Palästinenser drängen in die Unesco

7. Oktober 2011, 17:35

Kein Veto möglich – Washington will Mitgliedschaft mit finanziellen Drohungen blockieren

Der Kampf für einen Palästinenserstaat verlagert sich vorübergehend nach Paris, wo die UN-Organisation für Bildung, Wissenschaft und Kultur (Unesco) ihren Sitz hat: Eine Gruppe arabischer Länder hat dort in aller Stille eine Art Flankenangriff eingeleitet. Auf ihre lange geheim gehaltene Initiative hin genehmigte der 58-köpfige Unesco-Exekutivrat kürzlich mit 40 Stimmen eine Empfehlung, Palästina die Vollmitgliedschaft zu verleihen. 14 Staaten enthielten sich, Gegenstimmen gab es von den USA, Deutschland, Lettland und Rumänien. Österreich ist zurzeit in diesem Gremium nicht vertreten. Die endgültige Entscheidung wird die Generalversammlung der Organisation bei der Jahrestagung vom 25. Oktober bis 10. November fällen.

"Verwirrend, unerklärlich"

Für Neumitglieder ist eine Zweidrittelmehrheit notwendig. Ein Vetorecht wie im UN-Sicherheitsrat ist nicht vorgesehen. Die USA können die Aufnahme Palästinas deshalb nicht allein verhindern. Sie drohen hingegen mit finanziellen Folgen. Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete das Votum als "ziemlich verwirrend und unerklärlich" .

Die Chefin des Ausschusses für außenpolitische Kredite im US-Kongress, Kay Granger, erklärte rundweg, sie werde alles daran setzen, "die Finanzierung der Organisation zu stoppen" . Soll heißen: den US-Beitrag für das Unesco-Budget zu streichen.

Es wäre nicht das erste Mal, dass die USA zu solchen Mitteln greifen: 1984 waren die USA, England und Singapur vorübergehend aus der Organisation ausgetreten, um im Kalten Krieg gegen ein Weltkommunikationsprojekt der Unesco zu protestieren.

Wichtig für die Entscheidung über die Vollmitgliedschaft Palästinas ist das Verhalten der EU: Sie kann sich einmal mehr nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Während Deutschland das palästinensische Ansinnen aus historischen und Rumänien aus "atlantischen" Motiven ablehnen, will zum Beispiel Spanien in der Unesco dafür stimmen. Im Exekutivrat enthielt sich Spanien noch wie Italien und Polen der Stimme, Frankreich windet sich ebenfalls.

Eine Aufnahme Palästinas in die Unesco hätte nicht nur diplomatisch weitreichende Folgen. Die Palästinenser möchten Heiligtümer dem Weltkulturerbe unterstellen. Diese Anträge bergen gewaltigen religiösen - und politischen - Sprengstoff. (Stefan Brändle aus Paris /DER STANDARD, Printausgabe, 8.10.2011)

Kommentar posten
Posting 1 bis 25 von 51
1 2
Raptor Jesus
26
8.10.2011, 20:48
Lustig anzusehen, wie öllose Araber es schaffen, eine Weltmacht und ihre Marionetten vorzuführen.

Und was zur Hölle ist "atlantisch"?

baneck08
30
11.10.2011, 23:00
Sag doch offen, was du denkst

"eine Weltmacht und ihre Marionetten"

brauner Müll!

"Able Danger"
02
12.10.2011, 00:13
"eine Weltmacht und ihre Marionetten"

So und nicht anders sieht die Realität aus. Nur ein völlig Verblendeter kann das nicht erkennen.

Alfred Fux
37
8.10.2011, 19:31
Die USA möchte auch keine kulturelle Teilhabe Palästina's an der Welt

Und jetzt drohen sie ganz offen - mit Mafia-Methoden - der UNESCO. Also ich plädiere darauf, die USA aus der UN rauszuwerfen. Ein Staat wie dieser sollte sich auf seine Insel zurückziehen und sehen wo er bleibt. Würde man diesen Halsabschneidern den Zugang zu Ressourcen in anderen Ländern abdrehen, könnten sie unter Umständen zu der Erkenntnis finden, dass sie selbst nicht überlebensfähig sind. Dass ohne Kooperation nichts funktioniert. Ihre Dominanzversuche sind völlig aus der Luft gegriffen und ihre geistiger Schas, sie seinen von Gott als Führer auserwählt worden, ist mit dem credo der radikalen Islamisten identisch. Es fragt sich nur, wer von den Beiden wirklich schlimmer ist.

nAK
14
8.10.2011, 19:28
Für die USA waren Demokratie und Menschenrechte

immer schon an den Geldbeutel gebunden. Insofern wundert es nicht, wenn sie Mehrheitsentscheidungen mittels Gelddrohungen abzuwenden versuchen.

zimbo
 
25
8.10.2011, 18:53
Erpressung gegen Demokratie.

shahabblack
54
8.10.2011, 18:26
also eines muss ich los werden

diese grenzenlose ignoranz und hass in österreich ist bis dato unerreicht.

danke

Dani B.
41
9.10.2011, 12:54

kannst du deine (etwas sonderbare) äusserung noch irgendwie begründen? oder ist das zuviel verlangt?

Peacefaktor
47
8.10.2011, 18:08
Ich würde soooo gerne einmal etwas positives über die USA schreiben können

Es wäre so eine Wohltat, wenn von Übersee auch nur einmal etwas für Menschen, für Rechte, für Frieden kommen würde, aber sie schaffen es einfach nicht.

Was man liest ist: Krieg, Waffen, Skandale, Finanzdesaster, Demonstranten werden von Polizisten niedergeknüppelt, Bankencrashs, Guantanamo, Folter, Folterlager, Aufdecker werden, gejagt, Verbrecher geschützt, Turbokapitalismus, Zeltstädte, Korruption, Tötungen schaffen Gerechtigkeit, Drohnenangriffe, Sanktionen, Drohungen, ja nur kein Staat für die Palästinenser, Rache, Bomben, Kampfflugzeuge, Kolateralschäden, mehrere Tote bei Angriff, Gentechnik, nur ja nicht die Reichsten besteuern, friendly fire ...

Immer wieder widerlich.

drKannibalFekter
 
13
8.10.2011, 15:16
Demokratie a la USA

Wir haben immer Recht, die anderen nur wenn sie mit uns einer Meinung sind. Einfach ekelhaft dieses überheblich herablassende Art mit anderen umzugehen!

Marcel Baum
10
9.10.2011, 09:45
Demokratie ala Arabien.

Das leuchtende Vorbild Syrien.
Und Veto durch Russland und China, wieso redet von dem eigentlich niemand?

Dark Angel
 
00
11.10.2011, 12:23

Gerne. Sie müssen nur den Artikel wechseln und die Posts darunter lesen ;-)

drKannibalFekter
 
12
9.10.2011, 11:14
Eine deutliche Mehrheit der Welt hat von den USA die Nase voll!

Die verbreiten unter "Demokratie" knallharte Eigenimteressen, überall wo die sich bislang eingemischt haben waren irgendwelche wirtschaftlichen, militärischen Interessen vorhanden.
Das Kolonial- und Besitzstreben der USA wird hal zunehmend hinterfragt, auch wenn das ihren fanatischen Befürwortern und Nutznießern nicht paßt!

Marcel Baum
00
9.10.2011, 19:05
Hat genau Null

mit dem Mörderregime in Syrien und seinen Beschützern Russland und China zu tun.
Besorgen sie sich einen neuen Blindenhund

Dark Angel
 
00
11.10.2011, 12:24

wie gesagt, anderer Artikel im Standard online ;-)

Dort nachschauen, dort lesen!

Marcel Baum
00
13.10.2011, 10:15
Womit ich was vergleich,

dass müssen sie schon mir überlassen.

DieBo
00
8.10.2011, 14:19
drohen, drohen, drohen...immer das gleiche Spiel...

...kein staat der Welt entrinnt den Geschenken und Drohungen der USA

slimfilter
00
8.10.2011, 13:46

Probleme bei Heiligtümer die für alle 3 Religionen in dieser Region wichtig sind, sind vorprogrammiert...

DerAusrufer
08
8.10.2011, 12:35
Außenministerin Hillary Clinton bezeichnete das Votum als "ziemlich verwirrend und unerklärlich" (!!!!)

ohne Worte....

zeigt gesicht!
18
8.10.2011, 11:50

shame on USA

Roter Baron
210
8.10.2011, 09:47
welch schlauer schachzug

möge er gelingen !

das vetorecht mancher staaten im sicherheitsrat
macht die ganze uno sinnlos.

roter baron

Methusalem
02
8.10.2011, 09:32
so eine chutzpe!

ja, dürfen's denn das?

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
26
8.10.2011, 05:55
[Palestine_194] Zwischenstand

Die Nein-Stimme Deutschlands in der UNESCO wird wohl auch eine im Sicherheitsrat nach sich ziehen. Daher derzeitiger Zwischenstand (Kolumbien als "nein" gezählt):

JA: 8
NEIN: 3
undeklariert: 4 (davon 1 wahrscheinl. Enthaltung, 1 unentschlossen, 1 tendierend zu JA, 1 tendierend zu NEIN)

Gründe:
www.derstandard.at/plink/131... 3/23092827
www.derstandard.at/plink/131... 3/23092846

Nur DIREKTE DEMOKRATIE ist Demokratie!
49
8.10.2011, 05:41
@Kein Veto möglich, Washington kann nicht blockieren:

genau deshalb gehört auch das Veto im Sicherheitsrat weg
-> www.derstandard.at/plink/131... 9/23190682

Strictly Ballroom
 
21
8.10.2011, 12:57
???

DAs "Njet" der Russen und Chinesen gegen Syrien juckt wie erwartet niemanden, obgleich dort die MEnschen regelrecht abgeschalchtet werden.
Man kann das Veto im Sicherheitsrat zu Recht kritisieren, bei einer Abschaffung dessen indes verkäme die UNO zu einer Tribüne für Diktatoren und Scheindemokratien

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