Deutsche Bischöfe: Ratzinger will Kirchensteuer nicht abschaffen

7. Oktober 2011, 17:17

Papst hatte bei Rede in Freiburg "Entweltlichung" der Kirche gefordert

Fulda - Die deutschen Bischöfe sehen nach dem Papstbesuch in Deutschland weiterhin keine Notwendigkeit für eine Reform des Kirchensteuerwesens. Zum Abschluss der Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz wies deren Vorsitzender, Erzbischof Robert Zollitsch, am Freitag in Fulda erneut Spekulationen zurück, Benedikt XVI. habe bei seiner Rede in Freiburg die Abschaffung der Steuer gefordert. "Der Papst spricht nicht von der Abschaffung des Kirchensteuersystems", sagte Zollitsch vor Journalisten. In Deutschland genießt die Kirche vor allem das Privileg des Staates, Kirchensteuer einzuziehen und Kinder in Schulen auszubilden.

Der Papst hatte in seiner Ansprache vor engagierten Katholiken in Freiburg zum Abschluss seines Deutschlandbesuches am 25. September eine Ablösung der Kirche von weltlichem Reichtum und Selbstgenügsamkeit gefordert. Dabei verwies er kritisch auf die Tendenz, "dass die Kirche zufrieden wird mit sich selbst, sich in dieser Welt einrichtet, selbstgenügsam ist und sich den Maßstäben der Welt angleicht". Benedikt XVI. erwähnte dagegen als positives Beispiel die "Entweltlichung" der Kirche im Zuge erzwungener Enteignungen oder der Streichung von Privilegien in Epochen der Säkularisierung und stellte fest: "Die geschichtlichen Beispiele zeigen: Das missionarische Zeugnis der entweltlichten Kirche tritt klarer zutage." Diese Aussagen wurden von vielen Beobachtern als direkte Kritik an der kirchensteuerfinanzierten "reichen" Kirche in Deutschland mit ihren zahlreichen Gremien und Institutionen gewertet.

In der Debatte um sogenannte Staatsleistungen, also finanzielle Zuwendungen des Staates an die Kirchen, zeigten sich die deutschen Bischöfe offen. Zollitsch verwies aber darauf, dass der Papst die Ablösung von Staatsleistungen nicht gefordert habe. Bei den Staatsleistungen handelt es sich unter anderem um Zahlungen für den Personal- und Sachbedarf der Diözesanleitungen oder für die Ausbildung und Besoldung der Geistlichen sowie um Gelder für den Bauunterhalt kirchlicher Gebäude. Die Kirchen würden sich "Lösungen nicht verschließen", sagte Zollitsch. Die Entscheidung liege aber bei den betroffenen Bistümern.  (APA)

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Posting 1 bis 25 von 52
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jan sobieski
 
30
11.10.2011, 12:26
Mehr Subtilität wenn ich bitten darf!

Grundgute Ostmärker,
wenn sie ihre Verachtung dem Papst gegenüber wirkungsvoller kommunizieren möchten, dann sollten sie bei der Wahl ihres Vokabulars etwas geschickter vorgehen. Am besten sie nehmen sich mal ein Beispiel an den Bischofsdarsteller ihres großen Nachbarn im Norden.
In der DBK (Deutsche Bischofskonferenz) würde es niemandem einfallen den Heiligen Vater, als "Ratzinger" zu titulieren. Und trotzdem gelingt es ihnen die Autorität des Pontifex, durch geschickte Formulierungen zu untergraben und die Kirchenspaltung voran zu treiben!
Also ich erwarte zukünftig in ihren Berichten über die Heilige Apostolische Römisch-Katholische Kirche und ihrem Personal, etwas mehr Stil und etwas weniger Plumpheit!

j3s

favonius
00
20.11.2011, 14:37
Lieber Reichsdeutscher! Heil Pontifex!

... mir fehlen die Worte.

Peter Hammer 06
01
4.11.2011, 12:06
Werter Herr der "Flügelreiter" 1683.....

...zu Ihrer Info: Auch in der hiesigen Bischofskonferenz wird seine "Heiligkeit, den Ponifex" niemand "Ratzinger" nennen.
Das getrau' ich mir festzustellen, obwohl ich das Vergnügen habe, keinen der Herren zu kennen.

zhang sanfeng
23
8.10.2011, 11:51
"Benedikt XVI. erwähnte dagegen als positives Beispiel die "Entweltlichung" der Kirche im Zuge erzwungener Enteignungen"

er will also nicht freiwillig auf die kirchenprivilegien verzichten, sondern enteignet werden.
bitte, tut ihm doch diesen gefallen!

Jürgen Rembremerding
32
8.10.2011, 13:58
Es ist eine historische Tatsache, dass die Säkularisation von 1803

dem deutschen Katholizismus ein unerwartetes Revival als gesellschaftliche und intellektuelle Kraft bescherte. Das Ende der Reichskriche führte zur Verbürgerlichung des Episkopats und zu einer neuen Form der Seelsorge wie z.B. die Sailerschule. Der Katholizimus wurde plötzlich auch geistig anziehend wie spektakuläre Konversionen zeigen (z.B. Schlegel).

Man kann das bestens bei Franz Schnabel nachlesen. Darauf dürfte der Papst sich bezogen haben.

zhang sanfeng
11
8.10.2011, 15:07

das unerwartete revival war also positiv,
aber ein re-revival braucht´s lieber nicht. aha.

Jürgen Rembremerding
12
8.10.2011, 16:35
Zu positiv oder negativ habe ich mich

nicht geäußert.

Aber ein kultur- und sozialhistorisches Faktum ist es. Übrigens auch die Tatsache, dass die katholische (Amts)-Kirche des 19. Jhs. zur sozialen Aufstiegsschleuse einer ansonsten rigiden Klassengesellschaft wurde.

zhang sanfeng
00
8.10.2011, 20:26

ich konnte es ja selbst kaum glauben, ratzinger einmal zustimmen zu müssen, aber die säkularisierung hatte eben viele positive effekte, auch für die kirche selbst.
um zu verstehen, warum er mit der forderung nach ablösung der kirche von weltlichem reichtum und selbstgenügsamkeit keinesfalls weitere säkularisierung gemeint haben kann, insbesondere keine abkehr von der kirchensteuer, und warum sein lob der enteignung der kirche sich nur auf die vergangenheit beziehen kann muss man vermutlich theologie studiert haben.

Jürgen Rembremerding
11
8.10.2011, 22:11
"die säkularisierung hatte eben viele positive effekte, auch für die kirche selbst."

Nicht die "Säkularisierung", sondern die "Säkularisation"!

Im übrigen lesen wie hier nicht, wie der Papst seine Worte gemeint hatte, sondern wie die dutschen Bischöfe sie gedeutet haben.

Vermutlich - das ist meine Deutung - wollte der Papst den deutschen Bischöfen eins über die Mütze ziehen, weil sie ab und zu Widerworte geben.

an kog
12
8.10.2011, 11:01
Mir gefällt die konsequente Haltung.

Entweltlichung: Ja!
allzu weltliches Kirchensteuersystem: Ja!
Staatliche Zuwendungen: Ja!
Staatliche Sonderrechte: Ja!

Wenn so meine Entweltlichung ausschauen würde, würde ich mich glatt auch entweltlichen und so tun als ob mich all der tagesaktuelle Schmonzes nichts angeht, so lange ich nur pünktlich das Geld überwiesen bekomme...

Sigrun1
12
8.10.2011, 09:35

Eintreiben von Vereinsbeiträgen auf Staatskosten ist ein Unding und gehört abgeschafft. Die Kirche soll sich selbst darum kümmern wo ihr Geld herkommt

Chien de Pique
02
8.10.2011, 14:02

Die Kirchensteuern haben die Staaten eingeführt, nachdem sie die Kirchen weitestgehend enteignet hatten. Dass in Deutschland fast alle Kirchen den Staat mit der Einziehung der Kirchensteuer beauftragen (dürfen), ist ein Unding sondergleichen; aber: Vom Eingetriebenen behält sich der Staat (genauer: die Länder) einen Teil, der macht das natürlich nicht für Gotteslohn, er profitiert vielmehr massiv mit.

M. C. Escher
20
8.10.2011, 11:04
sind sie wahnsinnig?

wissen sie, was Prada Schuhe kosten???
Oder wollen sie, dass der oberste Hirte Barfuß geht?

Chien de Pique
00
8.10.2011, 14:12

An den Papst geht Kirchensteuer nur indirekt, über die Bischöfe (im Vatikan selber gibt es keine, glaube ich); in Österreich durch die Aufstockung des gespendeten Peterspfennigs.
So einen Wahnsinn gibt es ja zum Glück auch nur in wenigen Staaten (aber an der Existenz schuld ist schon primär der jeweilige Staat)Der Papst hat solche Positionen übrigens schon früher vertreten:
http://www.kath.net/detail.php?id=22566

NONE
15
8.10.2011, 06:46

Ich sehe nicht ein wieso mein Steuergeld für Sekten und Kulte verwendet wird.

Jürgen Rembremerding
72
8.10.2011, 10:01
Man sollte lieber Deine Stütze erhöhen, oder?

Fritz Meyer
06
8.10.2011, 11:37
Der Jürgen ist schon wieder im Auftrag des Herrn unterwegs.

Und wie üblich enorm überzeugend.

Jürgen Rembremerding
50
8.10.2011, 13:41
Ich denke, NONE hat deshalb nicht widersprochen,

weil er in der Tat von meinem Vorschlag überzeugt ist.

M. C. Escher
01
8.10.2011, 11:05
Krücke.

in ihrem Fall heißt das Krücke.

Jürgen Rembremerding
20
8.10.2011, 17:04
Nein:

Es heißt Lituus!

JetzIschObaGnuagNochaGea
119
8.10.2011, 00:34
Quintus Beckloeffel
40
8.10.2011, 20:01

Der Mario Barth der antiklerialen Szene. Wenn du wengistens den Schmidt-Salomon bringen würdest. Nicht dass der eine intellektuelle Leuchte wäre. Aber im Vergleich zu DEM ...

JetzIschObaGnuagNochaGea
04
9.10.2011, 03:07

Aber du bist natürlich intellektuell überqualifiziert.... was willst du in deinem posting sagen? es hat keine aussage... ...z.B. könntest du dich positionieren, bist du für humanismus und aufklärung oder dagegen? siehst du den Mensch als die Krone der Schöpfung oder als ein Tier von vielen? Glaubst du dass Gott allmächtig ist? Wenn ja: Kann Gott so einen schweren Stein schaffen, dass er ihn selber nicht tragen könnte (wenn es ihn gäbe)? Ist DIESE Welt (wenn es ihn gäbe) gottgewollt? etc.

Steak vom Milchlamm
20
8.10.2011, 10:22

der ist drauf, habedieehre!

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