Wirtschaftskammer

Jank fordert mehr Gratisbildung für Facharbeiter

10. Oktober 2011, 14:10
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    foto: standard/cremer

    "Das ist ein großes ungelöstes Problem" - Jank über schlecht ausgebildete Lehrlinge.

Präsidentin der Wiener Wirtschaftskammer: Betriebe klagen über Mangel an geeigneten Lehrlingen

Wien - 40 Prozent der österreichischen Pflichtschulabgänger entscheiden sich derzeit für eine Lehre - Tendenz sinkend: In fünf Jahren, schätzt die Wiener Wirtschaftskammer, werden es nur mehr 30 Prozent sein. Das liege unter anderem am schlechten Image der Lehre, sagt Präsidentin Brigitte Jank, die außerdem eine massive Schlechterstellung von Facharbeitern gegenüber Akademikern ortet. Während das Studium weitgehend der Staat finanziere, müssten sich Arbeiter Forbildungen oder Meisterkurse selbst finanzieren. Außerdem fordert Jank mehr Durchlässigkeit im Bildungssystem, also etwa einen leichteren Zugang zum Studium mit einem Lehrabschluss.

Mangels elementarster Fähigkeiten von Pflichtschulabsolventen hätten gleichzeitig immer mehr Unternehmen Probleme, überhaupt in geeignete Lehrlinge zu investieren, beklagt die Wirtschaftskammer. Die Ausbildung in einer überbetrieblichen Werkstätte koste 18.000 Euro pro Kopf und Jahr, Geld, mit dem die Politik versuche, "die Folgen eines unzeitgemäßen Bildungssystems im Nachhinein auszumerzen", sagt Jank. Sie erneuerte am Montag ihre Forderung nach einer "mittleren Reife", also einer standardisierten Prüfung nach dem neunten Schuljahr für alle Jugendlichen. Gleichzeitig solle man das Polytechnikum abschaffen, das "kein Erfolgsmodell" sei. Als Forderung nach der Gesamtschule will Jank das nicht verstanden wissen: "Wichtig ist, dass unterschiedliche Neigungen auch unterschiedlich gefördert werden." Das Schild an der Eingangstür sei egal. (hei, DER STANDARD, Printausgabe, 11.10.2011)

Simplicius Simplicissimus
00
19.10.2011, 18:21
Weshalb bildet man ...

... nicht Arbeitslose aus? Die schickt man lieber in Kurse
irgendwelcher überbezahlter VortragendInnen? Es darf auch keine Altersgrenzen geben!

Gobi Todic
00
11.10.2011, 12:21

Wenn die liebe Wirtschaft immer Bildungskürzungen unter dem Deckmantel des Sparens fordert ... sagt einfach nochmals DANKE GEHRER.

leckfettn
00
10.10.2011, 19:14
ad Polytechnischer Schule

Es trifft zu, dass es viele Schulen gibt, die unzulänglich auf die Lehre vorbereiten- Doch gilt es für einen bestimmten Schultyp nicht: die POLYTECHNISCHE SCHULE.
Sie ist auf der 9. Schulstufe die einzige Schulart im österreichischen Schulsystem, deren Schwerpunkt auf Berufsvorbereitung und Berufsgrundbildung liegt. In den Bundesländern strömen etwa 90% der PTS- Absolventen in die DUALE AUSBILDUNG.
Das ist doch recht erfolgreich!!

leckfettn
00
10.10.2011, 19:09
zur Klärung:

Der Schultyp Polytechn. Schule heißt in Englisch: Prevocational school, das heißt der Besuch einer PTS müsste Voraussetzung für einen Lehrberuf sein.

Ja zur „Mittleren Reife“ als Abschluss der Polytechn. Schule als 9.Schulstufe z.B. ( Zwei Teile:
Allgemeinbildung und Berufsgrundbildung).
Aber auch die Schulabbrecher der weiterführenden Schulen haben die 9.Schulstufe an der PTS für die „Mittlere Reife“ zu absolvieren, um dann in einen Lehrberuf zu wechseln.

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