Sprachförderung nun doch mit fünf Millionen gesichert

10. Oktober 2011, 11:13
  • Die Regierung hatte die Mittel für die sprachliche Frühförderung auslaufen lassen, nun ist sie immerhin für 2012 gesichert.
    foto: apa/schneider

    Die Regierung hatte die Mittel für die sprachliche Frühförderung auslaufen lassen, nun ist sie immerhin für 2012 gesichert.

Integrationsstaatssekretariat bekommt mehr Geld für sprachliche Frühförderung - Bund verdoppelt Investitionen der Länder

Wien - Der Streit in der Regierung um die sprachliche Frühförderung für Kinder ist nun vorerst gelöst: Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) hat fünf Millionen Euro zugesichert, bestätigten ein Sprecher der Ministerin sowie Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz (ÖVP) einen Bericht des Ö1-"Morgenjournals" am Montag. Das Geld ist vorerst nur für das Jahr 2012 zugesagt. Jeder Euro, der von den Ländern in sprachliche Frühförderung investiert wird, werde vom Bund bis zu dieser Summe verdoppelt, so Kurz.

Die Regierung hatte die Mittel für die sprachliche Frühförderung - von 2008 bis 2010 fünf Mio. Euro jährlich - auslaufen lassen. Daraufhin entbrannte innerhalb der Regierung ein Streit über die Verantwortung bzw. Zuständigkeit dafür. Zuletzt schaltete sich der Integrationsstaatssekretär ein - er akzeptiere die Streichung nicht, hieß es am Wochenende, und nahm Kontakt mit der Finanzministerin auf.

Budgetrahmen nicht aufgeschnürt

Deutsch habe "oberste Priorität" und Integration könne nicht früh genug beginnen, betonte Kurz am Montag. Er sei deshalb dankbar, dass es wieder Mittel für die Sprachförderung gebe. Das Thema sei wichtig und sie begrüße die Initiative des Staatssekretärs, ließ Fekter über ihren Sprecher ausrichten. Der Budgetrahmen wurde dafür übrigens nicht aufgeschnürt.

Die Mittel ressortieren nun beim Integrationsstaatssekretariat. Gesichert ist das Geld für 2012, dann werde man natürlich weiter schauen, versprach Kurz. Das Geld, das von den Ländern nicht abgeholt wird, werde vom Staatssekretariat direkt in Projekte für den Spracherwerb investiert.

Technisch ist eine 15a-Vereinbarung zwischen Bund und Ländern geplant. Man werde die Sache nun mit allen Beteiligten besprechen, unter anderem mit den Ländern diese Woche bei der Ländertagung zum Thema Integration in der Steiermark, meinte Kurz. Formal abgewickelt wird das Thema mit den Bildungslandesräten.

Mitterlehner begrüßt Lösung

Familienminister Reinhold Mitterlehner (ÖVP) hat die aktuelle Lösung zur sprachlichen Frühförderung von Kindern begrüßt. Sie verbessere die Bildungsmöglichkeiten und Startchancen von Kindern "unabhängig von ihrer sozialen Herkunft" und gehe "nicht auf Kosten des wichtigen Ausbaus der Kinderbetreuungsplätze", hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Die neuen Mittel für die sprachliche Frühförderung würden darüber hinaus den verpflichtenden Gratiskindergarten für alle Fünfjährigen ergänzen.

Die Bundesländer haben am Montag positiv auf die Ankündigung reagiert, dass es vom Bund für das Jahr 2012 wieder fünf Mio. Euro für die sprachliche Frühförderung von Kindern gibt. Sie wollen die entsprechenden Mittel auch abholen.

Schmied: "Wichtige Investition"

Bildungsministerin Claudia Schmied (SPÖ) begrüßt die Lösung ebenfalls.  "Ich hätte es sehr bedauert, wenn die finanziellen Mittel für diese wichtige Aufgabe, die auch 10 Prozent der Kinder mit Deutsch als Erstsprache betrifft, wegen Missverständnissen bei der Verhandlung der aktuellen Bund-Länder-Vereinbarungen nicht mehr vom Bund zur Verfügung gestellt worden wären", erklärte Schmied in einer Aussendung. "Die Sprachförderung im Kindergarten ist eine wichtige Investition in erfolgreiche Bildung."

Einen kleinen Seitenhieb im Zusammenhang mit dem Hick-Hack über die Zuständigkeit konnte sich die Bildungsministerin nicht verkneifen: Sie sei erfreut, dass Finanzministerin Maria Fekter (ÖVP) "bereit ist, auch im Jahr 2012 den Ländern jene fünf Millionen Euro für die Sprachförderung zur Verfügung zu stellen, die ihr Vor-Vorgänger Dr. Wilhelm Molterer 2008 vertraglich zugesichert hat und die bisher auch über das Finanzressort abgerechnet wurden". Dass das Bildungsministerium die inhaltlichen Aufgaben bei der Sprachstandsfeststellung und der Ausbildung der Kindergartenpädagogen erfülle, sei zu jedem Zeitpunkt gesichert gewesen. (APA)

Kommentar posten
17 Postings
entsetzter aufschrei: um himmels willen nein,

förderung sofort streichen, die banken brauchen jeden euro, nein jeden cent ....

5 Millionen für ein Jahr?

Das brauchen die Pleitebanken jede Stunde...

.. manch bankster oder gar investment banker kratzt sich bei der summe nicht mal den allerwertesten .. ;-)

Doch, doch

MIT der Summe...

5 Millionen?

Wie großzügig für so ziemlich die beste Investition - den Spracherwerb - die man für Kinder tätigen kann.

Wäre es nicht so lächerlich, es wäre zum Lachen.

Wenn ein Kind von 3 bis 6 in den Kindergarten geht und praktisch nur die deutsche Sprache hört , dann lernt es doch die Sprache. Warum reicht das nicht?

weil das kind eben nicht nur die deutsche sprache hört und sich - verständlicherweise - zu erst mal zu jenen anderen in der gruppe gesellt, die die gleiche sprache sprechen.
und weil sich viele kinder trotzdem nicht so leicht tun, die neue sprache zu erlernen (weil sie oft nicht mal in ihrer erstsprache gefestigt sind) und diese besondere förderung brauchen.

Den Banken haben wir 1009/2010 viel Geld in den Rachen gesteckt. Warum reicht das nicht?

Nur zum Vergleich...

ninus 800 Millionen EURO bei der ERSTE-Group.
Da sieht man, wo die wahren Werte hinwandern.

Gage Treichl: 4 Millionen
Sprachförderung: 5 Millionen

Alles klar?

alles klar?

ja leider, es ist zum heulen... :-(((

wenn man rechnet wie viel schmiergelder etc flissen ist der betrag echt ein witz.
das könnten einige organisationen aus der kaffekassa zahlen

was soll die streiterei um diesen betrag?
die sp-vp-regierung hat milliarden nach griechenland überwiesen, erst vor 14 tagen wurden auch noch von spö,övp&grüne garantien in höhe von eur 22.000.000.000,- für griechenland ausgesprochen

der bund verdoppelt den steuerlich herkünftigen betrag mit geldern der steuerzahlerInnen. die övp glaubt die leute seien deppert

Inseratenkampagne der Regierung zu diesem Thema:

Kostenpunkt mindestens 4 Millionen Euro. Wollen wir wetten?

ich wette MIT Ihnen

wird nur keiner dagegen wetten

gut, dass es jetzt gesichert ist.

aber für wie deppat halten uns unsere politiker? frau "rehaugerl" fekter von der vp und herr "geilomobil" kurz, komisch auch von vp, einigen sich binnen stunden. ist ja ein klacks! ich wette für die andere farbe ist das geld nicht da.

Naja es wird einfach versucht mit allen Mittel von den Korruptionsvorwürfe rund um die ÖVP abzulenken. Wird auch bei den meisten Östereichern klappen.

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.