Mit Tabubrüchen und antiklerikaler Aktion zum Shootingstar

8. Oktober 2011, 15:13
  • Millionär und Provokateur: Janusz Palikot.
    foto: dapd/sokolowski

    Millionär und Provokateur: Janusz Palikot.

Prognosen sagen Janusz Palikot zehn Prozent der Stimmen voraus

Warschau - Janusz Palikot ist Multimillionär, Philosoph und antiklerikaler Skandalpolitiker in Polen. Dass seine vom politischen Establishment belächelte Partei, die "Palikot-Bewegung", innerhalb von Monaten zum Shootingstar aufsteigen konnte, ist für viele unfassbar. Einer Wahlprognose zufolge könnte er sogar mit sensationellen zehn Prozent ins Unterhaus, den Sejm, einziehen. Feministinnen, Transsexuelle und Schwule kandidieren auf seiner Liste genauso wie gestandene Geschäftsleute, Studenten und Intellektuelle.

Schon als der heute 46-jährige Palikot noch der regierenden rechtsliberalen Bürgerplattform (PO) angehörte, galt er als Politclown und Enfant terrible. Da er bei seinen Aktionen aber überaus erfolgreich war, stieg er sogar zum PO-Vizefraktionschef auf. Im Gedächtnis blieb den Polen insbesondere sein Fernsehauftritt mit rosa Plastikpenis und kleiner Polizeipistole. Während die einen über den Tabubruch im katholischen Polen lachten, empörten sich die anderen über das Plastikteil. Doch mit dem spektakulären Auftritt gelang es Palikot, die Vergewaltigung von zwei Frauen und sexuelle Übergriffe in einem Lubliner Arrest publik zu machen und dafür zu sorgen, dass in allen Polizeiwachen mit Arrestzellen Überwachungskameras installiert wurden.

Gegen die Diskriminierung von Schwulen und Lesben in Polen protestierte er wiederholt mit Happenings. Insbesondere seine antiklerikalen Aktionen und spektakulären Tabubrüche ziehen jüngere Polen an. Die "Palikot-Bewegung" kämpft gegen Korruption, Heuchelei und die in Polens Gesellschaft allgegenwärtige katholische Kirche an. Nach seiner Trennung von der PO glaubte kaum jemand an sein politisches Comeback. Palikot ließ sich davon nicht abschrecken und rief den Skeptikern zu: "Wer zuletzt lacht, lacht am besten." (gl/DER STANDARD, Printausgabe, 8.10.2011)

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19 Postings
antiklerikal - würde ich sofort wählen!

keine Frage, eine antiklerikale Partei auch in Österreich, das wär was für mich

Alles Pawlow´sche Hunde hier

Mal nachdenken. Gäbe es Antiklerikale ohne die Klerikalen?

Gäbe es Antimaterie ohne Materie?

Das ist ein Null-Argument.

Gäbe es Missbrauchte ohne Missbraucher?
Was soll das heissen?
Stört sie Aufdeckung, Widerspruch, Gegenmeinung?

Was er wahrscheinlich sagen wollte ist

Das die Kirche (die Klerikalen) in Polen so stark ist und so sehr in das Leben der Menschen eingreift, dass man extra eine Gruppe gründen musste, die sich antiklerikal nennt.
Im sekulärem Frankreich zum Beispiel, würde diese Gruppe nicht zu stande kommen, einfach weil kein Bedarf danach besteht!

eher eine armselige Gestalt

Niveau- und profillos!
Hauptsache antikath. + freie Abtreibung für alle-wie platt!!!

gut für polen!

endlich jemand der aktiv und bestimmt gegen die reaktionären polnischen katholiban und ihr vermodertes weltbild auftritt.

so armselig ist er nicht.

er hat den linken sld die stimmen weggenommen.

Offensichtlich braucht Polen z.Zt. solche Persönlichkeiten.
Der Erfolg gibt ihm recht - bei den ersten Exit-polls liegt er als dritte Kraft bei knapp über 10%.

"Insbesondere seine antiklerikalen Aktionen .... ziehen jüngere Polen an."

vielleicht besteht ja wenigstens für polen hoffnung. wenn schon nicht für österreich.

billige Polemik zieht nicht bei allen Bürgern in Ö ...

deswegen haben rechtspopulistische parteien bei uns 90% der stimmen.....

aber ich werde für sie beten!

stimmt!

in österreich brauchts auch noch inkompetenz, eine menge verhetzung und eine extraportion rechtsextremismus, um ein drittel der leute anzusprechen.

bei

leider fast 30% schon....

Sieh an, ein Mann der Tat!

Jemand, der antiklerikal ist, gegen die allgegenwärtige Prüderie auftritt, aber gleichzeitig eine vernünftige Wirtschaftspolitik vertritt, ist sooooo wichtig für Polen. Auch die meisten anderen Länder, inklusive Österreich, könnten so jemanden gebrauchen!

Mich wundert bei seinem Programm

wundert es mich dass es nur 10% sind.

Es ist ja nicht das Programm, das ihm Wählerstimmen bringt.
Einerseits fühlen sich viele politikverdrossenen angesprochen, die genug von derzeitigen Politestablishment haben. Andererseits gräbt er den Linken Stimmen ab, die einen schwachen Spitzenkandidaten ins Rennen geschickt haben und jahrelang auf Kuschelkurs mit der Kirche waren.
Die allgegenwärtige Kirche ist auch ein guter Wahlhelfer.

Ginge es nach polnischen Facebook-Usern, würde er die Wahl gewinnen.
Vom Phänomen her ist er vielleicht mit den Piraten in Deutschland vergleichbar.

Leider herrschen in Polen ...

... die Strickkappendivisionen!

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