Deutsche Buchbranche will Warnhinweise bei nicht genehmigten Downloads

9. Oktober 2011, 15:46
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    foto: ginnerobot / flickr

    Passen nur schwer durch eine Internetleitung: Echte Bücher aus Papier.

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Soll Internetpiraten abschrecken - 2010 wurden rund 14 Mio. E-Books heruntergeladen

Zur Abschreckung von Internetpiraten verlangt die deutsche Buchbranche Warnhinweise im Netz. "Bei jedem illegalen Download von sogenannten Filesharing-Plattformen werden dann die Nutzer darauf hingewiesen, dass sie was Illegales tun", sagte der Hauptgeschäftsführer des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Alexander Skipis, der Deutschen Presse-Agentur vor dem Beginn der Frankfurter Buchmesse (12.-16.10.). Nach einer brancheninternen Untersuchung wurden im vergangenen Jahr rund 14 Millionen E-Books ohne zu Bezahlen heruntergeladen. Das entspricht 62 Prozent aller heruntergeladenen Titel.

Umsetzung

Diese Hinweise müssten automatisch von den Internet-Providern verschickt werden. "Diese versagen sich aber bislang. Deshalb brauchen wir die Hilfe der Politik." Die Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium seien noch nicht abgeschlossen, obwohl Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) vor zwei Jahren bei der Buchmesse ihre Unterstützung bei der Wahrung des Urheberrechts zugesagt habe.

"Die Inhalte unserer Autoren werden von kriminellen Organisationen geklaut, die das zum Geschäftsmodell gemacht haben", beklagte Skipis. Wenn der Autor für seine Leistung nicht mehr bezahlt werde, "dann wird es irgendwann auch keine Inhalte mehr geben, die man raubkopieren kann". Besonders extrem sei die Piraterie im Wissenschaftsbereich. Aber auch in der Belletristik wachse im Netz das illegale Angebot und die illegale Nutzung. Dies werde im E-Book-Bereich vor allem kleinere und mittlere Verlage treffen.

Warnungen

Warnhinweise hält Skipis für durchaus erfolgversprechend. Untersuchungen belegten, dass sich 80 Prozent der Nutzer rechtstreu verhalten wollten. Wer dann weiterhin illegal ein Buch herunterlade, müsse mit einer Abmahnung des betroffenen Verlags rechnen.

Skipis kritisiert in diesem Zusammenhang die Piratenpartei scharf. "Wenn diese Freiheit und Demokratie im Netz fordert, ist das eine reine Worthülse. Wir brauchen Spielregeln für unsere Freiheit." Die Piratenpartei hat zum Auftakt der Frankfurter Buchmesse am Mittwoch (12.10.) eine Demonstration gegen das von den Zeitungsverlegern geforderte Leistungsschutzrecht angekündigt. Dies "zementiert Informationsstrukturen und schränkt damit die Meinungsfreiheit ein", heißt es im Protestaufruf der Piraten. (APA)

Kommentar posten
18 Postings
Johannes
03
10.10.2011, 11:07

ich würde den Herren und Damen der Deutschen Buchbranche ein Treffen mit den Major-Labels empfehlen.

Die haben sich mit der selben Problematik und "Lösungsvorschläge" schon vor 10 Jahren rumgeschlagen und jeder sieht wo wir heute stehen... :D

Strammer Max
01
10.10.2011, 10:39

Illustriert mal wieder sehr schön wie ewig gestrig manche Branchen sind.

wolfynyl
00
10.10.2011, 09:27

Piratenpartei GO!

linkslinker gutmensch
06
10.10.2011, 07:29

etwas unausgegoren.

aber auf andere bereiche des lebens stell ichs mir witzig vor.

an der tankstelle bekommen raser von mitarbeitern des ölkonzerns ein flugblatt mit der bitte doch nicht so schnell zu fahren.

bäckerein informieren betroffene kunden über die risken von blut im stuhl.

Easy Rawlins
03
9.10.2011, 21:52
"Nach einer brancheninternen Untersuchung wurden im vergangenen Jahr rund 14 Millionen E-Books illegal heruntergeladen."

Und weil die Verlage genauso blöd sind wie die Musik- und Filmindustrie und glauben für die elektronische Version genausoviel verlangen zu können wie für die Printfassung, wird das voraussichtlich noch erhebölich steigen.

momodeluxe
00
9.10.2011, 19:20

diese leute glauben anscheinend wirklich, daß das internet so funktioniert: http://www.youtube.com/watch?v=8PNRrOGJqUI

der mann mit dem sturzhelm muß nur vorher bei der internetauskunft anrufen, ob eh alles rechtens ist.

Bilderrahmen
10
9.10.2011, 19:08
Finde ich eine gute Idee!

Gut, dass die Provider bereits eine VDS technisch eingeführt haben. Jetzt noch die richtigen Filter einstellen und dieser Warnhinweis ist möglich.

Keyser
22
9.10.2011, 17:58

Nur zu dumm, dass das herunterladen garnicht illegal ist, liebe Brüder der hohlen Nüsse. :)

Gast Kommentar
03
9.10.2011, 23:19
Lieber Hohlnussbruder,

Namen wie "Angela Merkel" und "Frankfurter Buchmesse" mögen als Hinweis gedient haben, "Börsenvereins des Deutschen Buchhandels" sollte den Verdacht erhärtet haben: der Artikel bezieht sich auf Deutschland und nicht auf Österreich.

Und bei unseren lieben Nachbarn ist der reine Download urheberrechtlich geschützten Materials sehr wohl und sehr eindeutig strafbar.

Insofern darf ich Sie ersuchen, Ihren Sarkasmus dann anzubringen, wenn Sie wissen, wovon Sie reden, da es sonst ein bisschen peinlich wirkt.

Mit vorzüglicher Hochachtung,
Ihr g'schamster Diener

Keyser
00
10.10.2011, 13:00

Sehen Sie, das war mir natürlich völlig bewußt, jedoch habe ich schon etwas weiter gedacht. Sobald da etwas entsprechendes beschlossen wird, sieht sich die Branche dazu geneigt, eben jenes auch in anderen Ländern umgesetzt zu sehen, und darauf hin zu wirken.

Und wenn es etwas gibt, dass die Vergangenheit zeigte, dann ist es das was in D beschlossen wird, und vielfach auch verworfen - weil Klage erhoben wurde, bei uns mit voller Härte und noch konsequenter eingeführt wird. VDS etc.

Gast Kommentar
00
10.10.2011, 13:28
Das klingt mir jetzt aber sehr nach Ausrede

Wenn Ihnen das eh bewusst war, und Sie annehmen, dass (unsinnige) Regelungen von D nach Ö wandern, ist es eher unlogisch, dass Sie auf den Status hierzulande hinweisen.

Keyser
00
10.10.2011, 19:48

Ich rechne einfach mit unseren Providern, die sich genau dagegen sperren werden. Die können sich nicht leisten, Kunden zu verlieren, aber einen großen Tanz wird es dennoch auch wieder hier darum geben.

Gast Kommentar
00
11.10.2011, 01:17
Darf ich rekapitulieren?

1. Post: "Nur zu dumm, dass das herunterladen garnicht illegal ist."

Ist es aber in Deutschland, das Land, von dem der Artikel ausgeht.

2. Post: "das war mir natürlich völlig bewußt" und "was in D beschlossen wird, [...wird] bei uns mit voller Härte und noch konsequenter eingeführt"

Passt nicht zusammen -- dann müssen Sie ja annehmen, dass es in Ö auch bald illegal sein wird, oder? Dann hat wiederum das erste Posting wenig Sinn.

3. Post: "Ich rechne einfach mit unseren Providern, die sich genau dagegen sperren werden."

Wieder 180-Grad-Wendung. Wär's da nicht einfacher, einfach zuzugeben, dass Sie sich vertan haben? ;)

Ich frag ja nur...

Keyser
01
9.10.2011, 18:03

Wobei, man könnte ja auch in die E-Books einen Hinweis einbauen, der da besagt: "Das illegale verfielfachen dieser Texte wird mit hohen Geldstrafen, und Haft bis zu 5 Jahren geahndet." Natürlich darf das nicht einfach übersprungen werden, sondern muss erst 5 Minuten auf dem Desktop stehen. Das hat ja bei VHS, VCD, DVD, BD-Discs usw. auch sehr gut geklappt. :)

moski0815
05
9.10.2011, 16:53

Das ist eine sehr gute Idee. Sowas sollte man aber generell einführen. Also jedes Mal, wenn ein Verbrechen vollzogen wird, dass man nicht nachvollziehen kann, sollte der Hinweis erscheinen.

Besonders wichtig sind solche Warnhinweise bei strafbaren Handlungen, die nicht bewiesen werden können. Wenn jemand einen Mord vollbringt und nicht ertappt werden würde, hält ihn so ein Warnhinweis (der kurz vor dem Mord per SMS zugestellt wird) vielleicht doch noch davon ab.

Funk1
03
9.10.2011, 16:14
komisch

finde kaum deutsche eBooks im Internet.

Martin Major
 
00
21.10.2011, 21:50

es gibt da von so einem henry so eine bibliothek ... allerdings ist dort das meiste pdf. was ja für fließtexte das denkbar beschissenste format ist.

Mathias Steinlaus
 
00
13.10.2011, 15:03
.. kommt drauf an ...

... aktuelle Ausgaben wird man selten finden, aber uralte Texte gibt es sogar "frei Haus" :-)

( http://www.gutenberg.org/browse/languages/de )

Manche sogar in modernen Dateiformaten für eBook Reader & Co!

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