Datenschutz

Facebooks "Like"-Button spaltet deutsche Politik

7. Oktober 2011, 15:10

Datenschützer droht mit Bußgeldern, wenn Unternehmen und Regierung in Schleswig Holstein ihre Facebook-Fanseiten nicht löschen

Das "Gefällt mir"-Button des sozialen Netzwerks Facebook sorgt in Deutschland weiterhin für Wirbel. Anfang August hatte ein Treffen von Facebook-Vertretern mit dem deutschen Innenminister Hans-Peter Friedrich für Kritik unter Datenschützen gesorgt. Nun weitet sich der Streit zwischen Datenschützer Thilo Wiechert und der Landesregierung Schleswig-Holstein aus, berichtet heise.

Daten an Facebook übertragen

Weichert hatte Website-Betreiber in Schleswig Holstein aufgefordert, ihre Fanseiten bei Facebook und die Implementierung des "Gefällt mir"-Buttons bis Ende September zu entfernen, da diese gegen europäisches Datenschutzrecht verstoßen. Ins Kreuzfeuer der Kritik geraten sind Fanpages und "Like"-Buttons, die Daten an Facebook übertragen, wenn Facebook-User nur eine Website aufrufen.

Drohungen

Weichert drohte in seiner Funktion als Leiter des Unabhängige Landeszentrums für Datenschutz (ULD) und Landesdatenschutzbeauftragter mit Untersagungsverfügungen und Bußgeldern. Der Aufforderung kamen jedoch weder öffentliche noch private Anbieter in Schleswig-Holstein nach. Weichert hatte zuvor nochmals bekräftigt, dass er auch Unternehmen ermahnen werde ihre Facebook-Seiten und Like-Buttons zu löschen, falls sie die Frist nicht einhalten sollten.

Kritik an Datenschützer

Staatssekretär Arne Wulff erklärte, dass die Landesregierung eine derartige Entscheidung erst nach der Innenministerkonferenz treffen werde. Man müsse ein solches Vorgehen auch mit den anderen Bundesländern abstimmen. Auch Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Peter Harry Carstensen kann Weicherts Auffassung nicht teilen. Derartige Drohungen seien kontraproduktiv und rechtlich fragwürdig. (red)

Kommentar posten
23 Postings
Mister Magister
 
00
7.11.2011, 00:17
"Datenschützer"

Komischer Begriff.
Wer genau legitimiert diesen Mann denn als Wächter zb. meiner Daten? Als ich das letzte mal nachgesehn habe, war ich immer noch derjenige der zu entscheiden hat ob ich meine Daten freigeben will (was in meinem Fall so ist) oder nicht.

Wenn ich heute fordere dass mich jederman "Sergeant" nennt, weil ich mich als Schützer von Recht und Disziplin in meiner Nachbarschaft sehe, lande ich in einer Gummizelle. Der Typ nennt sich Datenschützer...nur hab ich ihn gebeten sich in meine Angelegenheiten zu mischen?

Der Umgang mit Information ist heute ein Skill den man erlernen muss...so wie schreiben und lesen. Das Like-Problem kann man einfach umgehen. Wer nicht verfolgt werden will soll lernen wie.

CouchDB
00
8.10.2011, 18:26
Ob die auch

europäische (deutsche) IT-Unternehmen so vorbehaltlos unterstützen würden ? Das Facebook ausgerechnet von der "Stopschild"- & "Three Strikes"- Fraktion Unterstützung erhält spricht Bände was man von diesem Unternehmen als geistig normaler Mensch zu halten hat....

Entweder überdenken wir hier in Europa die Definetion von Datenschutz neu so das es auch zum Geschäftmodell von FB & Co paßt (dann braucht sich über Wikileaks&Anonymous niemand aufregen) oder wir setzen den Datenschutz in allen Unternehmen (auch solche aus den USA) durch.

Fritz Meyer
00
8.10.2011, 10:56
Die Politik wird's schon zu verschleppen wissen.

Alec
01
8.10.2011, 09:30
Ich sags mal so....

Ich muss nicht bei jedem Schei.... dabei sein.

Sorry Google, Sorry Gesichtsbuch! - Von mir kriegts keine verwertbaren Daten.

Charlie Brown
00
10.10.2011, 12:44

Ein chronologischer Verlauf der von dir besuchten Seiten sind verwertbare Daten ;)

Wolfgang Ullram
00
8.10.2011, 10:14
hm

facebook IST NICHT Google

ottarocker1
00
8.10.2011, 06:40

leute....die, die bei fb sind, sind selber schuld. weg mit dem dreck...wird gebraucht wie ein kropf

O5
86
7.10.2011, 20:51

Wundert es noch irgendjemanden dass praktisch alle nennenswerten Innovationen aus den USA kommen während in Europa ein Staat nach dem anderen in Bankrottgefahr gerät? Nur Verhinderer am Werk, keine Macher.

Fritz Meyer
00
8.10.2011, 10:52
Der Unterschied zwischen den Glaubenden und den Wissenden.

Sie gehören eindeutig nicht zu den Letzeren.

Alec
01
8.10.2011, 09:27
Innovativer Datenschutzabbau?

hehe ...?
01
8.10.2011, 08:48
PS: Kaum ein Staat ist so pleite wie die USA

ottarocker1
00
8.10.2011, 06:41
05...

arbeitslos? oder...

/dev/stderr
16
7.10.2011, 22:09
*top*

selten so ein blödes kommentar gelesen.
Solche Leute sind scheinbar das letzte Bollwerk das uns vor unserer eigenen Aushöhlung unserer Bürgerrechte schützt. Es geht um unsere Daten…

Birger Jarl II
00
8.10.2011, 10:08

Nein, sind sie nicht, da sie sich noch nie für Datenschutz gegenüber dem Staat eingesetzt haben.

Deserteur
00
7.10.2011, 20:18
Hände weg von Facebook!

Derartige Privat-Kampagnen sollen nur Google nützen...
...welches Fb vom Thron stoßen und demontieren will, ob der üppigen Werbegelder-Einnahmen...
Sehr einseitig und durchsichtig ...jetzt plötzlich bekommen sie alle Ideen...
...wer da wohl welche Fäden zieht...

Der Tourist
00
7.10.2011, 23:31

Google ist genauso wie Facebook betroffen. Beide Anbieter spähen aus, auf welchen Seiten ihre Nutzer wandeln. Da die Erfassung passiv (ohne zutun des Nutzers) erfolgt, ist sie ins Visir der Datenschützer geraten.

Abhilfe für das Problem schafft ein "Knopf für den Knopf", bei dem ein User ausschließlich AKTIV seine Daten an seinen persönlichen Datensammler (Facebook, Google, ...) weitergeben kann. Das ist dann auch Datenschutzkonform. Der deutsche Heise-Verlag bietet solch eine Erweiterung, die den Internetauftritt datenschutzkonform werden läßt, auch zur kommerziellen Verwendung kostenlos an. Erste Zeitungen scheinen diese auch schon implementiert zu haben.

Deserteur
00
8.10.2011, 16:22

Na also, dann gibt es da ohnehin kein so großes Problem mehr...
Diese Sicherheitssoftware dann einfach mit der gleichen Selbstverständlichkeit wie mittlerweile schon die übliche WLAN-Verschlüsselung installieren!
Firmen vom Schlage Symantecs wären da gefordert, das für alle Social Networks auszubauen und den Feinschliff und die Aktualisierungen zu übernehmen...
...sicher ein lukrativer zukünftiger Geschäftsbereich!
Google, Facebook etc müssten sich dann eben wohl oder übel darauf einstellen...

Der Tourist
00
9.10.2011, 11:50

Allerding muß hier der Anbieter seinen Code für eine rechtlich unbedenkliche Seite erweitern.

Die Leser können davon unabhängig natülich weiterhin Tools wie Gostery einsetzen, um unerkannt im Internet zu surfen.

slacker
00
7.10.2011, 19:46
bitte auch in österreich!

Dem Thema gehört eine größere Bühne

Sonstwer
00
7.10.2011, 18:18
müssten in weiterer Folge

nicht auch alle Google Analytics Elemente auf öffentlichen Seiten entfernt werden ?

Dagobert147
00
7.10.2011, 18:46

sorry, wo ist da der zusammenhang?

Bodypainter
00
7.10.2011, 20:57

ganz einfach: google analytics analysiert welcher user auf welcher seite ist. ähnliches macht eben auch der "like" button auf einer seite AUSSERHALB von facebook. nur, dass der like button offensichtlich da auf der seite oben steht, ein google analytics code ist jedoch für die meisten user vollkommen unsichtbar.

Eigentlich will ich gar nicht posten.
02
8.10.2011, 00:08

Unterschied: wer schon bei FB ist, der hat auch Cookies mit dem Login-Info von FB am Rechner, die dann jedesmal bei Aufruf irgendeiner Seite, die den Like-Button hat, mitgesendet werden -> FB weiß dann genau, wer das ist.
Bei Google Analytics wird ein Script aufgerufen, dem die üblichen HTTP-Header mitgeschickt werden (IP, Clientinfo, etc.), die dann ausgewertet werden können, aber keine Cookies mit Login-Informationen. GA sieht nur, was jeder andere Webserver auch sieht.

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