Mögliche Erklärung für allzu schnelle Neutrinos gefunden

7. Oktober 2011, 18:21

Bislang plausibelster Ansatz: Gravitation könnte zu einem CERN-Messfehler geführt haben

London/Genf/Wien - Als die Opera-Gruppe des europäischen Teilchenforschungszentrum (CERN) am 22. September seine erstaunlichen Ergebnisse der Fachwelt offenbarte, wurde nicht nur die sofort in helle Aufregung versetzt. Die Physiker hatten in einem unterirdischen Labor in den italienischen Abruzzen nach Neutrinos Ausschau gehalten, die im rund 731 Kilometer entfernten Genf auf die Reise geschickt worden waren.

Laut ihren Messungen waren die Elementarteilchen geringfügig schneller unterwegs, als die Relativitätstheorie von Albert Einstein eigentlich erlaubt - eine physikalische Weltsensation. Laut Einstein markiert nämlich das Licht die oberste Geschwindigkeitsgrenze im Universum. Die Teilchen aus dem CERN waren aber um lächerliche 0,025 Promille schneller als das Licht.

Die Physiker hatten vergeblich nach allen möglichen Messfehlern gesucht und sich deshalb zur umstrittenen Veröffentlichung entschlossen. Diese wurde vom CERN-Generaldirektor Rolf Heuer am Donnerstag verteidigt. Er beharrte darauf, dass man korrekt vorgegangen sei: Zuerst sei die wissenschaftliche Publikation erfolgt, danach die Medieninformation. Physikerkollegen hatten in den vergangenen zwei Wochen kritisiert, dass die Öffentlichkeit über die Messergebnisse informiert wurde, noch bevor sie in einem weiteren Experiment bestätigt worden seien. Zudem hätten entscheidende Hinweise über die konkrete Durchführung der Messungen gefehlt. Nichtsdestotrotz wurden seit der umstrittenen Publikation am Vorab-Server arXiv.org mehr als 30 Artikel veröffentlicht, die zum Teil mit höchst exotischen theoretischen Spekulationen rund um das bislang unerklärliche Phänomen aufwarten.

Bereits vom 28. September stammt ein arXiv-Artikel des Physikers Carlo Rinaldi (Imperial College London), das die bisher plausibelste Erklärung für einen möglichen CERN-Messfehler enthält, wie "Nature News" berichtet. Rinaldi vermutet, dass die Opera-Physiker bei der Synchronisierung ihrer Uhren womöglich übersehen haben, dass diese aufgrund der ganz geringen Gravitationsunterschiede in Genf und Gran Sasso auch geringfügig anders ticken.

Dario Autiero, der Koordinator von Opera, hat Rinaldis Kritik zurückgewiesen. Ihr E-mail-Austausch über die Frage dauert nach wie vor an. Rinaldis Kollege Toby Wiseman geht indes ebenfalls davon aus, dass die Synchronisation der Uhren die entscheidende Frage sei. Und er kritisierte, dass die Opera-Gruppe externen Kritik erschwert habe, da nicht jedes Detail der Messmethode publiziert worden sei. (tasch

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Er staunt
00
23.2.2012, 01:54

Ein defektes Glasfaserkabel... =:-)

carl guggelhupf
00
18.11.2011, 13:20
Wiederholtes Experiment belegt: Neutrinos wieder schneller als das Licht!

http://www.blick.ch/news/schw... cht-187401

Ruben Weil
00
19.10.2011, 00:50
Also mittlerweile weiss doch jeder, dass

in Italien die Uhren anders ticken!?

MovGP0
00
17.10.2011, 13:08
lässt sich relativ einfach feststellen

die müssen nur die beiden Atomuhren aus Gran Sasso und Genf nochmals zusammenbringen und die Abweichung messen.

aeff
01
14.10.2011, 23:58

Na da scheint sich schon was abzuzeichnen, bei der Lösung des Rätsels.

http://www.technologyreview.com/blog/arxiv/27260/

Wenn ich's richtig verstanden habe, dann geht es in die Richtung: "Bewegte Uhren gehen langsamer.."

Den Satz find ich schon zum Schmunzeln:

„If it stands up, this episode will be laden with irony. Far from breaking Einstein's theory of relatively, the faster-than-light measurement will turn out to be another confirmation of it.”

wolfgang gaerber
00
14.10.2011, 23:08
Neuer Detektor

Wie ja bereits vor ein paar Monaten erklärt - halten sich die Neutrinos nur an die Geschwindigkeitsbeschränkung wenn sie sich beobachtet fühlen.
Durch die Verwendung eines neuen, besonders trickreichen Detektors mit 2 Sensorebenen hat man bei diesem Versuch das "Durchstarten" der Neutrinos endlich erfasst. Kurz hinter dem 2. Sensor sind sie dann in einem Wurmloch verschwunden...

mtw|Sunde gibt derbe 3st
 
14
12.10.2011, 16:21

gestern war ich auf dem vortrag der wiener vorlesungen im rathaus. es waren 4 nobelpreisträger geladen, wobei leider nur 3 vorträge stattfanden. (fert war krank)
dabei wurden die drei herren zu den abweichungen befragt und deren resümee war einheitlich:
sie glauben ganz einfach an einen messfehler. und smoot hat dabei folgendes bemerkt: wenn die neutrinos wirklich schneller sind als licht, dann hätte man bei vergangenen supernovae einen größeren zeitlichen unterschied zwischen dem auftreffen der neutrios und photonen messen müssen. die neutrinos kamen dabei 3 tage früher an, da das sichtbare licht aus der supernovae erst später "entweichen" kann. wenn neutrinos überlichtgewschw. hätten, wären sie ca. ne woche früher da gewesen

SK26
00
16.10.2011, 23:24

glauben heißt nix wissen...
Beweis muss her

utt=c²uxx+f
00
14.10.2011, 11:07
und?

ich glaube mich zu erinnern, dass bei der betreffenenden supernova die neutrinos jahre früher hier gewesen sein müssten.

hat jemand ein paar jahre zuvor den kollabierendens stern auf neutrinos untersucht? nein! vielleicht wären es noch mehr gewesen? weiss man nicht!

außerdem, ist eigentlich vakuum zwischen schweiz und italien? auch nicht.

fauler Student
00
14.10.2011, 13:06

Inwiefern interesseren sich Neutrinos für Vakuum?

utt=c²uxx+f
00
14.10.2011, 13:07

im moment gar nicht, aber wenn etwas unerklärliches passiert sollte man nie ausschließen ob nicht vielleicht doch ETWAS ... etc.

Hermine Berg
 
00
10.10.2011, 22:18
wenn ich mich recht erinnere

wurde genau die frage beim cern-seminar gestellt und recht eindeutig beantwortet (ja, den effekt gibt es, nein, er wurde beruecksichtigt). seltsam das jetzt hier zu lesen.

Michael Bakunin
00
12.10.2011, 18:07

vielleicht wurde der effekt eben nicht so ganz richtig berücksichtig.

Cthulluh
00
10.10.2011, 12:23
Jetzt mal ruhig Blut, liebe Mitposter.

Ich bin mir sicher, dass sich das ganze noch aufklären wird. Und wenn nicht, noch besser, dann haben wir eine großartige neue Erkenntnis gwonnen, die unser physikalisches Weltbild verändern wird. Am spannendsten sind doch jene experimentellen Ergebnisse, die uns die Augen öffenen und zum Umdenken anregen, weil sie nicht im Einklang mit den arrivierten Theorien stehen.

her wig
11
10.10.2011, 13:35
Ja, und zum diskutieren anregen.

Warum nochmal sollte man das Blut ruhig halten? Schockstarre?

Cthulluh
10
10.10.2011, 14:52
Keine Frage: Diskurs ist wichtig, richtig und erwünscht,

ganz im Zeichen der Wissenschaftlichkeit. Die eigenen Argumente vorbringen ebenso. Gegenseitige Diffamierung und dogmatische Untergriffe sind jedoch unangebracht und dem Erkenntnissgewinn nicht zuträglichl, oder sehen sie das anders?

her wig
01
10.10.2011, 21:16

Diffamierung und Untergriffe sind jedenfalls nicht die feine Art. Ob sie auch immer dem Erkenntnisgewinn abträglich sind, da bin ich mir nicht so sicher, denn der Konfrontationsmodus kann sehr motivierend sein. Und dank Anonymität ist das ganze nicht gefährlicher als ein Computerspiel.

SK26
00
16.10.2011, 23:22

nicht gefährlicher als ein Computerspiel...genau! so wie "WarGames" ... ;)

schwarzkrähe
05
9.10.2011, 12:45
hm

irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass der Verfasser des Artikels die Tragweite es Dilemmas nicht ganz kapiert, wenn er von "lächerlichen 0.025%" schreibt....

Michael Bakunin
13
10.10.2011, 10:41

Der Wert der Abweichung ist winzig und es liegt nahe, dass daranein Mess- oder Systemfehler des Experiments schuld ist.
Wenn die Relativitätstheorie falsch sien sollte, dann sollte das durch größere Überschreitungen der Lichtgeschwindigkeit bewiesen werden als durch 0,025 Promille.

chkdsk
01
10.10.2011, 12:26

Selbst wenn das ergebniss "wahr" sein sollte, ist die relativitätstheorie noch lange nicht falsch. Allerdings würden sich dadurch interessante neue Theorien (Hypothesen) entwickeln.

was die "größe" der überschreitung angeht finde ich 0.025 ‰ nicht wenig. Natürlich muss ein messfehler ausgeschlossen werden, allerdings fände ich eine 2 % überschreitung weit unglaubwürdiger!

<Auch wenn es sehr nach einem Messfehler klingt>

Michael Bakunin
24
10.10.2011, 13:26

also wenn die lichtgeschwindigkeit nicht die max. grenze ist, dann erwarte ich mir von einem experiment, das das belegt eine überschreitung von 100%, nicht von 0,025 Promille.
denn dann könnte man messfehler ausschließen, bzw. hätten messfehler keinen einfluss auf die richtigkeit der aussage.
0,025 Promille klingt für mich typisch nach einer messungenauigkeit. dadurch für die geschw. der neutrinos fast exakt die lichtgeschw. gemessen wurde, bestätigt das meiner meinung nach sogar die lichtgeschw. als grenze. warum sonst sollte sie so genau getroffen worden sein?
auch bei dem schon oft genanten supernova-ausbruch waren die netrinos genauso schnell wie das licht.

yomellamo
02
12.10.2011, 07:53

die aussage der RT ist, dass sich nichts schneller als mit lichtgeschwindigkeit ausbreitet.

wenn sich also etwas schnelleres finden laesst, und sei es auch nur um 0.000001 promille schneller, ist das eine sensation. die lichtgeschwindigkeit ist eine harte grenze.

Commander Tomalak
00
22.11.2011, 20:18
nichts mit masse

schneller licht

was wenn neutrino in energie zerfaellt und nacher wieder materialisiert?

Michael Bakunin
00
12.10.2011, 10:59

eine abweichung in der von dir angegebenen größenordnung könnte man gar nicht so genau messen.
so ein ergebnis würde nur die grenze der lichtgeschwindigkeit bestätigen. ;-)

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