Nachrichten in aller Kürze
Alles zur Community
Nachrichten, die zu Ihnen kommen: Newsletter, Feeds und SMS
Alles zu unseren mobilen Angeboten: Apps, Mobilversion und SMS
Unsere Radio- und TV-Angebote
Die Zeitung im Internet: Abo, E-Paper, Anzeigen und mehr
Alles über die Redaktion von derStandard.at
Alles über Onlinewerbung, Stellenanzeigen und Immobilieninserate

"Please love me back": Kim Han-sol auf Facebook
Dass innerhalb der EU im Berlusconi-Land JournalistInnen von ihrem Landeschef diffamierend an den Pranger gestellt werden, ist leidlich bekannt und unentschuldbar. Dass solche miesen Methoden nun auch in Österreich bei Politikern mit rechts-rechter Schlagseite Schule machen, bestürzt. Die jüngste Polit-Attacke auf den TV-Chefredakteur des ORF ist instinktlos, geschmacklos, geschichtslos. Solche Ausritte gehören geahndet.
Geschehen ist geschehen. In Österreich wurde von der FPÖ ein ORF-Chefredakteur mit dem autokratischen Diktator Nordkoreas gleichgestellt. Nur der ORF-Redakteursrat hat protestiert, ansonsten sagte niemand nicht einmal Muh.
Na und, könnte man sagen, die FPÖ-Pressestelle hat sich damit ja selbst in ihrer Kritisierwut zu einem nicht ernst zu nehmenden Popanz gemacht. Schön blöd, meinen die einen, den besagten Chefredakteur mit Fritz Kim Jong Dittelbacher zu titulieren und damit den TV-Chefredakteur Fritz Dittelbacher in einen Topf mit dem brutalen, selbstherrlichen Diktator Kim Jong Il zu werfen. Makaber sagen andere, makaber und demokratiepolitisch inakzeptabel. Tiefer geht es ja wohl nicht.
Möglich, dass die Verfasser dieser Sudel-Aussendung die Wiener MAK-Ausstellung "Blumen für Kim Il Sung", anlässlich deren Eröffnung 2010 von der FPÖ heftig kritisiert, nicht nur in den falschen Hals bekommen sondern auch falsch in Erinnerung haben.
Auch deshalb kurz zur Erinnerung: Kim Il Sung war der Vater von Kim Jong-Il. Der Vater erhielt seine militärische Ausbildung während des Zweiten Weltkrieges bei der Roten Armee, 1948 wurde er als Präsident von Nordkorea inthronisiert und herrschte bin zu seinem Tod in aller Menschenverachtung als Diktator mit mehr als eiserner Hand. Sohn Kim Jong-Il tut es ihm seit 1972 gleich. Im Pressefreiheits-Index von Reporter ohne Grenzen steht Nordkorea an 177. und damit knapp vor dem demokratiepolitischen Elendsland Eritrea an zweitletzter Stelle.
Südkoreanische Menschenrechtsorganisationen bereiten seit einiger Zeit gegen Kim Jong-Il eine Klage wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor dem internationalen Gerichtshof vor.
Was bitteschön, soll der derzeitige TV-Chefredakteur des ORF mit diesem - aus demokratischer Sicht - Polit-Widerling gemein haben? Nur weil er politisch der Kanzlerpartei SPÖ nahe steht? Es gibt auch viele andere leitende ORFniks, denen ein Naheverhältnis zur Junior-Regierungspartei ÖVP nachgesagt wird. Ebenso haben bekanntlich FPÖler im ORF seit langem ihre gesicherten, wohl dotierten Plätze.
Für die FPÖ genügt für den geschmacklosen Vergleich offenbar, dass sie inzwischen nicht mehr so oft in den Hauptnachrichten vorkommt wie einst als Steigbügelhalter und Junior-Regierungspartei der Kanzlerschaft Wolfgang Schüssel und dass sie heute vor allem im Zusammenhang mit den Machenschaften ihrer damaligen, allenfalls halbseidenen Ministerriege samt Freunden wahrgenommen wird. Pech für die FPÖ, derzeit keine medienwirksameren Themen bieten zu können. Deswegen einen Chefredakteur in den Dreck zu ziehen, widerspricht jeder demokratischen Gesinnung. Das ist gemeine Journalistenhatz. - Das hatten wir ja schon einmal, während des Austrofaschismus und unter Hitler .
Sowohl mit einem Sohn als auch mit dem Enkel von Kim Jong Il kann man laut BBC-Meldung - unter Berufung auf südkoreanische Medien - nun auch via Facebook kommunizieren. Das Enkerl hat dort sogar gepostet, er zöge die Demokratie dem Kommunismus vor.
Kim Han-sol heißt der smarte 16-Jährige. Offenbar ein politischer Renegat und Kind eines in der nordkoreanischen Machtfolge unberücksichtigt gebliebenen Diktatorsohnes. Dieser soll gleich mehrere Facebook-Profile füttern, um gegen seinen zum Machthaber-Nachfolger gekürten Bruder zu wettern.
Kim Han-Sol übrigens bevorzugt modische Anzüge, das Haar ist blond gefärbt, sein natürlicher Teint erspart ihm Solarien. Wie es heißt, soll er künftig das privat geführte United Word College in Bosnien-Hergezowina besuchen. Wo dort? in Mostar - eine immerhin für Jahre geteilte Stadt.
Ganz wissbegierige Pressetextler können ihn dann dort sogar besuchen und sich erkundigen, wie das so ist mit autokratischen Ansprüchen - und wie man am besten Schlagzeilen erzwingt. Kim Han-Sol ist zwar erst ein Teenager, in Sachen Analyse antidemokratischer Meinungsmache ist er sicherlich erfahrener. Fragt sich nur, ob er für rechts-rechten Populisten Zeit haben will. Sofern er tatsächlich nach Mostar ausreisen darf.
P.S. Dittelbachers ORF-Vorvorgänger Werner Mück mit Ungarns Premier Viktor Orban zu vergleichen, ist übrigens nicht minder mies.
Indische Frauen sind Übergriffen oft schutzlos ausgeliefert, sagt Ranjana Kumari. Rubina Möhring von Reporter ohne Grenzen traf die Ikone der indischen Frauenrechtsbewegung.
Über 100 JournalistInnen wurden Opfer eines "Spionageangriffs" der Regierung
1933 wurden von den Nazis auf dem Scheiterhaufen Bücher verbrannt - Heute wird der Internet-Zugang im Iran blockiert
Der Tag der Pressefreiheit ist ein Tag der Mahnung, Informations- und Pressefreiheit sind rund ums Jahr in Gefahr
Eine gut gemeinte Pro-Migranten-Story, Zukunftskontinent Afrika und die triste Situation der Presse- und Informationsfreiheit
Kritik an Technologie-Transfer in autoritäre Staaten - Netizen-Preis für Blogger Huynh Ngoc Chenh
RedakteurInnen widersetzen sich dem Kaputtsparen - ORF schwelgt in schwarzen Zahlen
Hier wird ein oppositioneller Sender ausgehungert, ungeachtet des demokratischen Rechts auf Medienfreiheit
Zwei Schicksale werden aus der Anonymität gehoben - jene von Armutskindern sind derzeit weniger preisverdächtig
Diese Polizeiaktion war leider kein geschmackloser faschingstrunkener Helau-Scherz
die Fler patzen alles an, was ihnen in den weg kommt. wegen ihrer herausragenden kompetenz, des untadeligen anstands, der vornehmen gesinnung und des uneigennützigen altruismus hat die noch keiner gewählt. jede zeile, egal ob kritisch oder freundlich, kommt ihnen nur zugute. es gibt schlimmeres als einen journalisten zu beschimpfen; eigentlich ist jeder, der noch nie von den Flern angepatzt wurde, zu zahm. herr d soll sich die presseaussendung einrahmen und als besondere auszeichnung an die wand hängen, denn sie zeigt, dass er einiges richtig gemacht hat. aber bitte hören wir auf denen aufmerksamkeit zu schenken, die man am besten nicht erwähnt! breiten wir den mantel des schweigens darüber.
Wer dauernd mit solchen Vorschlaghammer-Vergleichen politisches Kleingeld wechseln oder um Aufmerksamkeit heischen will (egal ob Politiker, Medien oder Privater) verharmlost die Geschichte und Regime. Egal ob von links die NS-Keule gezückt oder von rechts die Kommunismus-Karte gezogen wird - die sollten doch alle mal Geschichte lernen...
Schreiben Sie doch bitte nicht von der Nazikeule! Man wird sich doch wohl aufregen dürfen, wenn eine von sehr sehr vielen Menschen gewählte Partei immer wieder dadurch auffällt, dass sie entweder Kontakte zur Neonazi-Szene hat, die NS-Zeit verharmlost oder das Regime von damals sogar lobt.
Da wird auch die Nazikeule angewendet - ebenso wie bei ALLEN die nicht am linken Rand angesiedelt sind, sondern zB eher zu den konservativeren Kräften der SPÖ gehören.
In manchen Bereichen gehört dieses "Argument" halt zum guten Ton - ich pers sehe es eher als Eingesändniss, dass einem die Argumente ausgegangen sind (Ausnahmen wie bei "das Regime von damals sogar lobt" gibt es natürlich, wo so ein Vergelich angebracht wäre)
Ich bin dafür, dass man es thematisiert, dass es so nicht geht, egal, ob wer jetzt daraus Wählerstimmen gewinnt oder nicht (SPÖ und Grüne schlagen scheinbar kein politisches Kleingeld daraus und tun es trotzdem). Das ist keine Nazikeule, sondern eine Frage des Anstands. Gegen Ausländer zu hetzen, muss ein Tabu bleiben oder etwa nicht?
Und glauben Sie mir: Es gibt genug Argumente gegen die FPÖ abseits des Anti-Ausländerthemas.
Sind halt fanatisierende Blutsauger die sich insgeheim auf einen großen Schlächter berufen, so wie alle radikalen Bewegungen. Das Angebot an Schlächtern der Zeitgeschichte ist groß genug, es gibt eine ganze Schlachtplatte, und die eignet sich eben wunderbar sowohl für's kokettieren wie die FPÖ das tut als auch dafür, eine Fleischkeule daraus zu wickeln und diese als Totschlagargument zu missbrauchen, so wie das manch andere das machen.
Die einzigen, die die Existenz einer "Nazikeule" behaupten und es als unfair empfinden, dass offen rechtsextreme Ansagen von der Mehrheit nicht toleriert werden, sind - Rechtsextreme.
Nicht jeder Neonazi weiß, dass er ein solcher ist; viele davon halten sich für ganz normale Krone-Leser und Stammtischphilosophen.
Alles richtig, derartige Vergleiche disqualifizieren sich selbst - was nötigenfalls auch öffentlich festgehalten werden soll.
Da fällt mir ein, vor ein paar Tagen hat hier im Standard Hr. Frey BK Faymann eine "stalinistische Mentalität" bescheinigt ( http://derstandard.at/131701959... ls-Grasser ). Da braucht wohl auch jemand Geschichtsnachhilfe bzgl. dem, was Stalin so alles getan hat.
Stimmt: Wenn Faymann Stalin wäre, dann hätte er die Verräter in Kärnten so behandelt wie damals Stalin die Ukraine: Bauern enteignen, Nahrung beschlagnahmen, Lebensmittellieferungen verbieten, zwei Jahre warten und dann dort, wo niemand überlebt hat, Wiener ansiedeln.
Ich bin ja alles andere als ein Freund der FPÖ und habe UHBP Fischer sogar zweimal gewählt (wenn auch mehr aus „Staatsraison“ denn aus Begeisterung), aber jemandem, der langjähriges Vorstandsmitglied der österreichisch-nordkoreanischen Freundschaftsgesellschaft war, eine Nähe zu Nordkorea zu unterstellen, finde ich gar so absurd nicht...
Ich kann mir vorstellen, dass Sie wissen, worum es sich dabei handelt. Viele glauben aber, dass es sich auch um eine ideologische Nähe handelt. Meines Wissens sind in dieser Gesellschaft auch sozusagen unverdächtige Personen aus anderen politischen Richtungen.
Wenn mit dem letzten Satz tatsächlich mein Posting gemeint war (ich habe im Forum Mück mit Viktor Orbán verglichen), möchte ich nur zu meiner Verteidigung sagen, dass gewisse FPÖ-Teile (konkret jedenfalls Andreas Mölzer) Herrn Orbán verteidigt haben. Nichtsdestotrotz: Der Vergleich war überzogen, tut mir Leid.
Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.