Invaliditätspension

Schikane statt Sachlösung

Kommentar | Gerald John, 7. Oktober 2011, 19:58

Der ÖVP fallen immer nur für eine Seite Sanktionen ein

Karlheinz Kopf betont, er wolle nicht von Missbrauch sprechen. Das ist bereits ein Fortschritt. Oft genug schon wurden Invaliditätspensionisten ja unter den Generalverdacht des Tachinierens gestellt.

Der ÖVP-Klubchef hat auch recht, dass 30.000 invalide Frührentner pro Jahr zu viel sind. Tatsächlich wird es darunter Arbeitsmüde geben, die eine magere Pension - Männer erhalten im Schnitt 1080 Euro, Frauen 700 Euro - dem Job vorziehen. Doch das ist eben nur eine Facette.

Was gerne ausgeblendet wird: Die Arbeitswelt ist aufreibender geworden, Mediziner registrieren immer mehr psychische Leiden. Viele Invaliditätspensionisten haben lange Krankengeschichten hinter sich, im Schnitt sterben sie um elf Jahre früher als Alterspensionisten. Und es gibt Firmen, die ältere Kräfte hinausdrängen. Oft einigen sich Arbeitgeber und -nehmer wohl auch auf den simplen, für die Allgemeinheit jedoch teuren Ausweg: die Frühpension.

Der ÖVP aber fallen immer nur für eine Seite Sanktionen ein. Zum Arztbesuch will sie Invaliditätspensionisten in spe vergattern, damit Führer-, Jagd- und Waffenschein überprüft werden. Was bringt das? Natürlich wird längst jeder Antragsteller vom Amtsarzt untersucht - zwei Drittel blitzen dabei ab. Wenn Kopf den Gutachtern misstraut: Warum soll dann gerade ein Führerscheintest zur großen Hürde werden? Nach einer Sachlösung klingt das nicht, eher nach Schikane und Scheinpolitik. (DER STANDARD, Printausgabe, 8./9.10.2011)

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Posting 1 bis 25 von 94
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17+4
10
9.10.2011, 19:01
es geht statistisch nicht darum, um wieviel früher

Invalididätspensionisten als andere sterben, sondern wielange sind sie in der Pension, also wielange wird Leistung bezogen, insbesondere bezogen auf die Versicherungszeit.
Erst dann kann man über Moral reden, aber ohne seriöse statistische Daten ist das Ganze nur Unsinn

suboptimal
 
13
14.10.2011, 19:31
aha ... und was hat früher STERBEN mit Moral zu tun?

und damit, dass männliche Invaliditätspensionisten im Schnitt um 10 Jahre (Frauen um 7 Jahre) früher sterben als Alterspensionisten?

17+4
10
14.10.2011, 20:55
sie werden es nicht verstehen, denn sie

können nicht sinnerfassend lesen, daher wäre die Mühe vergebens.

Knut Pewal1
05
9.10.2011, 17:06
Entbehrlich

Die Meinung des Herrn Kopf ist wie auch seine Person überflüssig wie ein Kropf.

regenfeldbau
70
8.10.2011, 21:25
tatsache ist doch

würden alle pensionswerber wissen, dass sie in pension "gehen" müssen, wenn sie psychopharmaka einnehmen müssen, so werden sie sich das überlegen.

jemandem, der wirklich psychisch krank ist, wird das nichts ausmachen - er weiß, dass er nach seiner gesundung wieder fahren wird dürfen.

Minister der Ökomonie
24
8.10.2011, 22:21

Ich denke, das Hauptproblem der IPensionäre ist sicher nicht der Führerschein. Wer nicht weiß, wie er zur nächsten Apotheke kommen soll, oder wie er den Supermarkt überstehen soll, hat wirklich dringlichere Probleme als seine Fahrerlaubnis im täglichen Straßenverkehr. Das, so meine ich, ist für jene schon längst Geschichte.

Ich hab immer den Eindruck, da geht es laut Politiker um xunde Leute die halt nimmer arbeiten wollen...

Ich wünsche hiermit allen Menschen die IPensionären ihre Situation neiden, von Herzen, dass sie in den nächsten zwei Jahren davon selber betroffen sein werden.

meresi
03
9.10.2011, 06:06
dem möchte ich mich anschliessen

und ergänzend hinzufügen: am liebsten mit rollstuhl
ausgerüstet...zur bewegungsunfähigkeit verdammt...

Cesarus55
02
8.10.2011, 21:24
Warum nicht einen ganz anderen Weg einschlagen

Jede Firma die einen Invaliditätspensionisten produziert muss 5.000 Euro Strafe zahlen. Wobei man hier bei vorhergehender Arbeitslosigkeit ruhig den letzten Arbeitgeber heranziehen könnte.

Harry Y.
 
00
12.10.2011, 19:02

Dann kriege ich die vom Staat. Bitte, Moloch. Zahl'. FP+VP+SP zahlen jeweils €1.666,66, so mein Vorschlag.
(Es ist viel zu wenig.)

Harry Y.
 
00
12.10.2011, 19:05

Die letzte Fa. kann jedenfalls nix dafür. Ich war ja schon krank, als ich dort anfing.

Carlos Clementin
00
9.10.2011, 08:39
Aber mindest dem Ehem Arbeitgeber pro Monat!

anyuser
 
10
9.10.2011, 00:16
zu wenig

um etwas zu bewirken müssen es auf jeden fall 500.000 euro sein.

Minister der Ökomonie
01
8.10.2011, 22:25

Was natürlich eine "hagliche" Gschicht ist.

Nehmen wir einen Konkursbetrieb. Wer in einem solchen schon gearbeitet hat, hat eine Vorstellung davon, wie stressig und belastend das ist. Täglich neue Visionen, schlechte Kommunikation, zwischen "es geht weiter" und "nächsten Monat sperren wir zu" ist alles täglich drin. Warten auf Löhne, schlechte Stimmung, Durchhalteparolen, stress mit Lieferanten, Kunden wegen verzögerter Liefertermine... Das kann Arbeitnehmer tatsächlich IPensireif machen (nach/durch Burnout).

Diese Firma kann diese 5.500,- Strafe dann nicht entrichten....

Harry Y.
 
00
12.10.2011, 19:09

Tatsächlich war es sehr unangenehm, das ist so ziemlich das Letzte.

Sigrun1
100
8.10.2011, 20:27

leider werden die gesetzlichen bedingungen für die Invaliditätspension nicht sachlich geprüft sondern die Genehmigung wird oft locker abgestempelt. negative Reaktionen können helfen den Missbrauch zu reduzieren, den dieser wird von allen Steuerzahlern finanziert

Minister der Ökomonie
112
8.10.2011, 22:29

Also von "durchwinken" kann nicht dir Rede sein. Über das "sachlich" kann man tatsächlich reden. Ein 8-minuten Kreuzverhör reicht halt oft nicht, um fest zu stellen, ob jemand Arbeitsfähig ist oder nicht. Das ist in beide Richtungen Fatal. Natürlich kann man in Berufung gehen, mit Gerichtsverfahren und allem. Als (psychisch bedingter) IPensionsanwärter packt man das nicht. Bedeutet: Aufs AMS pilgern dann die, die nicht hackeln können und keine Kraft für ein Pebsionsverfahren haben.

Da schiebt man die Kranken hin und her, schickaniert sie, und sie werden trotzdem nicht gesund... diese Querulanten.

Fahrlehrer
15
8.10.2011, 18:46
Umtausch

Schlage vor, Herrn Kopf den Führerschein zu entziehen und ihm dafür einen Flugschein auszuhändigen.

tapsel
 
13
8.10.2011, 19:40
Dschibuti ist grad günstig!

epatt
115
8.10.2011, 17:37
Die Vorschläge werden immer dümmer

Für den Eintritt in die Frühpension sind gesetzliche Voraussetzungen festgelegt. Die Überprüfung obliegt vom Staat eingesetzten Amtsärzten. Nun eine Rute ins Fenster zu stellen, den Menschen, denen gesetzlich geprüft die Frühpensionierung zusteht, die Mobilität einschränken zu wollen ist inhaltlich dumm und menschlich wiederlich. Ein typisches Zeugnis dafür, dass unsere "Volksvertreter" weder Kopf noch Herz haben, auch einer der Agierenden dieses Prädikat im Namen trägt. Aber es ist halt sehr einfach, schikanöse Ideen in die Diskussion zu werfen, wenn man selbst nach bereits nach wenigen Jahren Nationalratsschlaf pensionsberechtigt ist!

Minister der Ökomonie
27
8.10.2011, 22:35

Das Verfahren ist ja jetzt schon unmenschlich. Wer wegen psychischer Leiden (Brunout) eine IPension beantragt, und abgewiesen wird, hat Pech gehabt. Mit diesem Krankheitsbild hat man keine Ressoucen, Berufung einzulegen, oder vor Gericht zu gehen (was als eine Grundvoraussetzung für IPension gilt). Bedeutet, WIRKLICH Kranke, kommen gar nicht zur IPension. Wer stark genug ist, die Schikane durchzustehen, braucht sie nicht.

Was ist das Ergebnis? Am AMS muss man unterschreiben, arbeitsfähig zu sein, sonst gibts kein Geld. Krankengeld nur ein Jahr. Was nun? Bürokratisches Gemetzel ist für Kranke dieses Kalibers nicht drin. Ist Obdachlosigkeit wirklich der einzige Weg?

Harry Y.
 
01
12.10.2011, 19:30
WENN man abgewiesen wird, ....so ist das schlecht.

Wenn man abgewiesen wird, muß man in Berufung gehen? Nach einem Jahr noch einmal einen Antrag stellen, geht nicht? Meines Wissens schon, aber lasse mich gerne eines Besseren belehren.....nun, Berufung, das hätte ich tatsächlich nicht zusammengebracht.

stefan1981
41
9.10.2011, 13:28

ein burnout ist ja was temporäres und kein pensionsantrittsgrund. es wird nur von vielen leuten missbraucht die einen willkommenen grund suchen sich in die pension oder in eine längere auszeit zu verabschieden.

natürlich sind nicht alle so, aber es gibt schon sehr viele schwarze schafe. und die sollte man vorher aussortieren. da hat kopf recht.

Minister der Ökomonie
13
10.10.2011, 01:35

Burnout heilt aber nicht nach einem Zeitplan. Nicht immer ist man innerhalb eines Jahres wieder Jobfit. Was ist, wenn die Heilung eineinhalb Jahre, zwei oder in manchen Fällen auch länger dauert? Man sagt oft, für jedes Jahr das einen ins Burnout gerissen hat, braucht es einen Monat Heilung. Was, wenn man zufällig 20 Jahre Anlauf nahm? 20 Jahre für die Gesellschaft funktionierte bis zum erbrechen. Und dann nach einem Jahr nicht wieder Jobfit ist?

Was soll, Ihrer Meinung nach, jemand machen, der nach 12 Monaten noch nicht gesund ist - zu krank, um einen Behördenwahnsinn anzugehen, der schon Gesunden die Gänsehaut macht?

Vorschläge?

athos
02
9.10.2011, 15:38
Die IP - Pension auch,

die wird im Normalfall auch nur befristet zuerkannt.

Klaus Trophobie3
 
02
9.10.2011, 00:49

Also mir hat bei der Berufung die AK einen Anwalt zur Seite gestellt, der mich vorm Arbeitsgericht vertreten hat.
Und ich kenne auch noch mehrere Fälle wo es genau so gelaufen ist.

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