Telekom-Affäre

Aktenvermerk bestätigt Intervention von Mikl-Leitners Kabinettschef

8. Oktober 2011, 11:47
  • Artikelbild
    foto: apa/jaeger

    Auszug aus dem Aktenvermerk, der Kloibmüller (im Bild) belastet: "Die Antwort war, dass Kloibmüllers ernste Botschaft vielleicht nicht direkt als Drohung zu verstehen sei, es aber für uns (Hannes Ametsreiter, Telekom Austria) unangenehm werden könnte."

Kloibmüller fordete von Ametsreiter, dass Mensdorff-Pouillys Verwicklung nicht kommuniziert würde

Das Nachrichtenmagazin "profil" hat jenen Aktenvermerk veröffentlicht, der bestätigen soll, dass der Kabinettschef des Innenministeriums, Michael Kloibmüller, Telekom-Chef Hannes Ametsreiter tatsächlich unter Druck gesetzt hat. Kloibmüller wurde vorgeworfen, dem Telekom-Chef nachdrücklich vermittelt zu haben, die Verwicklungen des Lobbyisten Alfons Mensdorff-Pouilly nicht zu offensiv zu kommunizieren. Kloibmüller hatte die bereits im Sommer bekanntgewordenen Vorwürfe bisher vehement bestritten.

Nachfolgend der Aktenvermerk im exakten Wortlaut. Dieser bezieht sich auf ein Meeting vom 12. August 2011 (im Original irrtümlich mit 11. August datiert). Teilgenommen daran haben neben Hannes Ametsreiter und Pressesprecherin Elisabeth Mattes auch die in der ÖVP bestens vernetzten Telekom-Manager Michael Fischer und Michael Jungwirth.

"Das Meeting handelt davon, dass Jungwirth und Fischer aus dem Innenministerium (von dem sie eben erst zurückgekommen waren: Sie hatten unmittelbar vor ­unserer Besprechung mit Kabinettschef Kloibmüller ein ‚sehr ernstes‘ Gespräch gehabt) eine ‚ernst zu nehmende Warnung, die aber nicht als Drohung zu verstehen sei‘ aus dem Kabinett zu überbringen, und zwar unserem Chef Ametsreiter. Kloibmüller hatte Fischer und Jungwirth eine Warnung mitgegeben, die sich darauf bezog, dass die Kommunikation der TA im Zusammenhang mit der Veröffentlichung des 400 Seiten starken Berichtes zu den Causen Hochegger/Valora, Mensdorff etc. (den die TA am Montag davor der Staatsanwaltschaft übergeben hatte) vonseiten des Innenministeriums als zu offensiv kritisiert worden ist. Die Presseaussendung, die die Übergabe des Berichtes angekündigt hatte, war am Sonntag davor, 7. August, veröffentlicht worden: in ihr waren als Untersuchungsgegenstand TA-interner Analysen die Causen Hochegger/Valora, Mensdorff, Sachverhaltsdarstellung, KorruptionsSTA etc. angeführt. Die Presseaussendung hatte eine umfangreiche Medienberichterstattung zur Folge, die - ebenso wie die Presseaussendung - durch Kloibmüller in 2 Punkten kritisiert worden war: Mensdorff sowie das Thema Immobilien (...) sollten laut Kloibmüller seitens der TA keinesfalls weiter thematisiert werden. Auf die Frage hin, was denn dann geschehen werde, falls wir, TA, weiter diese Themen kommunizieren, antworteten Fischer und Jungwirth in Richtung Ametsreiter, dass Kloibmüller angedeutet hatte, auch für eine Prüfung der mobilkom (im Zu­sammenhang mit Valora etc.) zu sorgen. Ametsreiter antwortete, dass er gegen eine Prüfung der mobilkom grundsätzlich nichts habe. Ich (Anm.: der profil namentlich bekannte Verfasser des Aktenvermerks) habe dann nochmals nachgefragt, welche Konsequenzen diese Warnung oder auch Drohung im Falle einer Fortsetzung unserer Kommunikation zu Mensdorff und Immobilien hätte. Die Antwort war, dass Kloibmüllers ernste Botschaft vielleicht nicht direkt als Drohung zu verstehen sei, es aber für uns (Hannes Ametsreiter, Telekom Austria) unangenehm werden könnte. Im Rahmen dieses Gespräches war auch der Name Christoph Ulmer (Agentur „Headquarter") erwähnt worden, der als Kommunikations-Berater Kloib­müllers tätig sei. Erwähnt wurde in diesem Gespräch auch der Name Wolfgang Gattringer (Anm.: ein ehemaliger Mitarbeiter des Kabinetts Ernst Strasser), der das Gespräch zwischen Kloibmüller und Fischer/Jungwirth vermittelt bzw. den Anstoß dafür gegeben hatte."

Gegen Kloibmüller wird wegen Amtsmissbrauchs und Geheimnisverrats ermittelt. Im Zuge dessen, gab es auch eine Hausdurchsuchung bei der Werbeagentur Headquarter (DER STANDARD berichtete). Für Kloibmüller gilt die Unschuldsvermutung. (red/derStandard.at, 8.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 411
1 2 3 4 5 6 7 8 9
Michail Bakunin
02
14.2.2012, 15:20

Wenn das in unserem Justizministerium genauso läuft, ist wenigstens klar, warum keiner der Politmafia in U-Haft sitzt. Wann wird endlich die Lichtenfelsgasse wegen §278 gerazzt? Ah ja, geht ja nicht - auch das Innenministerium ist schwarz... Danke an dieser Stelle an die Sozitro**eln, die sowohl Justiz- als auch Innenministerium der ÖVP überlassen haben.

Offenlegung aller Parteispenden jeder Partei ab 2000 jetzt! Wer Transparenz von den BürgerInnen will, soll mal mit gutem Beispiel vorangehen. Kurrupte Bagage.

Pauli Feuerstein
00
10.10.2011, 12:12
Könnten wir jetzt endlich BEIDE Aktennotizen haben,

es wurden ja an die Staatsanwaltschaft zwei unterschiedliche gesendet. Lt. Profil stehen sich die Aussagen diametral gegenüber!

Wie wärs, no?

:)

flux.
03
10.10.2011, 09:00
wie unfähig muss eine innenministerin und ihre kabinett- u. sektionschefs sein...

... wenn sie die dienste einer externen (werbe!?!)argentur zur "kommunikationsberatung" benötigt?

ahso: der chef der externen beraterfirma heißt Christoph Ulmer und das ist der ehemalige kabinettschef von ex-innenminister Ernst Strasser.

alles klar ;o)

PERLENQWIEN
 
00
10.10.2011, 08:24
Eyes Wide Shut

Pauli Feuerstein
00
10.10.2011, 13:27
Excellent Movie!

legal eagle
 
00
9.10.2011, 21:28
jaja: jedes schriftl ist ein giftl (alte beamtenweisheit).

fragt sich in diesem fall nur: für wen?

Tango Korrupti1
09
9.10.2011, 13:58
Sind STRASSERs Unterlagen aus Brüssel gleich von Kloibmüller via Ulmer dem Strasser ausgehändigt worden ?

Was ist mit der Auswertung? Oder warten wir da auf die zweite Verjährung ??

suboptimal
 
04
12.10.2011, 12:29
Part of the Game

heißt das bei denen.

Korrupte Kriecher sind loyal bis zum Untergang.

georgesoros
07
9.10.2011, 13:04
man kann es nur immer wieder schreiben

bitte kommts alle zur demo am 26.10. nach Wien. Ich werde extra aus V anreisen weil ich schon lange auf so eine Demo warte. Was denken sie was das für ein Bild machen würde wenn da 100.000 Leute kommen würden. Das wäre dann wirklich Druck für die Regierenden etwas zu ändern.
Bitte kommts zur Demo!

Quargelbrot
00
9.10.2011, 22:41

http://www.facebook.com/event.php... 9799160139

Details werdet Ihr dort erfahren.

Auch unter www.demokratieambulanz.gnx.at

Sagt zu auf Facebook und ladet Eure Kontakte ein.
Damit wirklich eine maximale Anzahl an Menschen davon erfährt.

Danke!

Cuchullain
00
9.10.2011, 14:39
Natürlich kommen wir zur Demo, ...

... ebenso zur demo am 15.10.

Nasse Fetzen nicht vergessen!

kolik11
01
9.10.2011, 14:00
Volle Zustimmung!

kolik11
01
9.10.2011, 14:07
PS.: Bin natürlich auch dabei

jössas
16
9.10.2011, 12:58
das innen- und justizministerium muss

der övp SOFORT entzogen werden!!!!!

didi111
010
9.10.2011, 12:34
Es zeigt sich halt hier schmerzlich, daß das letzte Jahrzehnt..

..ausschliesslich - mit Ausnahme von Fekter - im Innenministerium NIEDERÖSTERREICHISCHE Politiker aus dem Stall Pröll kamen.

Und so schaut es auch aus.

Hemmungslose Interventionen und Postenschacher sind dort gang und gebe.

WAS sich hier auf Bundesebene abspielt, ist nur das Denken und praktische Leben im Grossen , wie es in Niederösterreich im Verborgenen gelebt wird.

Das wirklich Schlimme dabei ist, daß sich die handelnden Pesonen eigenlich gar nichts mehr anderes vorstellen können als diese Art und dementsprechend agieren.

Es muss hier die Öffentlichkeit , die Staatsanwaltschaft, die Parteien beginnen, mit Druck diesen Saustall Niederösterreich mit ihrem dumpfen Denken und Handeln mit Nachdruck und nachhaltig auszumisten

Papp Kamerad
11
10.10.2011, 07:41
In Niederösterreich, ebenso wie in Wien, liegt es nur am Wähler

Doch anscheinend gibt es noch zu viele Profiteure des Status Quo oder besser zu viele, die glauben Profiteure zu sein, es aber natürlicherweise nicht sind.

So oder so: Die Partei sagt DANKE, lacht sich einen Ast und verteilt die Pfründe.

Illusionist
00
10.10.2011, 19:13

wenn sie wert auf groß/kleinschreibung legen, dann schreiben sie richtigerweise bitte "Status quo".

Status Quo ist eine Rockband :)

tanuki2
00
9.10.2011, 12:30
Wäre da nicht "was dran"

so würde doch die Frau BMI niemals so derart aufgeregt und nervös reagieren!

Sukram's Panopticum
 
02
9.10.2011, 12:28
Die Demokratie:

"Die Regierung des Volkes, durch das Volk und für das Volk. Ein Vorgang, in dem das Recht vom Volk ausgeht und alle Macht dem Volk rechenschaftspflichtig ist."

Meine Frage lautet weiterhin:
Wie sieht diese Rechenschaft in unserem Staat aus? Wo ist die Regierung des Volkes, vorallem für das Volk?

Wie kann man so etwas überhaupt noch als Demokratie bezeichnen? Wegen einer einzigen Wahl zwischen Kasperltheater und Löwingerbühne?
Was ist das für eine Verantwortung, von der die hiesigen Politiker sprechen, wenn die Verantwortung höchstens darin besteht, keine Fragen zu beantworten oder maximal Ausflüchte und Phrasen zu dreschen, die keinerlei Konsequenzen nach sie ziehen, weder personell noch politisch?!
Wo bleibt die Würde in Österreich?

Aguirre74
 
07
9.10.2011, 12:17

Einzige Möglichkeit aufzuräumen ist, die ÖVP, die schon seit Jahren unendlich viel mehr Macht als Wählerzuspruch hat, aus der Regierung, jedenfalls aus allen sensiblen Ministerien (Justiz, Innen) zu entfernen. Danach sitzt vermutlich die halbe Schüssel-Regierung samt Ressortchefs und das halbe Innenressort im Gefängnis.

Österreichische Verbrecher Partei!
07
9.10.2011, 12:16
Liebe Verbrecher und Mitmafiosi NEUE LAGE 700 TAGE, wenn die SPÖ nicht wieder mit Kriminellen eine Koalition eingeht

30 Jahre Mafia in der Regierung sing genug Herr Faymann !!

Bi-Ba-Butzemann
 
02
9.10.2011, 12:30
In Österreich stehen aber meines Wissen nach,

beinahe nur Kriminelle zur Wahl.

Mediokraten, Schmiergeldbezieher, Wehrsportler und Betrüger.

Das einzige was sinnvoll wäre zu wählen:
Die Art der Waffen mit denen wir das Gesindel vertreiben.

enoch arden
 
02
9.10.2011, 12:13
Mittlerweile

überaschen derartige Vorgänge nicht mehr. Da die ÖVP seit 1983 in der Regierung ist kann sich diese Partei, (wie ein kreativer Buchhalter , siehe "blader Franz Europapier") eine Absenz gar nicht mehr leisten. Das lässt für die Zukunft allerdings wenig hoffen.
Aber möglicherweise fallen dieser Partei all die Spitzelgesetze welche sie jetzt durchsetzt einmal auf den Kopf. Die Signale die an die österreichische Bevölkerung gesandt werden sind jedenfalls fatal.
Egal was auch immer geschieht, es gibt keine Konsequenz. Von Rücktrittskultur darf man hier nicht einmal träumen.

Juergen22
06
9.10.2011, 12:12
einfach nicht mehr ÖVP wählen - so einfach ist das...

jacques05
01
9.10.2011, 17:21
wie sagte doch bush vor seiner 2. wahl....?

es ist mit egal, ob ich gewählt werde, hauptsache ich werde wieder präsident...
ähnlichkeiten mit in ö tätigen personen und parteien
sind rein zufällig und unerwünscht.

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 411
1 2 3 4 5 6 7 8 9

Die Kommentare von Usern und Userinnen geben nicht notwendigerweise die Meinung der Redaktion wieder. Die Redaktion behält sich vor, Kommentare, welche straf- oder zivilrechtliche Normen verletzen, den guten Sitten widersprechen oder sonst dem Ansehen des Mediums zuwiderlaufen (siehe ausführliche Forenregeln), zu entfernen. Der/Die Benutzer/in kann diesfalls keine Ansprüche stellen. Weiters behält sich die derStandard.at GmbH vor, Schadenersatzansprüche geltend zu machen und strafrechtlich relevante Tatbestände zur Anzeige zu bringen.