Kassierer werden jetzt besser bezahlt

7. Oktober 2011, 22:07
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Nachdem das Höchstgericht die Tätigkeit gestärkt hat, zahlen Kika/Leiner, Lutz und bauMax jetzt besser, Tausende profitieren

Einenhalb Monate nachdem der Oberste Gerichtshof (OGH) die Tätigkeit von Kassierern gestärkt hat, kommt Bewegung in die Angelegenheit. Die in die Pflicht genommenen Unternehmen Kika/Leiner, Lutz und bauMax bezahlen besser.

Anlassfall war eine burgenländische Handelsangestellte, die fälschlicherweise in der unteren Gehaltsstufe 2 statt in der besser bezahlten 3er-Gruppe eingestuft worden war. Bis dahin arbeiteten tausende Menschen unter ihrem Wert, die Zahl der Unterbezahlten wird auf bis zu 30.000 geschätzt.

Die in die Pflicht genommenen Unternehmen haben reagiert, wie die "Salzburger Nachrichten" berichten. "Wir bezahlen rückwirkend mit Anfang August alle Kassierinnen nach der Gehaltsstufe drei", betont Angelika Elgert, Sprecherin der Möbelhäuser Kika/Leiner, in dem Bericht. Es gehe um "einige Hundert" Beschäftigte. "Die Rechtslage hat sich für uns geändert, wir haben daher alle Kassierinnen in unseren 67 Märkten in die Stufe drei eingestuft", meint auch bauMax-Sprecherin Monika Voglgruber.

Auch der Möbelkonzern Lutz will nun die Dienstverträge von 8500 Mitarbeitern nach oben korrigieren, wie das Unternehmen am Donnerstag bekanntgab. Firmensprecher Thomas Saliger betonte aber, dass Lutz nun alles offengelegt und nichts wissentlich falsch gemacht habe.

Handel müsste Millionen nachzahlen

Dass es dabei um Millionen geht, steht außer Frage. Pro Beschäftigten geht es im Monat um 150 Euro, bei Gehältern von 1.400 bis 2.000 Euro brutto eine "kleine Sensation", meint Gerald Forcher, der stellvertretende GPA-Geschäftsführer in Salzburg. "Das OGH-Urteil hat uns enormen Rückenwind gegeben."

Der stellvertretende Bundesgeschäftsführer der Gewerkschaft, Karl Proyer, legt noch nach. Für ihre Versäumnisse müssten die Unternehmen nämlich auch Sozialversicherungsbeiträge für zumindest drei Jahre rückwirkend löhnen. Bei durchschnittlich 150 Euro Minderverdienst wären das höhere zweistellige Millionenbeträge, die die Gebietskrankenkassen vom Handel einfordern könnten, heißt es in dem Bericht. Damit würden die Angestellten doppelt profitieren, denn ihre Pensionsansprüche würden steigen. (sos, derStandard.at, 7.10.2011)

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    foto: standard/hendrich
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