroffen ist auch die studentische Selbstversicherung.

Sabine W. studiert Jus in Wien und kann sich ihren Studienabschluss durch ein Stipendium finanzieren. Um in dieser Zeit krankenversichert zu sein, ist sie auf die Selbstversicherung angewiesen. Mitte Juni flatterte ein unerwartetes Schreiben ihrer Sozialversicherung, der Wiener Gebietskrankenkasse, ins Haus: Der monatliche Versicherungsbeitrag sei ab Juli doppelt so teuer.

In der Aufregung um die Kürzung der Höchstbezugsdauer der Familienbeihilfe blieb eine weitere Teuerung weitgehend unbeachtet: Still und leise wurde auch der Zuschuss zur studentischen Selbstversicherung gestrichen, die bisher zur Hälfte das Wissenschaftsministerium übernahm. Der betreffende Vertrag wurde schon letzten Oktober gekündigt.

Nach Angaben der Gebietskrankenkasse sind von der Erhöhung alleine in Wien über 16.000 selbstversicherte Studierende betroffen, die nun exakt doppelt so viel zahlen müssen: 49,85 Euro monatlich. Kein geringer Betrag. Besonders dann nicht, wenn ein Stipendium das einzige Einkommen bilden darf. Sabine W. hat nun einen Antrag gestellt, ob die Mehrkosten der Versicherung durch eine weitere Studienförderung übernommen werden können. Die Antwort darauf steht seit Juli aus. (Stefanie Preiner, UniStandard, Oktober 2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
1 2
Marth
02
15.10.2011, 11:40
Was für eine neue Erkenntnis

Na bitte und in 2012 kommen wir dann drauf, dass das Semestertickt teurer wird.
Die Kosten für Studenten haben sich in den letzten Jahren massiv gesteigert. Vor 4 Jahren, waren die Studtenheime auch noch um ein Eck billiger. WGs leiden auch seid Jahren unter den immer teurer werdenden Mietkosten.
Aber keine Sorge 2012 wirds nochmal teurer, z.B.: Energiekosten.
Studieren wird zum Luxus, egal wie man es dreht und wendetet. Die wenigsten sind noch wirkliche Vollzeitstudenten und dann muss die Familie einspringen. Viele die Arbeiten, können in Vollzeitstudienen mit immer mehr PIs nicht mehr schnell genung studieren und verlieren (wenn sie nicht schon vorher weg ist) die Familienbeihilfe und müssen diese kompensieren.

Marth
00
15.10.2011, 11:50

P.S.:
Aber hey, es ist doch egal ... machen wir wieder Studiengebühren für alle und noch so den ein oder anderen Spaß.
Damit verschwieden sicher die paar Spaßstudenten, die sich das alles leisten können und lieber saufen gehen.
Der große Rest wird das schon irgendwie schaffen.
Jaja, es wird Zeit, dass sich Österreich bewusst wird, wie es zur Bildung stehen will. So fahren wir die Zukunft der Bildungssparte unseres Landes an die Wand.

Fledrian
00
16.10.2011, 09:08

Österreich ist sich doch seit Ewigkeiten bewusst, dass Bildung überhaupt nicht in dessen Interesse ist. Sieht man an der Politik und der Haltung des 0815-Bürgers gegenüber Akademikern.

Marth
00
16.10.2011, 11:46

Dann sollte man es aber mal aussprechen. ;)

Fledrian
00
16.10.2011, 11:48

Also mir ist schon oft gesagt worden, dass mein Studium für den A**** ist :D

Marth
00
16.10.2011, 11:53

Das ist natürlich sehr nett.
Nein aber ich meine von einem Politiker. So als schönen Slogan. Dann würden wir uns endlich auskennen.

Fledrian
00
16.10.2011, 11:56

Naja, ist in meiner Richtung normal. Ja ich verstehe schon, ein bisschen Ehrlichkeit aus Richtung der Politiker wäre schon erfrischend.

Marth
00
16.10.2011, 12:12

Also darüber bin ich schockiert. Die Erfahrung habe ich noch nicht gemacht.

Wenn es so weitergeht, stelle ich mir die Frage, warum sollte man überhaupt noch in Österreich studieren, bzw. als Akademiquer arbeiten wollen.
Im Prinzip ist es ein Wahnsinn, welche Banalität dieser Artikel aufzeigt, wie teuer langsam das Leben für Studenten wird, jedoch absolut nichts als Kompensation vom Staat unternommen wird, ja sogar im Gegenteil die Familienbeihilfe gekürzt und die Diskussion über höhere Studiengebühren wieder angeheizt wird.
Ok, man könnte jetzt sagen, aber es sollen ja Beihilfen kommen. Das lustige ist, dass der Plan, wie und was bei den Gebühren sicher weiter entwickelt ist, als bei den Beihilfen. Traurig für ein Land wie Österreich.

665
06
12.10.2011, 12:02
unfair

Ich halte es für unfair, wie wir heute mit den Studierenden umgehen.
In den 80ern hat meine 40m2 Gemeindewohnung (D-Std) 80 € gekostet, Telefon-Grundgebühr und Fersehen für Studenten gratis, Öffis um 4 €/mon Monat, Kinderbeihilfe bis man fertig war usw. Inflationsbereinigt müßte man diese Werte heute etwa verdoppeln, real sind wir aber ganz woanders.
Wir haben die Grundlage für unseren heutigen Lebenstandard damals von der Allgemeinheit finanziert bekommen und zahlen heute auch kräftig Steuern dafür. Mit diesen Steuern sollten wir aber auch die Grundlage für die nächsten Generationen zahlen und sie nicht kaputt sparen.

Taschenkalender
05
11.10.2011, 16:59
Haha

und wie sagt Fekter heut sinngemäß "für die Banken ist genug Geld da, da braucht´s keine Steuererhöhung dafür, da geht sich ein neues Rettungspaket auch so aus"

Bitte liebe Studenten: Studiert und wandert aus, und zwar dort hin, wo man euch mit Respekt behandelt und euch haben will..

mary jane
 
01
19.10.2011, 10:51

Und wo gibt es heutzutage dieses Wunderland? Österreich steht mit diesem Problem nun nicht gerade allein da. Kaputtsparen steht gerade in sehr vielen europ. Staaten auf der Top-List der Politikervorhaben.

Hosenträgerträger
110
10.10.2011, 21:15
Also: Dann betreiben wir einmal ein bisschen Mathematik:

500€ pro Semester Studiengebühr: ca. 80€/Monat
Heimpreise + ca. 60€: ca. 310€/Monat im billigen Heim
Studentische Versicherung: 50€/ Monat
Gestrichene Familienbeihilfe kompensieren: ca. 200€/Monat
Summa summarum: ca. 640€ im Monat.
Lebenserhaltungskosten: ca. 310€ im Monat (grob geschätzt, keine Literatur, kein Kino, keine Zigaretten oder sonstige Genussmittel)

950€ im Monat.

Es arbeiten eh erst 2/3 der Studenten - da kommen wir sicher auf 9/10!
Full-Time-Studiengänge (Medizin, Techn. Chemie, "Laborstudien", "MINT") können sich dann eben nur noch die leisten, die genug Geld haben.

Die Rechnung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit oder Richtigkeit. Einfach eine grobe Schätzung.

120 Jahre Karl Schranz
12
11.10.2011, 08:21
die gestrichene familienbeihilfe einfach raufzurechnen ist natürlich mathematischer blödsinn

Bartholomew
141
10.10.2011, 23:16
SO EINE FRECHHEIT!!!

950€??? Bist du von allen guten Geistern verlassen????
Warum schaffe ich es dann als Students all inklusive immer mit 300-400€ auszukommen? Nein, ich wohne nicht bei meinen Eltern, sondern in einer WG und nein, ich ess nicht nur Fertigpizza und Spaghetti!!!
Eine so derartig verwöhnte Wohlstandsgestellschaft; da zerreißts mich echt in der Luft. Das einzige was die Leute in Österreich können is sudern, aber Hauptsache die Studenen gehn dann massenweise in der Mittagspause zum Billa um sich einen belegten Kornspitz zu kaufen (will gar nicht wissen was sowas kostet; aber bin sicher da koch ich schon 2 anständige Mahlzeiten drum).
Mein Resümee: die Leute haben verlernt, wie man mit wenig sehr gut Leben kann!!!!!

tock tock tock
00

Du bist ein Fake!

Fledrian
03
16.10.2011, 09:11

Klingt nach nem Fake

Fledrian
10
16.10.2011, 09:33

Das mit dem Fake nehme ich mal zurück. Hab am Schluss der ellenlangen Diskussion die Rechnung gesehen und glaube die jetzt einfach mal. Für mich wärs aber so nicht umsetzbar.

keywords
03
11.10.2011, 14:20

Kosten/monat:
zimmer: 200€ (wenn echt billig)
telefon: 15€
internet: 10€ (wenn man das teilt)
strom: 25€
heizung: 20€ (je nach WG grösse mehr)
essen/getränke: 5€/tag * 30 = 150€
fahrrad: 12€ (nur reparatur, ohne anschaffung)
öffis: 50€
kleidung: 15€ (nur ein mal im jahr schuhe z.b.)
büromaterialien: 15€
lehrbücher: 15€ (gebrauchte)
hygieneartikel: 15€
versicherungen: 25€

ca. 575€ sind das. ohne selbstversicherung oder studiengebür. sofern man kein haustier hat und sich nie niemals kino/theater/pubquiz oder sonstwas leistet und nie irgendwem was schenkt oder urlaub macht.

wie schaffen sie das mit 400€?

wenn sie ein kochbuch herausgeben, mit dem man gesund kocht und derart sparen kann, werden sie reich.

Got Your Nose!
01
16.10.2011, 14:03

15 für gebrauchte lehrbücher? bei uns kostet ein gebrauchtes buch mehr...

was ich immer schon sagen wollte ...
01
11.10.2011, 14:17
also in innsbruck bekommst dafuer grad mal ein wg zimmer ....

mapfen kannst ja was die bauern am feld stehenlassen oder deine wg kolleg_innen im kuehlschrank haben ;)

keywords
02
11.10.2011, 14:01

ganz offensichtlich haben sie dafür an manieren gespaart.

Got Your Nose!
04
11.10.2011, 11:03

2 anständige mahlzeiten um 1.40? hört sich für mich nach 2 mal einer halben kinderportion nudeln mit abgelaufenen vitamintabletten an.

Bartholomew
21
11.10.2011, 14:09
das war natrlich übertrieben

Ich koche niht um 1,40 zwei anständige Mahlzeiten. Ich wollte nur aufzeigen, dass die Kosten für solche Sachen wie "belegter Kornspitz" in Relation viel zu hoch sind, sie aber einem nix bringen, weil davon sicher keiner satt wird. Wenn ich aber als Student günstig&gut essen will, dann kauf ich mir sowas einfach ganz sicher nicht und ich kann es nicht nachvollziehen dass es so viele andere tun obwohl sie über Geldprobleme jammern. Natürlich ist 1,40€ ned viel, aber das geht ja in einer Dur so dahin und bis zum Monatsende läppert sich das zusamen :S

Got Your Nose!
03
11.10.2011, 21:13

und ich habe keine zeit für jede mahlzeit nach hause zu fahren, ich wohne leider am stadtrand. das kostet mich dann nämlich entweder zeit, die ich nicht habe, oder fahrscheine, die wieder geld kosten. in wien mag das sem-ticket 50 kosten, hier leider die vollen 120.

wenn sie blöde vergleiche anstellen, dann wundern sie sich nciht über blöde antworten.

rotzpippm
01
12.10.2011, 20:28
keine sorge

das semsterticket wird jetzt eh günstiger...
achso nein... da hab ich was verdreht, es wird ja teurer(danke frau zahnlücke!) familienbeihilfe kürzen und studiengebühren einführen wollen reicht ja nicht...

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 75
1 2

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.