Bundesheer-Postenschacher

Auch Personalvertretung hatte Einsprüche

7. Oktober 2011, 14:38

Ministerium weist Vorwürfe zurück - Keine Abfertigung von 70.000 Euro

Wien - Bei der mutmaßlichen Postenschacherei im Verteidigungsministerium hat auch die Personalvertretung Einsprüche gegen die Bestellung des Abteilungsleiters gehabt. Das geht aus einer Aussendung des Ressorts am Freitag hervor. Der zuständige Personalvertreter Peter Schrottwieser bestätigte gegenüber der APA, dass die Personalvertretung bei der Bestellung des Abteilungsleiters im Materialstab Luft Einspruch gegen den letztlich doch zum Zug gekommenen Beamten erhoben habe. Der Grund dafür sei es, dass dieser die gefragten Voraussetzungen nicht erfüllt habe.

Voraussetzung für den Posten sei ein technisches Studium gewesen. Der Kandidat, der zum Zug gekommen ist, habe ein solches aber nicht gehabt. Er sei Publizist, so Schrottwieser. Das sei auch mit ein Grund, warum der unterlegene Kandidat, der vor Gericht gezogen war, dort auch recht bekommen habe. Der Richter sprach in seiner Begründung davon, dass die Ausschreibung auf den "letztlich ernannten Beamten hingetrimmt" und so der "minder geeignete" Kandidat als Leiter der Abteilung eingesetzt wurde.

Ministerium: Kein Postenschacher

Das Verteidigungsministerium wies den Vorwurf des "Postenschachers" dennoch einmal mehr zurück. Dass die vom Generalstab vorgeschlagene Personalentscheidung persönlich an den Bundesminister herangetragen worden ist, lag demnach am Einspruch der Personalvertretung. Jede Personalentscheidung sei der Personalvertretung vorzulegen und im Bedarfsfall zu verhandeln. Komme es zu keiner Einigung auf dieser Ebene, werde das an die nächst höher gelegene Ebene delegiert - im konkreten Fall gab es daher eine Beratung beim Bundesminister, erklärte das Ressort.

Im Rahmen dieses sogenannten Paragraf-10-Verfahrens habe der Minister die Entscheidung auf Empfehlung des damaligen Generalstabschef Edmund Entacher und des fachlich zuständigen Sektionsleiters bestätigt. Davor sei der Bundesminister damit nicht befasst gewesen. Gegen Verteidigungsminister Darabos wird wegen des Verdachts des Amtsmissbrauchs ermittelt.

Entscheidung auf Basis von Gutachten

Die Ausschreibung sei durch die zuständige Sektion im Generalstab gemacht und die elf Bewerbungen von drei Experten der zuständigen Fachsektion beurteilt worden. "Die endgültige Entscheidung fiel auf der Grundlage von umfangreichen Gutachten und Bewertungen und der Empfehlung des fachlich zuständigen Sektionsleiters", hieß es in der Aussendung. Beim bestellten Kandidaten seien insbesondere dessen "bisherigen Erfahrungen als Abteilungsleiterstellvertreter, seine Leitungserfahrung als Referatsleiter und seine zusätzlichen Fachkenntnisse und Zentralstellenerfahrungen im Zuge der Einführung des Eurofighter hervorgehoben" worden, so das Ministerium weiter.

Das Urteil des Zivilgerichtes sei "zur Kenntnis zu nehmen". Die in Medien ebenfalls kolportieren Behauptung, wonach dem Kläger eine Abfertigung zugesprochen wurde, sei falsch. Die dabei ebenfalls erwähnten 70.000 Euro seien daher völlig aus der Luft gegriffen. Das Verfahren habe durch einen Vergleich mit einer Nachzahlung von 5.500 Euro beendet werden können. (APA)

Kommentar posten
20 Postings
F G
00
23.10.2011, 10:01
Darabosch ist mit Abstand

die traurigste Gestalt, in der so wie so nicht sehr glänzenden Ministerriege.

Pauli Feuerstein
00
10.10.2011, 11:24
Ist aber schon klar, dass der Postenschacherprofiteur

nun SPÖ Spitzenmann in der Personalvertretung geworden ist, oder?

Tja, liebe Leute .... das muss schon verdient sein!

positiv gesehen
03
9.10.2011, 18:51
aufklärung hiefür lieferte bm magister darabos heute

und zwar als er in der pessestunde in einem anderen zusammenhang wörtlich sagte:

"...da wird jeder kanditat ganz genau abgeklopft auf seine politische.........VERLEGENHEITSPAUSE.....also nicht auf seine parteipolitische ausrichtung, also ob er also demokratiekompatibel ist..."

....dja und wenn er nicht (sozial)demokratie kompatibel ist, dann ist der minister kompromisslos...

dermartino
04
8.10.2011, 15:39

Immer schön abputzen an den anderen (in dem Fall Entacher + irgendein Sektionschef?).

Die Lügenbolde an der Spitze des BMLVS, allen voran Daraberti und sein Kabinettschef, gehören mit nassen Fetzen aus dem Amt gejagt!

master_of_disaster1
04
8.10.2011, 07:49
Das richtige Parteibuch...

... ersetzt doch hierzulande locker jedes technische Studium, oder nicht?

Seltsam scheint aber auch zu sein, dass man seitens des Ministers D. und seines Büros nun versucht, die offensichtlich "hingetrimmte" und suboptimale Personalentscheidung dem suspendierten Generalstabschef E. in die Schuhe zu schieben.

ceiberweiber.at
60
8.10.2011, 08:16
das braucht er nicht "hintrimmen"

das wird schon so sein....
aber er könnte mehr mut zeigen, er ist ja dauernd in der defensive - nicht weil die anderen so gute argumente hätten, sondern weil er "nur ja nicht auffallen" will - dies in einer zeit, wo die menschen froh sind, wenn mal ein politiker sich was traut und konturen hat....

curieux
00
28.10.2011, 07:34
Also Sie müßten schon das große Verdienstkreuz

für rote Kampfposter erhalten!

Ramone
01
10.10.2011, 16:58
unglaublich

ihr beitrag. dass der profiteuer dieses schachers hochrangiger sozialdemokratischer parteigänger ist, der die erforderlichen fachlichen voraussetzungen nicht hatte und trotzdem bestellt wurde, ist vermutlich nur ein zufall. wie sehr diese bestellung an den haaren herbeigezogen wurde, ist schon daran ersichtlich, dass der rechtsweg -erfolgreich - beschritten wurde. das ist normalerweise fast unmöglich.

zxj
00
10.10.2011, 12:16

Glauben Sie eigentlich den Schmarren, den Sie da von sich geben, wirklich?

Oder tippen Sie einfach nur ein, was Ihnen so vorgegeben wird?

Pauli Feuerstein
00
10.10.2011, 09:51
....

.... ich bin sprachlos.

wie kann man vollkommenes unwissen (nicht technik studium) mit einem spö gewerkschaftsboss ersetzen und das als "politik mit kanten" verkaufen???

Lt K.....
03
7.10.2011, 22:40
Wann nimmt denn Darabos endlich seinen Hut? Unglaublich!

Allerdings glaube ich irgendwie, daß die ÖVP recht froh ist, das Kriegsministerium den Roten zugeschoben zu haben, da es einfach ein politisches Minenfeld ist.

ceiberweiber.at
20
8.10.2011, 08:19
beim ersten mal

also den koalitionsverhandlungen, die schüssel und gusenbauer führten, war es so - beim zweiten mal wollte er selbst es so.
und er will ja veränderungen - bringt sie aber so defensiv rüber, statt mit power. die leute sind aber angespeist, wenn politiker nichts riskieren, nicht farbe bekennen, nicht auch zeigen, dass sie für etwas eintreten, beharrlich, egal wie andere reagieren, denn das macht mut (und so agieren auch die, die andere für ihre sache gewinnen können)

Prof. Alois
 
00
8.10.2011, 21:47
Das war schon Absicht

Als klar wurde, dass auch die SP Geld bekommen hat von Eurofighter - über den Umweg Rapid - musste etwas her, das zwei Fliegen mit einer Klappe schlägt: Einerseits den EF einführen, aber doch so tun, als wollte man ihn nicht. Deshalb die Daraboschschen Verhandlungen, die langfristig die Sache verteuern, sich aber kurzfristig als Einsparung verkaufen lassen.
Dazu musste schon ein loyaler roter Minister her.

HVA
02
7.10.2011, 18:53
Wos woar sei Leistung?

Zitat:
"Der zum Chef der Abteilung bestellte Beamte wurde übrigens im Mai zum neuen Vorsitzenden der sozialdemokratischen Gewerkschafter im Bundesheer gewählt"

ausmeinersicht
 
00
9.11.2011, 22:39
...und so wird die Parteitreue der Mitläufer vom Minister Darabos

belohnt, ohne auf die Qualifikation Rücksicht zu nehmen, das ist sozialistisch handeln da ist Darabos ein wirklicher Profi, sonst hat er nicht viele Qulitätsmerkmale vorzuweisen.

master_of_disaster1
00
8.10.2011, 07:50
purer Zufall !!

oder ???

Tirol6020
01
7.10.2011, 14:51
Wie lange noch?

Wann nimmt ein Minister den Hut, dem sowas von einem Fehler nach dem anderen nachgewiesen wird?
Hoffentlich nehmen sich in diesem und anderen Ministerien (und bei Ländern und Gemeinden) viele ein Beispiel an dem Beamten und decken die Mauscheleien auf, die verhindern, dass die Besten in die Führungsjobs kommen.

HVA
00
7.10.2011, 18:57
.... dass die Besten in die Führungsjobs kommen.

Es bekommen ja die BESTEN PARTEISOLDATEN die Jobs !!
Hallo?

suboptimal
 
13
7.10.2011, 15:01
Hat Strasser Ernsti seinen Hut genommen?

Bei dem war das der Hausbrauch - viele Jahre lang
und "Kloibi" sein williges Werkzeug:

"Kloibi" ist der Kosename, den seine schwarzen Freunde Michael Kloibmüller, dem Kabinettschef der Innenministerin, zugedacht haben. Wie kaum ein anderer steht er für Postenschieberei und Parteibuchwirtschaft. Kloibi garantiert: Auch unter Maria Fekter wird aus dem Beamten erst mit dem Parteibuch der ÖVP der vollwertige Mitarbeiter.
http://www.peterpilz.at/2009-1/pe... gebuch.htm

Kloibi-mails in Hülle und Fülle
:-)

ceiberweiber.at
30
7.10.2011, 14:57
die aussendung

besagt das gegenteil - und sie hält nochmal fest, was zb vorgestern im landesverteidigungsausschuss gesagt wurde (der standard berichtete, erwähnte jedoch nicht, was in der presseaussendung mit dem bericht zum ausschuss festgestellt wurde)

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