Proteste gegen Repressionen und Preiserhöhungen
Minsk - Rund 1.000 Demonstranten haben in der weißrussischen
Hauptstadt Minsk gegen die Unterdrückung der Opposition sowie gegen
Preiserhöhungen protestiert. Die Teilnehmer der Demonstration am Samstag
forderten die Freilassung politischer Gefangener, freie Wahlen sowie einen Stopp
der Preiserhöhungen. Mindestens sieben Demonstranten wurden festgenommen, wie
ein AFP-Korrespondent berichtete.
Weißrussland leidet unter Devisenknappheit, einer galoppierenden Inflation
und einem riesigen Handelsdefizit. Im September hatte die Regierung des
autoritär herrschenden Präsidenten Alexander Lukaschenko Preisbeschränkungen für
bestimmte Lebensmittel aufgehoben. Seit Jahresanfang waren die Preise bereits um
mehr als 50 Prozent gestiegen.
Die EU will am Montag ihre Sanktionen gegen Weißrussland verlängern und
ausweiten. Noch keine Einigung besteht EU-Diplomaten zufolge darüber, auch
Wirtschaftssanktionen gegen die Regierung zu verhängen. Die EU kritisiert die
Unterdrückung der weißrussischen Opposition und fordert von Lukaschenko, die
politischen Gefangenen des Landes freizulassen und zu rehabilitieren.
Lukaschenko selbst gehört zu jenen Regierungsvertretern, die von der EU bereits
mit einem Einreiseverbot belegt wurden. (APA)