Schmidinger

Neuer Rektoren-Chef will sich auf Zugangsregeln konzentrieren

10. Oktober 2011, 12:07
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    foto: apa/neubauer

    Heinrich Schmidinger vor seiner Wahl bei der Plenarsitzung.

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    foto: derstandard.at/lisa aigner

    Der Theologe ist seit zehn Jahren Rektor der Uni Salzburg.

Heinrich Schmidinger ist neuer Präsident der Universitätenkonferenz - Seit 2001 ist der Theologe Rektor Uni Salzburg

Die Universitätenkonferenz (uniko) hat einen neuen Präsidenten. In der Plenarversammlung am Montag wurde der Rektor der Universität Salzburg, Heinrich Schmidinger, zum Rektoren-Chef gewählt. Er folgt damit dem ehemaligen Rektor der Technischen Universität Graz, Hans Sünkel. Seine Amtsperiode läuft ab sofort und dauert bis Ende 2013.

Schmidinger steht seit 2001 an der Spitze der Uni Salzburg. Der Theologe gilt als Pragmatiker, der dennoch zielstrebig seine Ziele umsetzt. Wie sein Vorgänger Sünkel tritt er für Zugangsregelungen und sozialverträgliche Studiengebühren ein.

Konzentration auf Zugangsregeln

Bei einem ersten Pressegespräch nach seiner Wahl betonte Schmidinger, dass er sich in seinem neuen Amt vor allem auf die Einführung von Zugangsregeln und nicht auf Studiengebühren einsetzen will. Er verstehe zwar das Engagement von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle für Studiengebühren, das Problem der ungeregelten Studentenströme würde aber auch für den Fall, dass "ein Goldregen" über die Unis geschüttet wird, bestehen bleiben. "Wir müssen uns an den Kapazitätsgrenzen der Universitäten orientieren", so Schmidinger.

Kommunikation verbessern

Als eine neue Aufgabe für sich nannte Schmidinger die Verbesserung der Kommunikation zwischen den "Stakeholden", die an den Universitäten beteiligt sind. "Damit meine ich die Ministerien, die Wissenschaftssprecher, die Medien, die Hochschülerschaft und die Sozialpartner", so der Präsident. "Ich orte hier Stillstand", erklärte Schmidinger. "Man richtet sich einiges über die Medien aus". Diese Verlautbarungen würden dann in gewohntem Muster kommentiert, ohne dass sich etwas in der Sache bewege. "Ich werde mich bemühen mit Geduld Gespräche zu führen, um diese Gesprächsunkultur aufzubrechen", sagte der Rektor der Universität Salzburg. 

Rettungsschirm für Unis

Schmidinger wunderte sich, warum derzeit viel für Rettungsschirme für Banken und marode Staaten ausgegeben werde, es aber für die Universitäten keinen Rettungsschirm gebe. "Das verstehe ich nicht, bei der Bildung geht es um die Zukunft des ganzen Landes", so der Theologe. Die Uni-Milliarde, die Wissenschaftsminister Töchterle angekündigt hat, würde nur dem Fortkommen im derzeitigen Status quo dienen, sagte Schmidinger. "Die Unis brauchen eine Stärkung des Grundbudgets." 

Kritik an Schmied

Den Vorschlag von Unterrichtsministerin Claudia Schmied, die forderte, dass die Lehrerausbildung an Pädagogischen Hochschulen mit jener an den Universitäten gleichgestellt werden soll, kritisierte Schmidinger. "Ich halte nichts von Alleingängen. Die Universitäten wird es bei der Lehrerausbildung brauchen". Das pädagogische und fachdidaktische Wissen gäbe es bereits auf den Universitäten. "Ich verstehe nicht, wie das ohne die Universitäten gehen soll".

Wahlergebnis bleibt geheim

Für die Wahl zum Präsident der uniko sind die Stimmen von zwei Drittel der Rektoren der 21 Universitäten nötig. Wie viel Prozent der Stimmen Schmidinger genau erhalten hat, wird nicht mitgeteilt. "Wir haben darüber Stillschweigen bewahrt", heißt es.

Die uniko ist als Verein organisiert. Sie soll die interne Koordination der Unis gewährleisten und diese in nationalen und internationalen Gremien vertreten. Die uniko versteht sich außerdem als Stimme der Universitäten in der Öffentlichkeit. Neben Schmidinger hatten auch der Rektor der Uni für Angewandte Kunst, Gerald Bast, und Wolfgang Schütz von der Medizinuni Wien Interesse am uniko-Chefsessel gezeigt. (lis, derStandard.at, 10.10.2011/APA)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 63
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Der Chronist
11
11.10.2011, 09:58

Dieser Mann hat das Zeug, fortgeschrittenen Studenten das Studium abzudrehen, weil er findet, daß zuviele in bestimmten Bereichen studieren.

torch
 
13
10.10.2011, 19:02
Neuer Rektoren-Chef will sich auf Zugangsregeln konzentrieren | Wie sein Vorgänger Sünkel tritt er für Zugangsregelungen und sozialverträgliche Studiengebühren ein

Eine Einsparungsmöglichkeit wäre die Theologie auf den Bereich der Privatuniversitäten zu ver- und auszulagern und die eingesparten Aufwendungen den verbliebenen Fakultäten zugute kommen zu lassen.

"Glaube" ist Privatsache und hat daher auch auf staatlich betriebenen Universitäten nichts verloren.

Kelbo
54
10.10.2011, 16:20
Bravo!

Genau der richtige Mann! Ein weitsichtiger und vernünftiger Mann, der sehr ruhig und gelassen reagiert. Er argumentiert und kein Dogmatiker. Eine gute Wahl, wie ich finde.

Auch der Ansatz Zugang regeln vor Gebühren ist NUR richtig. Es kann nicht sein, dass 70% aller Lehramstkandidaten Geschichte studieren (Quelle: AMS) und kaum einer Chemie. Hier und anderswo braucht es sofort Zugangsregelungen, die zumindest z.T. den tatsächlichen Gegebenheiten Rechung tragen!

Der Chronist
01
11.10.2011, 09:53

Sie irren sich. Ein Theologe ist schon von seiner Profession her - auch - Dogmatiker.

derchef
02
10.10.2011, 18:32
Sind Sie sein Pressesprecher

Oder wie ? Worauf genau basiert Ihre Einschätzung ?

sennowise
58
10.10.2011, 16:03
Ein Theologe?

Das darf ja wohl nicht wahr sein. Nächstens wirds noch ein Astrologe.

Gott gibt es keinen und Religion ist eine Lüge.

yomo
13
11.10.2011, 08:25

er dürfte in den letzten zehn jahren uni-organisatorisch gut gearbeitet haben, so zumindest der tenor aus salzburg. also ist der geifernde hinweis darauf, dass er *auch* theologie studiert hat (seine eigentliche profession ist ja philo), völlig irrelevant (außer man will bloß eigene befindlichkeiten kommunizieren, dann nehme ich alles zurück).

John Steed
10
11.10.2011, 11:54
aha sie kennen den tenor aus

Salzburg - arbeiten Sie im Wissenschaftsministerium ? Meine Quellen sagen da aber ganz was anderes...

yomo
10
11.10.2011, 14:11

ich gebe gerne zu, dass ich nicht im wissenschaftsministerium arbeite; schlimmer noch, ich lebe nicht mal in österreich. aber das, was man über die grenzen aus diversen quellen hört, ist mehr als ok.

John Steed
01
11.10.2011, 15:23
der mann hat in erster

linie sein unmittelbares umfeld versorgt (siehe vizerektoren), ihre aussage ist ähnlich seriös wie "gute freundes des paares wollen wissen, dass sich die beiden getrennt haben", also wertlos

sennowise
30
11.10.2011, 08:31

Er wird im Artikel als Theologe präsentiert. Basta. Und das kann man als Wissenschaft nun mal nicht ernstnehmen. Wer sich trotzdem damit beschäftigt kann auch nicht ernstgenommen werden. Leider.

yomo
12
11.10.2011, 08:40

das ist doch, mit verlaub, humbug! nur weil jemand theologie studiert hat, kann er z.b. kein semmerl kaufen? wtf? nur weil jemand theologie studiert hat, kann man keinen betrieb managen oder eine uni managen? das sind doch himmelschreiende kategorienverwechslungen.

John Steed
00
11.10.2011, 15:24
sie haben doch keine ahnung

schmidinger sagt von sich selbst, dass er kein Manager sei

Der Chronist
31
11.10.2011, 09:54

Die Frage ist, WIE so jemand an eine Sacher herangeht. Die Theologie hat ja noch nie ein gutes Händchen gehabt, wenn es um das Reale, um die Lebenswelt geht.

yomo
02
11.10.2011, 11:18

vernünftige einstellung. dann kann man ja seinen bisherigen erfolg daran messen, wie's an der uni salzburg aussieht. und da wird gerüchteweise ja nur mehr rosenkranz in den hauptseminaren gebetet.

ich will ja nicht sagen, dass schmidinger der beste, tollste, schönste vorsitzende aller zeiten wird. aber die reduktion seiner fähigkeiten auf ein studium ist kein zeichen intellektueller klasse.

John Steed
21
10.10.2011, 15:52
Das passt ja gut ins momentane

österreichische sittenbild. SN vom 16. Oktober 2009 "Nun rückt auch Heinrich Schmidinger, Rektor der Universität, in das Interesse der Strafbehörde. Markus Witek, Leiter der Staatsanwaltschaft, ordnete Donnerstag eine Maßnahme an, welche er als „ersten Ermittlungsschritt“ bezeichnete: „Ich habe verfügt, dass ein Tagebuch zu dem Fall angelegt wird. Dieses wurde zur Bearbeitung eingetragen, ein Kollege ist dafür zuständig. Es geht um den Vorwurf des Amtsmissbrauchs.“
Es gilt die Unschuldsvermutung

Kelbo
22
10.10.2011, 16:17

man würde sich wundern wie schnell man in's Visier der Ermittler gerät. Da würd ich mich an ihrer Stelle nicht zu weit aus dem Fenster lehnen!

John Steed
00
10.10.2011, 18:34
Wollen Sie mir drohen oder

wie ? Bei mir wurde der Staatsanwalt noch nicht vorstellig, bei Ihnen vielleicht ?

derchef
00
10.10.2011, 18:31
Schon gruselig

Haben Sie leicht selbst Dreck am Stecken oder wieso bedrohen Sie Poster, die Zeitungsartikel zitieren ? so sind Sie schneller im Visier als Sie denken

byron sully
16
10.10.2011, 15:41

das wichtigste sind nicht zugangsregeln, das wichtigste und dringendste ist die unzumutbar niedrige höhe des uni-budgets.

O5
10
10.10.2011, 15:35

Schmidinger sollte sich lieber darauf konzentrieren dass Österreich endlich mehr Absolventen zusammenbringt um international wettbewerbsfähig zu bleiben. Das Gegenteil von Einschränkungen ist also gefragt!

EpinEphriN
 
42
10.10.2011, 15:24
Schmiedinger: Nicht Fisch, nicht Fleisch.

So geht etwas weiter am Hochschulsektor!
Bravo, sag ich nur, bravo!

Mit Volldampf voraus, dem Abgrund zu!

No banker left behind
55
10.10.2011, 14:53

Ich fordere die sofortige Aufkündigung des Konkordats!

John Steed
10
10.10.2011, 14:50
na dann

wird da ja jetzt eine lustige zeit für alle uni professoren http://www.salzburg.com/online/na... ext=&mode=

Pet Smile
62
10.10.2011, 14:27
jeder der etwas auf sich hält studiert sowieso nicht unbedingt in Ö.

...

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